Römerpark

Römer2

Freitag hat es in Köln geschneit, um ca. 9 Uhr ging es los …

… sodaß es zur Mittagspause genau richtig war, das Ereignis zu genießen. Wenn man das will, muß man sich nämlich beeilen, wie die Erfahrung zeigt, ist der Schnee schneller wieder verschwunden, als er gekommen ist.

Ich hatte als König von Köln doch einmal bestimmt, daß nur noch rote Schirme zugelassen sind. Brav.

Die Frage ist nur: Wie komme ich jetzt nach Hause?

Zülpicher Platz

Bohnen- und Kichererbsenpürree wird vielfach gewürzt, zu Bällchen geformt und schließlich frittiert – fertig ist Falafel. Sehr lecker mit diversen Soßen, Joghurt oder Hummus (aus Kichererbsen), wahlweise mit Salat oder Gemüse in einer dünnen Teigtasche. Falafel wurde schon im vorchristlichen Ägypten gegessen. Günstig und lecker – besonders in diesem Imbiß.

Hohenzollernring

Ein Buchladen, aber ein ganz besonderer: Hier werden seit 25 Jahren nur und ausschließlich Kochbücher verkauft, neue und antiquarische. Respekt – daß sich der Laden halten kann über eine so lange Zeit, finde ich bewunderungswürdig. Inzwischen wird zwei Drittel des Umsatzes über das Internet erzielt.

Ich koche nicht so viel, und schon gar keine raffinierten Gerichte, dafür habe ich gar keine Zeit. Aber wenn man hier mal eine viertel Stunde stöbert, läuft einem das Wasser im Munde zusammen.
Der Internetauftritt ist leicht suchbar, gebt einfach „Buch Gourmet“ ein.

Spielmannsgasse

Das ist der Heilige Severin, Ende des 4. Jahrhunderts war er der dritte Bischof in Köln. Viel ist über ihn nicht zu erfahren: In der Nähe hat er wohl ein Kloster gegründet, und dort steht heute eine der zwölf großen romanischen Kirchen, die Kirche St. Severin in der – na? – richtig, Severinstraße.

Und in der nämlichen Straße betrieb er einen türkischen Imbiß, der noch heute existiert – ein frühes Beispiel von Völkerverständigung (wenn auch nicht der deutschen Rechtschreibung).

Die Figur, 1964 von Elmar Hillebrand geschaffen, erfüllt mit ihren 4,5 Metern Höhe die Funktion eines Brückenheiligen. Brücken wurden schon immer als Zeichen von Gefahr wahrgenommen, hier galt es, etwas zu überwinden, eine tiefe Schlucht etwa, oder einen reißenden Fluß, wenn man nicht aufpaßte, fiel man hinein. Daher fand man es nicht schlecht, wenn man unter dem Schutz eines Heiligen stand, und der Heilige Severin bietet sich bei einer Brücke, die seinen Namen trägt, ja von selbst an. Außerdem soll es bei allen Arten von Unglücken helfen, wenn man ihn anruft. Dem Historischen Stadtarchiv, das auch in der Severinstraße beheimatet war, hat das aber nicht viel genützt: Es stürzte 2009 in sich zusammen.

Roonstr.

Sehr clever. Nicht das Bild, sondern das, was hier passiert:

In diesem Laden kann man bedruckte Leinwände kaufen. Die Bilder sind weltberühmt, Originalwerke des Künstlers wurden schon für über 180.000 Euro bei Sotheby’s versteigert, und trotzdem braucht der Ladeninhaber nicht einen Cent für die kommerzielle Verwertung zu bezahlen: Der Künstler ist ein Graffiti-Sprayer und als Banksy bekannt, das ist aber nicht sein richtiger Name. Da er auch weiterhin nicht erkannt werden und im Kunstbetrieb auch nicht mitmachen will, versuchen andere, mit seinen Werken schnelles Geld einzustreichen, der Ladenbesitzer muß kaum fürchten, daß der Künstler ihn verklagt. Ich finde das irgenwie – zum Kotzen.

Krebsgasse / Bahnhof

Die Hirsche röhren es von den Dächern …

… und auch im Bahnhof möchte man keinen Zweifel aufkommen lassen: Das 13. Monatsgehalt wird ausgeschüttet, die Leute sollen einkaufen und die Wirtschaft beleben. Der alte Fernseher tut’s aber noch? Macht nichts, der ist doch bestimmt zu klein. Wer sich nicht sofort entscheiden kann: Keine Sorge, vier Wochen Gedudel in allen Geschäften kriegen fast jeden klein.

Pfeilstr.

Was gibt es Schöneres, als sich an einem verregneten, kalten Tag in ein warmes Café zu setzen und aus dem Fenster zu schauen?

Das kann ich euch ganz genau sagen: Wenn es in dem Café auch noch leckeren Kuchen gibt. Das zentral gelegene Café Spitz ist eigentlich nicht ungemütlich, aber Sonntagnachmittag keinen Kuchen im Angebot zu haben, also … aber die Kellnerin empfiehlt Apfelpfannkuchen mit Eis, der ist mit 7,50 Euro zwar „etwas“ teurer, aber gut. Nach gefühlten zwei Minuten ist er schon da: Eine relativ feste Masse klebt an einem heißen Teller fest – frisch aus der Mikrowelle. Dabei haben die eine richtige Küche hier, man kann auch richtige Mahlzeiten bestellen … versteh ich nicht, ein Pfannkuchen ist doch wirklich schnell gemacht. Dafür wurden wir von drei Kellnern bedient, sowas ist auch selten, und in Zukunft werden sie noch mehr Zeit haben – für andere Leute.

Heliosstr.

Ich bin ja eher kein Freund von Autos – sie stinken, sind laut und werden oft als Waffen mißbraucht. Aber gepflegte Oldtimer gefallen mir. Spinner-Autos, aber in positivem Sinn: Versponnenheit und Leidenschaft gehören dazu, solche Oldtimer zu restaurieren und in Schuß zu halten, Zeugnisse vergangener Designs und Lebenswelten.

Die Zukunft gehört allerdings eher solchen Gefährten: Ein „Fahrradi Farfalla“. Der „neue ultimative Supersportwagen“, so sein Erbauer Hannes Langeder, sei sogar so schnell, daß er ganz bequem von Fußgängern überholt werden kann.

Ein Blick in den Motorraum – 1/3 PS mit „Human Exhaust System“ und „BUTTERFLY ANTIGRAVITATION MANAGEMENT“: Die Flügeltüren können so eingestellt werden, daß sie bei der Fahrt flattern. Was für Melodien die Hupe spielt, hängt vom Talent des Fahrers ab.

Und hier das Cockpit – so sagt man ja bei den Renn-Boliden. Übrigens: „Boliden“ sahen ursprünglich so aus.

Breslauer Platz

Keine Ahnung, wieviele Zimmer dieses Hotel hat, aber wenn ein Doppelfenster zu einem Zimmer gehört, müssen es viele sein. Auf der Homepage steht, die Fenster seien schalldicht – das ist auch nötig, denn als ich das Foto machte, stand ich auf Gleis 11 des Hauptbahnhofs, wo täglich mindestens eine Millionen Züge abfahren, und rechts in Sichtweite liegt der Busbahnhof. Dafür kann man sicher sein, daß man von vielen, vielen Leuten gesehen wird, wenn man sich halbnackt ins Fenster stellt.