Historisches Stadtarchiv

Hier ist der Beweis: Alle Vorwürfe, die Stadt Köln würden mit der Aufklärung des Zusammenbruchs des alten und dem Aufbau des neuen Historischen Stadtarchivs nicht richtig vorankommen, sind falsch. Man hat im Gegenteil keine Mühen und Kosten gescheut und sogar zwei (!) Behälter angeschafft!

Zur Erinnerung: Der Zusammenbruch war im März 2009.

Historisches Stadtarchiv

Es ist ja immer so eine Sache mit Unglücksorten: Soll man sich einreihen in die Horde der sensationslüsternen Gaffer, oder soll man brav zu Hause bleiben und sich ein historisches Ereignis entgehen lassen, dessen Zeitzeuge man doch ist? Also war ich gestern da, habe meine Neugierde befriedigt und trotzdem niemanden behindert, da die Bergungsarbeiten am Sonntag ruhten.
Ich kann die besorgten Anwohner verstehen: Sicherheit strahlt die Gegend hier nicht aus.

Die Trümmer sind überdacht, behutsam werden sie abgetragen und in großen Hallen auf noch Verwertbares untersucht, mir erzählte jemand, man habe bereit über 50 Prozent des Bestandes in restaurierbarem Zustand geborgen.

Derweil sind die involvierten Politiker und Beamten in Hektik ausgebrochen: Wer hat wem was wann gesagt oder es unterlassen, „Unverschämtheit!!“, „… da werden Köpfe rollen!“ – und jeder versucht, seinen aus der Schlinge zu ziehen. Interessant ist, wer hier eigentlich die Bauaufsicht hatte, also dafür sorgen sollte, daß hier alles mit rechten Dingen zugeht: Ursprünglich hatte die Bezirksregierung Düsseldorf die Bauaufsicht, die sie aber auf die Stadt Köln, genauer: Auf die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) als Bauherr, übertragen hat. Und die KVB war so frei, sie gleich und der Einfachheit halber an die ausführenden Firmen weiterzugeben (Quelle: SZ, 18.03.09), man denke nur an das Personal , was das wieder kostet …
Das ist ungefähr so, als würde man die Organisation einer Gefängnisbewachung den Insassen überlassen.

Hier haben vor vier Wochen noch Leute gewohnt:

Historisches Stadtarchiv


copyright A. Regh, zum Vergrößern bitte draufklicken

Die Medien sind ja relativ voll davon, deshalb hier nur ein Bild, das kurz nach Einsturz des Gebäudes von Alexander Regh gemacht wurde (das Bild steht unter CC-By-Lizenz). Links sieht man die mittelalterliche Kirche St. Georg, gegenüber der Unglücksstelle ist die Schule, die nun wahrscheinlich auch abgerissen werden muß. Im Hintergrund der rote Kirchturm, der bereits 2004 für Schlagzeilen sorgte, da er wegen der U-Bahnarbeiten umzufallen drohte.

Wer weitere Bilder von Alexander Regh, offensichtlich ein Anwohner, sehen möchte, klickt bitte hier.