Urlaub in Süd-Devon, England – Abend in Torquay

Dieser Uhrturm steht auf dem zentralen Roundabout (Kreisverkehr) am Hafen in Torquay.

Im Hintergrund sieht man den Ballon, mit dem man an einem Seil für 20 Euro nach oben schweben kann.

Abendrot …

Mächtig was los hier: Eine Damentanzgruppe führt einen plumpen traditionellen Tanz auf – ihnen macht es sichtlich Spaß, also ist es schon okay.

Lichtspiele …

… und eine Art Hafenwahrzeichen …

… erhellen den entspannten Abend. Hier wie überall: Sehen und gesehen werden.

Wir bevorzugen es ruhiger und gehen zum ältesten Pub in Torquay, dem „Hole in the Wall“.

Das Bier schmeckt hier genauso schlecht wie überall: Das „Lager“ (Pils) ist wässrig, das Ale hat keine Kohlensäure und ist zimmerwarm (würg), und Guiness mag ich nicht. Aber Kölsch-Bier ist eine gute Schule in schlechtem Geschmack, also rein damit.

Ein letzter Blick zurück – bye bye, England, bis zum nächsten Mal!

Urlaub in Süd-Devon, England – Teignmouth

Teignmouth ist, wie der Name schon sagt, ein kleiner Ort an der Mündung des Flusses Teign.

Eine angenehme Stadt – kleine Geschäfte in engen Gassen schaffen eine wohnliche Atmosphäre.

Hunger – ein nettes kleines Café-Restaurant, alles sehr zwanglos: Man bestellt am Thresen, bezahlt schon mal, und in Windeseile steht alles auf dem Tisch.

Zu früh für Bier … obwohl, die Engländer trinken schon mal gern eins um 10 Uhr vormittags, das habe ich jedenfalls mehr als einmal gesehen.

Anfang September – die Saison geht zu Ende.

Auf solchen Piers sind oft Vergnügungsstätten, bzw. was der Engländer dafür hält, dies ist schon der dritte Ort, der sowas hat.

Diese Orte nennen sich gern irgendwas mit „Leisure“, das englische Wort für Muße … jaja, fremde Welten, neue Erfahrungen, man lernt immer dazu.

Man wirft oben 2 Penny hinein, und mit etwas Glück kommen unten jede Menge wieder heraus – die dann natürlich alle wieder oben hineingeworfen werden, was soll man auch mit so vielen 2-Penny-Stücken? Es gibt pro Halle nicht einen solchen Automaten, sondern zig!

Gut, daß die Häuser Namen haben, man könnte sonst schon mal aus Versehen vor der falschen Tür stehen.

Am Strand ist jetzt nicht soo viel los, aber die Aufsicht paßt trotzdem auf.

Geh mir weg – nicht schon wieder Fish and Chips. Langsam wird’s Zeit, wieder nach Hause zu fahren.

Urlaub in Süd-Devon, England – Gärten

Die englischen Gärten sind etwas ganz Besonderes: Auf großen Flächen angelegt, mit exotischen Pflanzen zwischen verschlungenen Wegen, gibt es immer wieder Neues zu entdecken: Alles ist kultiviert und gepflegt, und dennoch wähnt man sich mitten in der Wildnis. Die folgenden Bilder sind aus vier Gärten, die übrigens immer so versteckt liegen, daß man sie nur mit dem PKW erreichen kann – mit öffentlichen Verkehrsmitteln keine Chance. Es gibt allerdings organisierte Gruppenreisen, bei denen nur Gärten besucht werden, habe ich gehört, aber organisiert, und dann noch in einer Gruppe – nichts für mich.

In diesem Bootshaus wurde jemand ermordet – allerdings nur in einem Roman von Agatha Christie (die wurde in Torquay geboren, man bildet sich mächtig was darauf ein, sogar auf das Hotel, in dem sie das erste Mal gepoppt ihre Hochzeitsnacht verbracht hat, wird überall hingewiesen).

Noch ein kleines Rätsel: An welchen Maler erinnert dieses Bild?

Hier ist ein ganz besonderes Restaurant: Man darf selbst kochen! Donnerwetter! – was für ein Angebot! Ob man auch die Zutaten selbst mitbringen muß? Bitte bitte – ich möchte auch den Abwasch selbst erledigen, dann bin ich auch gern bereit, etwas mehr zu zahlen …

Urlaub in Süd-Devon, England – Totnes

Totnes ist ein kleines Städtchen im Landesinneren an einem Hügelhang, auf dessen Spitze eine mittelalterliche Burgruine steht.

So sah es früher aus:

Am Fuß laden Parks und Cafés am Dart River zum Verweilen ein – wirklich angenehm beschaulich und zur Abwechslung mal gar nicht touristisch.

Eine steile Straße führt nach oben – der Blick zurück verheißt nichts Gutes.

Kleine Geschäfte und windschiefer Fachwerkbau …

… ein pechschwarzes Pub …

… und eine eindrucksvolle englisch-gotische Backsteinkirche gegenüber …

… mit Lettner, der den Chor von den Laien trennt.

Und da winkt die Vergangenheit.

Ein netter dreistündiger Aufenthalt, auch wenn man uns auf die Burgruine (s.o.) zehn Minuten vor Toresschluß nicht mehr lassen wollte *grummel*. Dann müssen wir eben nochmal hinfahren.

Urlaub in Süd-Devon, England – Torre Abbey

Die Torre Abbey, ein Mönchskloster von 1196 in Torqay, wurde gerade renoviert und vor einigen Monaten eröffnet, man riecht geradezu noch die frische Farbe an den Wänden. Vielleicht ist es diesem Umstand zu verdanken, daß es noch nicht allzu bekannt ist und sich die Besucherströme sehr in Grenzen halten. Es beherbergt Kunst aller Epochen auf mehreren Etagen.
Draußen kann man die alten Ruinen bestaunen …

… und im hübschen Garten lustwandeln.

Auf der Eingangsebene gibt es erstmal ganz Altes:

Und am Ende eines Ganges eine kleine Kapelle.

Im Treppenhaus schon Kunst … gut, was man hat, kann man ja ruhig mal hinstellen (und wenn es auch nur Gipsfiguren sind).

Ah ja – da geht’s lang …

… in die Ausstellungsräume. Die Vitrine ist noch leer.

Aber das macht nichts. Die Räume sind sehr liebevoll gestaltet.

Hier hängt auch die Mutter des Künstlers (nicht die von Whistler, den Namen habe ich leider vergessen, aber ungefähr die gleiche Zeit).

Aber auch Modernes, kubistisch angehaucht …

… und im Flur Abstraktes. Ein wildes Sammelsurium, wenig aus den jeweiligen Epochen, aber mit viel Liebe und Besitzerstolz aufgehängt. Sehr charmant und reizvoller als so manches große Museum.

Spätes 20. Jahrhundert, die Heizung. Aber auch das Treppenhaus: Stilvoll.

Nanu – eine Christo-Ausstellung?

Ein abschließender Blick nach draußen: Da unten stehen Café-Tische, nix wie hin.

Urlaub in Süd-Devon, England – Exeter Cathedral

Die englische Gotik (hier ab 1224, 24 Jahre vorm Kölner Dom) baut nicht so hoch wie die kontinentale, dafür mehr in die Breite und Länge:

Die Kirche hat mit 100 Metern das längste ununterbrochene Gewölbe der Welt – sehr beeindruckend.

Unzählige Schlußsteine laden ein zum Sattsehen …

… und steifem Nacken.

Die Uhr ist von 1480, als die Sonne sich noch um Mond und Erde drehte – hat auch funktioniert, man wußte trotzdem immer, wie spät es ist.

Seid umarmt, Millionen! Aber ist das nicht schön?

Die Ärmste liegt ein wenig steif, aber ohne Totenkopf hätte es nicht die selbe Wirkung.

Kleines Rätsel: Wieso spiegelt sich der Fotograf nicht? Garantiert keine Retusche.

Vor riesigen Orgelpfeifen liegt dieses Paar, der mächtige Löwe zu seinen Füßen ist Attribut seiner außerordentlichen Männlichkeit. Die beiden sterbenden Schwäne symbolisieren die große Liebe zwischen den beiden, die nun leider auch zu Ende ist.

„Ich bin das Licht der Welt“, hat Jesus mal gesagt, das war um 1600 ein beliebtes Motiv (in Köln hängt ein ähnliches Bild), besonders , weil es sich gut dazu eignete, die von dem Maler Caravaggio entwickelte Methode des starken Licht/Schatten-Kontrastes auszuprobieren.

Orgel und Chorgestühl – die roten Lampen verraten auch neuzeitliches Stilbewußtsein.

Urlaub in Süd-Devon, England – Essen und andere Kuriositäten

Wer in England lecker Essen gehen gehen will, sollte ein indisches Restaurant besuchen. Als Urlauber und Ethnologe sollte man aber tolerant probieren, was der Einheimische angeblich zu sich nimmt. Den Anfang macht das „Full English Breakfast“ (Breakfast heißt nicht Brechfest, auch wenn es ein bißchen so aussieht, sondern Frühstück):

Die Bohnen schmecken süß, das Würstchen fettig, der Speck salzig. Da krieg man Durst, unterwegs kommt einem ein Eis deshalb gerade Recht … seltsam, ein Rieseneis, das ein kleines Eis ißt, das erinnert mich an den Cartoon, wo ein Huhn am Frühstückstisch sitzt und dabei ist, ein Ei zu köpfen.

In den Geschäften kann man heimische Handwerkskunst erwerben.

Mittags braucht man aber was Handfestes, das englische Nationalgericht sind: Fritten, die hier Chips heißen, hier mit gebackenem Teig und Erbsen … gut, in dem Teig ist Fisch, aber von der Menge her kaum der Rede wert. Dafür sind die Erbsen soo trocken, wie ich sie bisher noch nie gegessen habe. Eine interessante Erfahrung.

Der Nachwuchs wird früh mit den kulinarischen Kulturgütern vertraut gemacht.

Beim Flanieren bewundert man stilistisch extravagante Schaufensterdekorationen.

Uff – da müssen wir uns erstmal stärken. Leckere Scones mit Clotted Cream (einer extrafettigen Sahne), Erdbeermarmelade plus Tee …

… ohne Scones *räusper*. Doch, wirklich lecker, hier welche von einer anderen Gelegenheit:

Der Engländer hat Humor. Wenn er seinen Chef besuchen will, wird geraten, die Flasche Wein als Mitbringsel lustig herzurichten: „Reinpussypissen Katzenpiss“ steht auf einem der klebbaren Label, oder auch „Penis Grigio“. Der Chef wird sicher sofort eine Beförderung aussprechen.

Man kann nicht immer Scones essen.

Aber das ist doch wirklich stilvoll: Rote Mülleimer im Grünen ergeben einen schönen Effekt.

Die Eimer sind allerdings nur für einen Zweck reserviert, anderer Müll darf hier nicht hineingeworfen werden (dafür möchte ich als Müllmann nicht zuständig sein):

1000 Pfund Strafe!!! Ich wünschte, hier wäre man auch so konsequent! ( – das ist übrigens kein Lagerfeuer hinter dem Hund).

Ich weiß nicht, warum, aber mir fällt gerade noch eine andere Spezialität ein:

Frisch hergestelltes Fudge, Weichkaramell mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, wirklich sehr lecker. Oder doch lieber ein Malteser-Eis?

Schmeckt aber nicht wirklich gut. Also noch einen Tee (uff – ich kann nicht mehr …).

Was noch? Ach ja – die Frage, wem man dieses gefährliche Spielzeug schenken soll: