Spielplatz Straßenverkehr

Nach Verkehrsminister Dobrindt dachte man: Schlimmer kann es nicht werden – die personifizierte Inkompetenz. Und dann kam Andreas Scheuer. Wo kriegt die CSU solche Leute her? Oder sind die in Bayern der politische Normalfall? Ausbau des öffentlichen Personentransports (Busse, Bahnen), Ausbau der Fahrradinfrastruktur und bessere, sicherere Fußwege, Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs – pah, alles Quatsch, was wir brauchen, sind neue Verkehrsmittel, die Spaß machen. Also lassen wir die Benutzung von Tretrollern im Straßenverkehr zu, da die nicht so viel Platz brauchen, können sie sich schön durchschlängeln zwischen den Autos. Und damit das auch richtig Spaß macht, werden sie elektrisch betrieben und erreichen mit 20 km/h eine Geschwindigkeit, die über der Durchschnittsgeschwindigkeit eines Fahrradfahrers liegt. Abenteuer Großstadt! Tretroller gegen SUVs, das ist spannender als ein Kampf in einer römischen Arena. Helmpflicht? Gut, mindert das Risiko, aber wer risikolos leben will, kann ja gleich ganz zu Hause bleiben. In Köln vergeht kaum ein Tag, an dem kein Unfall passiert, bei dem ein E-Scooterfahrer beteiligt ist.

Die  E-Scooter stehen in der Stadt überall herum und können schnell mit dem Smartphone entsperrt werden. Eine Stunde kostet ungefähr 12 Euro. Besonders am Wochenende sieht man viele Leute damit über Bürgersteige, Fahrradwege und vierspurigen Straßen kreuz und quer und gegen die Fahrtrichtung durch die Gegend brausen, gern auch in angetrunkenem Zustand und/oder zu zweit.
Ich bin gespannt, was Herr Scheuer sich als nächstes einfallen läßt. Autoscooter, wie man sie vom Jahrmarkt kennt? Ein Riesenspaß …

Morgen fahre ich, aber ganz traditionell mit der Eisenbahn, ausgerechnet ins CSU-Land. Ein paar Blogfreunde kommen da her, deswegen weiß ich, daß da nicht nur Dumpfbacken leben. Wanderurlaub – in zwei Wochen bin ich wieder da – wünscht mir gutes Wetter.

Melaten

Was wünscht sich ein Fan eines Gelsenkirchener Fußballvereins für sein eigenes Begräbnis? Daß seine Kumpel an seinem Grab stehen und eine der Vereins-Hymnen singen: „Steh‘ auf, wenn Du ein Schalker bist …“.

Klingt wie ein Witz, aber ich weiß nicht genau, ob es auch so gemeint ist. Falls nicht: Man kann dabei nur verlieren. Die letzte Auferstehung soll – nach Hörensagen, der Fall ist umstritten – vor 2000 Jahren funktioniert haben, und wenn sie in diesem Fall (höchstwahrscheinlich auch) nicht klappt, nährt man den Verdacht, daß man gar kein richtiger Schalke-Anhänger war.

Zitiert wird der Satz in der Ausstellung „Abpfiff: Wenn der Fußball Trauer trägt“, die zum 60-jährigen Jubiläum der „Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner“ in der kleinen Kapelle „St. Maria Magdalena und Lazarus“ auf dem Melaten-Friedhof gezeigt wurde.

Ja, auch Fußballfans sterben irgendwann. Warum sollte man darüber nicht eine lustige Ausstellung machen.

Draußen gibt es ein paar Mustergräber: Die Ecke als Himmel. Warum nicht, aus der Ecke wurden schon so einige denkwürdige Tore geschossen, mit Hilfe eines zweiten, kopfballstarken Spielers – da fühlt man sich nicht so ganz allein … oder wie? Ich weiß auch nicht.

Die Ausstellung begreift sich als „interaktiv“: Hier kann der Besucher sich beteiligen …

… und hier auch. Ja, das macht Spaß. Oder auch nicht, man muß ja nicht.

Damit man mich nicht falsch versteht: Ich bin gegen jede falsche Pietät. Wie jemand seine Trauer über einen Verstorbenen verarbeitet, bleibt ihm oder ihr überlassen, da gibt es keine Regeln, ebensowenig, wie jemand sein eigenes Begräbnis wünscht. Diese Ausstellung alledings läßt mich ein wenig ratlos: Was, bitte, soll das?

Antwort gibt vielleicht diese Postkarte, die man mitnehmen darf: Auf der Rückseite steht: „Kein Job für jedermann. Wir suchen Azubis mit Feuer. Bist du ein Ruhebewahrer?“ Den Friedhofsgärtnern geht der Nachwuchs aus, wohl – wie man offenbar glaubt – weil er sich völlig falsche Vorstellungen macht: Der Arbeitsplatz Friedhof ist eine „feurige“ und oft auch lustige Angelegenheit, und in den Pausen darf gekickert werden.

Die kleine Kapelle (hier zwei Fotos von vor dem neuen Anstrich) stand lange Zeit leer. Bürgerschaftlichem Engagement ist es zu verdanken, daß sie nun wieder Gottesdiensten, Trauerfeiern und auch kultureller Nutzung zur Verfügung steht.

Sie ist im frühgotischen Stil erbaut und war schon 1245 fertiggestellt, drei Jahre vor der Grundsteinlegung des Doms. Tja – da heißt es in allen Fachbüchern, die Gotik in Deutschland habe mit dem Dom angefangen, und in Wirklichkeit …

Auf dem Areal – zu der Zeit weit außerhalb der Stadtmauern – befand sich ein Leprosenheim, worauf übrigens der Name der Kapelle und auch der des Friedhofs hinweisen: Melaten kommt von mal ladre, und das heißt: Krankheit des Lazarus, der vor seiner Wiederbelebung an Lepra gestorben war. Leprakranke, oder „Aussätzige“, wie man sie auch nannte, wurden wegen der Ansteckungsgefahr von der übrigen Bevölkerung separiert, allerdings oft an wichtigen bevölkerten Ausfallstraßen, um ihnen die einzige Tätigkeit zu ermöglichen, die man ihnen zugestand: Die Bettelei. Die Aachener Str. war die vielbenutzte Verbindung zwischen Köln und Aachen (westlich von Aachen, an der Straße nach Maastricht, gibt es noch ein Melatenhaus).

Lepra ist eine bakterielle Krankheit und könnte dank Antibiotika schon längst weltweit ausgerottet sein. Es ist ein Skandal, daß es in Brasilien, Indien und einigen afrikanischen Staaten immer noch zu Neuansteckungen kommt.

Das Leprosenheim wurde 1767 geschlossen. Als ca. 40 Jahre später die Franzosen das Rheinland besetzten, schafften sie Ordnung in Köln: Ein großer Friedhof außerhalb der Stadtmauern, dafür war das Areal gerade richtig, also rissen sie die Häuser ab, nur die kleine Kapelle und der Name blieben.

Das alles wollte ich gar nicht erzählen. Erzählen wollte ich eigentlich, daß es, wenn die Temperaturen über 30 Grad sind und man keine Lust mehr hat auf aufgeheitzte Straßen, überfüllte Parks oder backofenheiße Straßenbahnen, mit denen man an den Stadtrand ins Grüne fahren kann – also, daß es keinen besseren Ort gibt als diesen Friedhof. Er ist sehr schnell zu erreichen, wenn man wie ich in der Innenstadt wohnt, er ist weitläufig, schattig, die Luft ist gut, und vor allem: Man hat seine Ruhe! Daß der leichte Wind leise Musikfetzen eines Festivals herüberträgt, macht es einem erst richtig bewußt, wie fern man von allem ist. Herrlich!

Jüngst wurde von der Stadt eine Diskussion darüber angeregt, wie man Kölner Friedhöfe über ihre bisherige Funktion hinaus nutzen könne. So seien ja durchaus Flächen für Yoga- und Tai-Chi-Gruppen denkbar, oder Schachtische mit mehreren Bänken als Treffpunkt, und warum solle man die Anlagen nicht zum Hundeausführen nutzen können? Es gibt 55 städtische Friedhöfe, fast 500 Hektar – verschenkter Platz, so scheint man zu glauben, wenn da nur Leblose herumliegen. „Friedhof für alle!“, heißt die Devise. Was ist mit Joggen, Trimm-dich-Pfad, Grabsteinspringen? Lagefeuerplätzen für Jugendgruppen? E-Roller-Parcour zwischen den Gräbern? Imbißstände, Bierbuden, Kinderkarrussels, elektronisch verstärkte Musikdarbietungen? Das würde die Event-Ballung in der Innenstadt vielleicht etwas entzerren … Der Protest dagegen ist groß, die Verantwortlichen scheinen zurückzurudern. Ich hoffe, es bleibt dabei.

Ein Foto meiner Begleiterin. Wenn hier die Hunde frei laufen, ist es damit vorbei.

 

Pfingstwochenende

Deutschland kann sich glücklich schätzen: Es ist nichts passiert auf der Welt, über das sich zu berichten lohnte. „Wir machen was mit Tieren, das geht immer“, wird man sich beim Express gedacht haben. „Pico ist so blöd, daß man ihn lieben muß“ – das entspricht vermutlich exakt der Einschätzung der Express-Redakteure über ihre zahlenden Leser, fatalerweise bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht vielleicht recht haben. Meine Begleiterin erinnerte sich gleich an eine Bild-Schlagzeile: „Lottozahlen immer blöder“ – gemeint waren jetzt nicht die Zahlen, die der Schreiber tippte, sondern so allgemein, die Zahlen, die sich ziehen ließen. Mit Blödheit kennen die Redakteure sich offenbar sehr gut aus.

Gamescom (2)

In besonders beliebten Computerspielen wird gemordet und gemetzelt, wie man es sich in seinen kühnsten und widerlichsten Albträumen nicht ausmalen kann: Da werden bevorzugt in dystopischen Landschaften reihenweise Leute mit Maschinenpistolen und -gewehren niedergemäht, die ihrerseits einem nach dem Leben trachten. Es kommen alle Waffen vor, die man sich vorstellen kann, Körperteile fallen ab, Blut spritzt literweise. Was so abschreckend klingt, nehmen die Gamer ganz cool, im Gegenteil, je schrecklicher und ausgefeilter, desto besser. Nun hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, was zu Beginn der Computerspieleentwicklung befürchtet wurde: Aus den Gamern ist keine Horde brutaler Amokläufer geworden, und das ist auch für die Zukunft nicht zu befürchten. Daß auch Amokläufer diese Spiele auf ihren Computern hatten, läßt einen Umkehrschluß nicht zu. Tausende spielen diese Spiele, ohne je zu vergessen, daß es sich um Spiel handelt, und nicht um die Wirklichkeit – ich lese mit Vergnügen Kriminalromane und vergesse dabei auch nie, daß es Romane, also ausgedachte Geschichten sind. Wie mir Computerspieler glaubhaft versichert haben: Man braucht sich keine Sorgen zu machen, daß sie den Unterschied zwischen Fiktion und Realität eines Tages nicht mehr auseinander halten können. In der Gamerszene ist das eine Selbstverständlichkeit, die sich aber bis zu einer „Firma“, die die ganze Stadt mit Plakaten überschwemmt und sogar einen eigenen Messestand auf der Gamescom hat, noch nicht herumgesprochen hat.

Die Bundeswehr wirbt mit den Sprüchen „Multiplayer at its best!“ und „Mehr Open World geht nicht!“ um Nachwuchs. „Multiplayer“ bedeutet in der Gamerszene, daß mehrere Spieler vernetzt in einem Spiel spielen, und „Open World“ ist ein Trend in der Spieleentwicklung, der den Spielern innerhalb einer Spielwelt mehr Bewegungsfreiheit erlaubt. Die Bundeswehr ist also der Meinung, wer Spaß daran hat, mit Kumpels exotische Gegenden zu erforschen und auf alles zu ballern, was sich bewegt, der kann das doch viel besser in den afghanischen Bergen und Wüsten oder in einem afrikanischen Dschungel tun. Nee, was ist das für ein Spaß in der kämpfenden Truppe, und Bezahlung gibt es noch dazu. Und wenn man abgeschossen wird, gibt’s einen Reset-Button und man kann von vorn anfangen – oder etwa nicht?

Nicht die Gamer sind naiv – die Bundeswehr ist es, die Schein und Sein offenbar nicht unterscheiden kann und ihre Einsätze für spielerischen Zeitvertreib hält. Jedenfalls verkauft sie sich so.

Gamescom (1)

Videbitis: „Guten Tag. Bin ich verbunden mit dem Ministerium für unnütze Ausgaben?“
Dr. Gibaus: „Guten Tag. Ministerialdirigent Dr. Gibaus am Apparat. Was kann ich für Sie tun?“
V.: „Ich habe da mal eine Frage zur Gamescom in Köln in der letzten Woche. Da wurden am Rhein an Brücken, Pontons und einigen Häusern blaue Neonröhren angebracht …“
Dr. G.: „Ja, eine sehr schöne Arbeit, das hat viel Spaß gemacht, das für nur fünf Tage umzusetzen.“
V.: „Genau, für nur fünf Tage Neonröhren am Rhein, und der Spaß hat 250.000 Euro gekostet.“
Dr. G: „Wir hätten gern mehr ausgegeben, aber Sie wissen ja, wie das ist.“
V.: „Nein. Woran lag’s? Der Ministerpräsident Erwin Laschet und Oberbürgermeisterin Reker haben sich doch ganz begeistert gezeigt. Und sogar die Staatsministerin für Digitales aus der Hauptstadt war anwesend.“
Dr. G.: „Armin. Armin Laschet. Erwin ist der, der in Wuppertal eine Herrenbutike eröffnen will. Gut, kann man sich für Armin auch gut vorstellen (hehe) … Zu Ihrer Frage: Die Politiker haben natürlich nur die allergeringste Ahnung, worum es da geht, nur irgendwas mit Computern und Spielen. Sie sehen allerdings die steigenden Besucherzahlen: 370.000 in diesem Jahr, mehr als jemals zuvor, über 1.000 Aussteller, 70 Prozent davon aus dem Ausland, und die müssen alle essen und trinken, viele übernachten in der Stadt, alle fahren mit der KVB – was das für Geld in die Stadt spült … sagenhaft! Wie damals mit den Knochen, für die sie den Dom gebaut haben. Und da der Vertrag zwischen der Kölner Messe und den Betreibern demnächst ausläuft und neu verhandelt werden muß, haben die Politiker große Sorge, daß die Gamescom abgeworben wird. Hat Köln ja auch gemacht vor zehn Jahren, vorher war sie in Leipzig.“
V.: „Und die Neonröhren …“
Dr. G.: “ … sind ein Zeichen an alle Besucher, wie gern wir sie haben, und daß wir bereit sind, was für sie zu tun.“
V.: „Ja, aber hätte man das Geld, immerhin eine Viertelmillion, nicht woanders besser … denken Sie doch nur an die vielen maroden Schulen in Köln, wo sogar die sanitären Anlagen dermaßen hinüber sind, daß die Kinder lieber aufs Trinken verzichten oder zum Pinkeln nach Hause gehen.“
Dr. G: „Schlimm. Aber das sollte man nich gegeneinander aufrechnen. Schwimmbäder und Theater werden auch subventioniert, da könnte man auch mit verstopften Klos kommen.“
V.: „Das stimmt, aber Schwimmbäder und Theater dienen der körperlichen und geistigen Ertüchtigung, während die zusätzliche Beleuchtung des Rheinufers reine Dekoration ist.“
Dr. G.: „Und deswegen ist es ja auch eine Aktion unseres Ministeriums. Sonst wäre die Angelegenheit ja bei der Kultur, oder der Gesundheit, oder was weiß ich.“
V.: „Was macht Ihr Ministerium denn sonst noch?“
Dr. G.: „Viel müssen wir nicht machen. Leider erleben wir immer wieder, wie andere Ministerien Ausgaben tätigen, die eigentlich in unser Ressort fallen. Allerdings haben wir einen großen Vorteil: Unsere Vorhandensein rechtfertigt sich durch sich selbst. Oder können Sie mir eine Abteilung nennen, die für uns finanzielle Mittel bereitstellt, außer dem Ministerium für unnütze Ausgaben? Wenn es uns also nicht gäbe, dann gäbe es uns gar nicht. Und das kann ja nun keiner wollen, schließlich verdienen wir unseren Lebensunterhalt hier. Wir fördern den Braunkohleabbau, den Straßen- und Brückenbau durch Naturschutzgebiete, und zur Not haben wir noch ein paar hübsche Autobahnbrücken, die wir anschlußlos in die Gegend stellen können. Und dann müssen wir uns ja wieder Aktionen für die nächste Gamescom ausdenken.“
V.: „Ah ja. Danke für die Auskunft. Auf Wiederhören.“

Alphons-Silbermann-Weg

Ich bin ganz froh, daß es nun wieder etwas kühler wird: Je größer die Hitze, desto mehr neigen die Leute dazu, sich ihrer Kleidung zu entledigen, womit sie auch in der Öffentlichkeit nicht aufhören. Die Leiblichkeit eines Menschen gehört zu seinen intimen Angelegenheiten, mit denen ich nichts zu tun haben möchte, ich fühle mich davon belästigt. Intimität ist deshalb intim, weil sie intim ist, das braucht keine weitere Begründung. Sie schüzt nicht nur jeden einzelnen von uns in seinen nahesten Tätigkeiten, sondern auch alle anderen davor, mit ihnen konfrontiert zu werden. Nicht, daß ich prüde wäre und einem schönen Körper nichts abgewinnen könnte, aber die meisten sind nicht so, die wenigsten würden einen Schönheitswettbewerb gewinnen (ich auch nicht), und so bin ich dankbar, daß die Bewohner meines Kulturkreises überwiegend bekleidet durch das Jahr laufen. Weiße dünne Beine, die aus viel zu weiten kurzen Shorts herausschauen und unten in Adiletten enden, sind eine Beleidigung fürs Auge. Und wenn dann noch über der Gürtellinie ein praller Bauch von einem durgeschwitzen Unterhemd mehr betont als milde kaschiert wird – das ist wahrlich kein schöner Anblick. Einen solchen Aufzug gibt es übrigens geschlechtsneutral.

Und nun machen sich auch noch die Bäume nackig. Ein merkwürdiger Anblick in einer der eigentlich schönsten Platanenalleen der Stadt. In den Nachrichten hörte ich neulich, man solle aufpassen, die Bäume würfen auch ihre Äste ab. Das hielt ich für übertrieben – bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe: Ich saß im Biergarten Rathenauplatz, als plötzlich ein lautes Krachen von splitterndem Holz zu hören war, kurz darauf sah man einen riesigen Platanenast nach unten sausen. Glücklicherweise stand gerade keiner darunter, er wäre gewiss erschlagen worden. Darum, liebe Leute, wenn es über euch kracht, schaut nicht erst neugierig nach oben, dann könnte es bereits zu spät sein – rennt, so schnell ihr könnt, in die Sonne, auch mit dünnen, weißen Beinchen.

Stadt am Strand

 

Niedrigwasser, aber ein paar Schiffe fahren noch, wenn auch nur mit vermindeter Last. Trotzdem sollte man nicht Schwimmen gehen, die Flüsse in Deutschland sind sehr tückisch, an keinem Ort ertrinken mehr Leute.
 

Wer klug ist, setzt sich in den Schatten, wer schön sein will, läßt sich von der Sonne bräunen und bekommt dafür eines Tages den Ehrentitel „Alter Lederstrumpf“ – wenn man nicht vorher von Hautkrebs dahingerafft wird.

Ich weiß nicht, ob das ein Geheimtipp ist, aber man findet fast immer einen schattigen Platz auf den öffentlichen Terrassen der Vereinshäuser an der Alfred-Schütte-Allee, die rechtsrheinisch parallel zum Fluß verläuft.

Meine Begleiterin nennt mich manchmal Kaffeetante – Frechheit! Nur, weil ich auch bei über 30 Grad im Schatten auf meinen Sonntagnachmittagskaffee und -kuchen ungern verzichten würde. Leider macht Café Braun gerade Sommerferien (falls es euch interessiert).