
So soll er einmal aussehen, der „Rheinboulevard“ auf der der Altstadt gegenüberliegenden Seite im rechtsrheinischen Deutz, ich hatte bereits hier davon anläßlich der Rodung des Baumbestandes an dieser Stelle berichtet.

Nun hat man also angefangen zu buddeln (das ist übrigens die andere Seite der Mauer in meinem vorletzten Beitrag) und – oh Wunder – ist quasi mit dem ersten Spatenstich auf historisch wertvolle Architektur gestoßen: Überreste des römischen Kastells aus dem 4. Jahrhundert, Überreste einer mittelalterlichen Kirche, Mauern eines mittelalterlichen Wehrturms und der Unterbau einer ehemaligen Drehscheibe des Bergisch-Märkischen Bahnhofs aus dem 19. Jahrhundert – insgesamt 1700 Jahre Stadtgeschichte auf einem Fleck. Tja, was macht man nun damit? Entgegen aller Erwartungen sagte das zuständige Grünflächenamt sofort zu, dieses historische Erbe müsse unbedingt erhalten bleiben. Der Kölner reibt sich die Augen: Eine Stadtverwaltung, in der die Kollegen Klüngel und Murks normalerweise das Sagen haben, hat von sich aus eine gute Idee? Kann doch gar nicht sein … und ist auch nicht so! „Erhalten“ nach des Amtes Sprachgebrauch heißt: Ausgraben, alles schön dokumentieren, wieder zuschütten, zubetonieren und hier und da ein paar Hinweisschilder, Markierungen im Pflaster und Sichtfenster in den Boden installieren. Kein Scherz!

Inzwischen gibt es eine Bürgerinitiative („Bürger für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Deutz“), die sich dafür einsetzt, diese überraschende und bedeutende „Schatztruhe“ so instand zu setzen, daß das ganze Areal sicht- und erlebbar erhalten bleibt. Ich bin gespannt.