Vorm Zoogeschäft

Man kauft 10 Stück, und wenn man sie zu Hause ins Terrarium setzen will, sind nur noch 5 da – genial, jedenfalls für den Umsatz des Zoogeschäfts. Und wenn die übrigen sich gegenseitig gefressen haben, bleibt nur noch eine übrig, die dann an Hunger stirbt, wenn man nicht nachfüttert – mit neuen Schnecken. Vielleicht sind dafür die Apfelschnecken gut? Quasi eine Selbstauflösung ad infinitum – eine Art überlebt nur, indem sie sich schier endlos selbst vernichtet … kommt mir irgenwie bekannt vor: Diese Schnecken müssen eine menschliche Züchtung sein.
Das Geschäftsmodell gibt es übrigens schon lange, auch wenn sonst nicht so offen damit geworben wird. Gerade erst habe ich in einer TV-Doku gesehen, daß Mitte des 20. Jahrhunderts mal ein Amerikaner ernsthaft die Idee hatte, alle Waren mit einem gesetzlichen Verfallsdatum zu versehen: Man kauft z.B. einen Stuhl (Tisch/Kühlschrank/Auto usw.), und nach einem halben Jahr muß man ihn zum Müll geben, egal, in welchem Zustand er ist, und einen neuen kaufen. Nur so ließe sich Wachstum aufrecht erhalten. Das Gesetz hatte natürlich keine Chance, ist ja lächerlich … man hat die Waren dann gleich so hergestellt, daß sie nicht lange halten. Kaum gekauft, schon kaputt – die Schnecken können eigentlich keine Häuser haben, der ganze Hausrat würde über kurz oder lang keinen Platz mehr lassen für anderes im Terrarium.

0 Antworten zu “Vorm Zoogeschäft

  1. Schnecken im Aquarium sind echt ein Problem und eine Apfelschnecke ist dann ein Segen! 🙂
    Aber natürlich animiert das zu den Gedanken, die du hier beschreibst.

    Das Konzept des Amerikaners ist bereits voll verwirklicht worden. Bei Videorekordern, Handies, PCs usw., das Haltbarkeitsdatum reicht genau so lange, wie die Garantie währt. 😉

    Von daher liebe ich alle Dinge, die man ein Leben lang hat und sogar noch weiter vererben kann.

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  2. Eine Apfelschnecke ist ein Segen? Du sprichst von Gebäck, oder? Ich eß ja lieber Rosinenschnecken, die gibt’s aber nicht im Zoogeschäft. 😉

    Verrückt, in der Doku wurde von Tintenstrahldruckern berichtet, die einen eingebauten Chip haben, auf dem die gedruckten Seiten mitgezählt werden. Ab einer bestimmten Anzahl gibt der Chip dem ganzen Gerät den Befehl, einen irreparablen Defekt zu simulieren.

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  3. Die Socken! In jeder Strumpfabteilung der Warenhäuser müßte so ein Warnschild stehen: „Socken fressende Socken.“ Erst knabbern sie sich nur gegenseitig an, aber plötzlich überfällt sie der Heißhunger, besonders gern in Waschmaschinen, und wenn man sie dann zum Trocknen aufhängen will, hat man plötzlich eine ungerade Zahl. Mein Tipp: Die übriggebliebene Socke nicht wegwerfen, sondern immer dazugeben zur Wäsche, irgenwann paßt die Anzahl wieder.

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  4. Du machst eigentlich keinen vergeßlichen Eindruck – und ich vergeß es auch nicht. Und ich kenn noch ein paar Leute, die sich weitgehend dem Konsumzwang verweigern, auch wenn man es ganz natürlich nicht kann, oder nur unter größten Schwierigkeiten.

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