Hohe Str.

In Köln gibt es ca. 130 Spielhallen mit 2160 Geräten, 1800 Geräte stehen zusätzlich in Gaststätten. Der Spielverlust der Spieler beträgt allein in Köln schätzungsweise 60.250.000,00 Euro im Jahr (2010) – da lohnt es sich, fast rund um die Uhr geöffnet zu haben und den Spielern ausgiebig Gelegenheit zu geben, ihre Existenz zu verzocken. Das spült natürlich jede Menge Gewerbe- und Vergnügungssteuer in die öffentlichen Haushalte, die nicht gegengerechnet werden gegen die Kosten, die Spielsucht erzeugt – wie will man das Elend, das der finanzielle Ruin einer Familie erzeugt, auch in Euro umrechnen? Und damit das Interesse an einer Änderung der Verhältnisse auch gering bleibt, hat der führende Spielhallenkonzern, die Gauselmann AG, in den letzten 20 Jahren über eine Millionen Euro an Politiker der SPD, CDU/CSU, FDP und Grüne gespendet – in kleinen Scheinen, versteht sich, damit die Spenden nicht in den Rechenschaftsberichten der Parteien auftauchen.

0 Antworten zu “Hohe Str.

  1. Holla! Na das sind Zahlen.
    Ich finde solche „Spielhöllen“ haben immer so einen schmuddeligen Touch, fast wie Pornokinos (in meiner Vorstellung, ich war noch nie in einem) oder Autobahnklos (da war ich leider schon).
    Der Witz bei Spielautomaten ist, daß eigentlich fast jeder Anfänger erstmal gewinnt, ich frage mich immer, wie das geht. Aber es ist so. Dann hängt man am Haken.
    Als ich das erste Mal an einem „einarmigen Banditen“ saß (in Brighton am Pier), spuckte der so viele Pence aus, daß ich meinen Vater bat, ne Tüte zu organisieren. 😉
    Als Kind hatte ich einen Schulfreund bei dessen Eltern hing so eine „Daddelkiste“ in der Küche. Fand ich toll. Vor allem, weil wir das verspielte Geld hinten wieder rausholen konnten. Aber allein die Geräusche! Was bringt Menschen dazu, sich so was privat in die Wohnung zu hängen?! (Ich glaube, der Vater war in der Branche.)

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  2. Früher standen in solchen Spielhallen auch Tischkickertische und man konnte Poolbilliard spielen, habe ich immer gern gemacht, aber ich glaube, das ist vorbei, jetzt sind da nur noch Geldautomaten. Als Jugendlicher habe ich auch mal eine „Große Serie“ gewonnen, mit einem Einsatz von 20 Pfennig erzielte ich einen Gewinn von 36 DM, was für mich fast unvorstellbar viel war. Und der Reiz ist groß, das wieder und wieder zu versuchen, wobei ich mir immer nur schwer vorstellen konnte, wie man sein ganzes Hab und Gut (und das seiner nächsten Verwandten) an diese Dinger verlieren kann. Aber irgendwo müssen die 60 Mio. ja herkommen.

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  3. Öps, mir ist vorhin siedendheiß eingefallen, daß ich deinen Geburtstag glatt vergessen habe- Asche auf mein Haupt und alles Liebe nachträglich!

    Zum Spielen: Mein Mann hatte früher immer die Angewohnheit in unserer Lieblingspommesbude die Daddelkiste mit dem Wechselgeld zu füttern. Und oft waren dann unsere Fritten umsonst.
    Einmal kam tatsächlich 40 Mark aus dem Ding gesprudelt, da haben wir uns richtig gefreut, denn wir waren gerade knapp bei Kasse. ich glaube, so geht’s. Aber wie man da immer wieder hinfahren kann, in der Hoffnung auf „die große Serie“ (Einmal muß dat doch klappen!), das kann man nur mit dem ganz normalen Irrsinn erklären.

    Apropos Pommesbude und Geburtstag: Deine Geburtsstadt hat nen neuen (?) Grill, der ganz hervorragend ist, dort hab ich den leckersten vegetarischen Döner meines Lebens gegessen. Bin begeistert!

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  4. Oh oh, woher hast Du denn die ganze Info? Bei mir im HAus wohnt einer, der hängt sozusagen an der Nadel, den hab ich mal aus so einer Bude geholt, er hatte glatt sein töchterchen vergessen, die zu Hause auf ihn wartete und schon am heulen war, weil dsie dachte ihrem Dad wär was passiert. War ne richtig eklige Geschichte! das Ding auf Deinem Photo schaut ja richtig suber aus, da müßtest Du mal die Spelunke hier sehen….Wünsche schönes Wochenende! lg Sabine

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  5. Die Infos gibt es im Internet, schau hier gibt es eine gute Seite für NRW:
    http://www.landesfachstelle-gluecksspielsucht-nrw.de/abfrage/

    Ja, das sind ganz üble Geschichten, ein entfernter Bekannter hat in einer Spielhalle nicht nur sein Gehalt der nächsten Jahre, sondern auch seine Ehe und seine drei Kinder verspielt.

    Die Spielhallen in der Innenstadt sehen alle proper aus; je weiter es in die Randgebiete geht, desto dubioser ist der Eindruck, den sie machen.

    Dir auch ein schönes Wochenende!

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  6. *lach* nein nein. Daß Du das nicht kennst, ehrt Dich: Er machte Schulden ohne Ende, die er nicht begleichen konnte. Sein Gehalt wurde gepfändet, bis er seinen Job verlor, seine Ehefrau verließ ihn, weil sie es nicht mehr aushalten konnte, und nahm die drei Kinder mit. Das hört sich vielleicht an wie ein schlechter Roman, ist aber tatsächlich passiert. Und ich vermute, das ist kein Einzelfall.

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  7. Aishe, die Tochter des Grillbesitzers Mustafa von „Istanbul“ in der Haferkampstr., hat sich in Enno Fiete verliebt, den Sohn von Kutterschifferin Geschke Onken. Mustafa sieht das gar nicht gern, also treffen sich seine Tochter und Enno Fiete heimlich im Granatpulraum am Hafen. Dort werden sie von Geschke erwischt, die aber gar nicht böse ist, erinnert sie die Liäson doch an längst vergangene Tage, als sie und Mustafa sich an dem selben Ort getroffen hatten. Sie besucht den mißtrauischen Mustafa in seinem Grill und will mit ihm reden, doch dem geht plötzlich auf, wieso seine Tochter in letzter Zeit so oft nach Fisch riecht, er bedroht Geschke mit einem Dönerspieß.
    Als Aishe am Abend nach Hause kommt, liegt ihr Vater tot hinterm Tresen, in seinem Mund steckt ein vegetarischer Döner, daneben ein Zettel mit der Aufschrift: „Verräter!“ …

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