„Wat den Eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall“, heißt es in meiner alten, plattdeutschen Heimat: Ich finde es ganz schön, wenn der Weihnachtsmarkt nicht so überfüllt ist, man kann entspannt durch die Gänge schlendern, sich neugierig den ganzen Überflußkram ansehen und in Ruhe Glühwein trinken, ohne angerempelt zu werden und sich dabei die Jacke vollzusauen. Die Händler dagegen beklagen den Besucherrückgang und das nur schleppende Anlaufen der Geschäfte. Es sollen vor allem die Gäste aus dem Ausland sein, die wegbleiben.
Laut einer neuen Umfrage haben 61 Prozent der Befragten Angst vor einem islamistisch motivierten Anschlag. Ein Fachmann sagte dagegen neulich im Fernsehen, es sei in Deutschland wahrscheinlicher, an einem Kugelschreiber im Hals zu ersticken als bei einem Terrorakt zu sterben. Der Vergleich irritiert mich etwas, nicht so sehr wegen des Mengenverhältnisses, sondern wegen des Bildes, das sich sogleich in meiner Vorstellung bildet: Da gibt es also Leute, die mit einem Kugelschreiber … ja, was tun? Amateurhaft Schwertschlucken üben? Darauf herumkauen und ihn aus Versehen in die Luftröhre bekommen? Und gibt es tatsächlich jemanden, der eine Statistik führt über diese unglückliche Art zu sterben? Ich glaube, ich brauch noch einen Glühwein …
