Heumarkt

Die „neue“ U-Bahnhaltestelle Heumarkt (sie ist seit Dezember 2013 in Betrieb) wird aus nachvollziehbaren Gründen gern mit einer Kathedrale verglichen. Sie ist die größte Haltestelle der Stadt, was wohl damit zusammenhängt, daß man sie eventuell noch ausbauen will: Die Zwischenhalle auf dem Foto ist von Ost nach West ausgerichtet, über ihr fahren zur Zeit noch mehrere Straßenbahnlinien, die von der Deutzer Brücke kommen oder hinauffahren. Wenn diese Linien irgendwann mal unterirdisch geleitet werden sollen (was hoffentlich niemals passiert), muß man hier nur noch verhältnismäßig wenig anpassen.

Vorerst jedoch wurde die Haltestelle für die neue Nord-Süd-U-Bahn gebaut, die vom Bahnhof unter der Altstadt und dem Severinsviertel in den Kölner Süden führt – besser gesagt: Führen sollte, denn die nächste Station nach Heumarkt wäre der Waidmarkt gewesen, der Ort, wo aufgrund der U-Bahnarbeiten im Jahr 2009 das Historische Archiv zusammenstürzte. Die schon seit Jahren fertigen Stationen südlich der Einsturzstelle sollen nun nächste Woche in Betrieb genommen werden.

Köln scheint in einer Art Wettbewerb mit mit Berlin und Hamburg zu stehen: In welcher Stadt baut man am längsten und am teuersten an einem öffentlichen Gebäude? Was die Dauer betrifft, sind wir weit vorn: Die Elbphilharmonie 2007 bis voraussichtlich 2017 (Kosten von usprünglich veranschlagten 77 Mio. auf 789 Mio. gestiegen), Berliner Flughafen 2006 auch bis 2017 (kann man das glauben? Das hat sicherlich noch Luft nach oben, ebenso wie die Kosten: Ursprünglich veranschlagt waren 500 Mio., jetzt spricht man bereit von 6 Milliarden), die Kölner U-Bahn 2004 bis vermutlich mindestens 2023! 20 Jahre – wir werden wahrscheinlich Erster! Nur mit den Kosten müssen wir uns noch mehr anstrengen – die veranschlagten 630 Mio. Euro haben sich ungefähr verdreifacht – nach jetziger Schätzung. Da geht sicherlich auch noch was.

12 Antworten zu “Heumarkt

  1. Tolle Fotos!

    Und wat für Zahlen! Da kann einem nur schwindelig werden.
    Ich stell mir das immer als Normalbürger vor: tja, liebe Bank, wir wissen, wir haben uns ursprünglich nur 300 000 für das Haus leihen wollen, aber wir haben so dusselig geplant und so viel dran rumgepfuscht, abgerissen und umgebaut, daß wir jetzt bei 3 Millionen sind, die wir brauchen.

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  2. …die Fotos sind beeindruckend! …aber die Rolltreppen machen mir mit ihrer Höhe Angst und die Atmosphäre auf diesem Bahnhof ist mir zu kalt…von Architekten entworfen, die sich selbst darstellen wollen und weniger an das Wohlgefühl der Menschen denken…

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    • Danke! Ja, ob sich hier jemand wohlfühlt oder nicht ist wohl tatsächlich ein Aspekt, der hier gar keine Berücksichtigung findet. Architekten interessiert der „große Wurf“, die Bauherren die reine Funktionalität.

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  3. Dezember 2013. Uff. Da merk ich auch mal wieder, wie lange ich schon von Zuhause weg bin. Dass ich in Köln-Lindenthal zur Schule gegangen bin, hatte ich dir, glaube ich, ja mal erzählt. Und da Autofahren in Köln meiner Meinung nach an Selbstmord grenzt, bin ich natürlich immer mit der Bahn gefahren. Wie oft hab ich mich gefragt, wenn wir am Heumarkt vorbeigekommen sind, wie lange das wohl noch dauern wird „da unten“. Tja, hab’s um 6 Monate verpasst, im Sommer 2013 war ich ja weg^^

    Schön geworden ist die Station, hätte ich gar nicht gedacht. Auch nicht, dass sie so riesig ist.

    Ich werfe eine weitere Wette in den Raum: was geschieht eher? Dass die Kölner U-Bahn fertig wird, oder dass Klein-Heaven wieder nach Hause an den linken Niederrhein kommt?

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    • Ich setze aufs Zweite. Aber heirate Du ruhig erst, kriege mehrere Kinder, und wenn die dann erwachsen und aus dem Haus sind und Du Sehnsucht hast nach der alten Heimat, kannst Du die Baustellen wahrscheinlich immer noch besichtigen. Sie geben ja keine Ruhe, die Baufirmen wollen ja weiterhin Gewinne machen: Wie gesagt, die Halle ist jetzt schon parat für die Linien 1, 7 und 9, die Strecke bis zur nächsten Station Neumarkt wird irgendwann untertunnelt, damit man 10 Sekunden schneller da ist. Zeit ist Geld.

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      • Heiraten ja, Kinder nein.^^

        Dabei fällt mir ein, dass man in meinem Heimatort einen Gewerbepark „baut“ (bisher wurde genau EIN Gebäude errichtet), seitdem ich da 2009 weggezogen bin.

        Wow. Nur 10 Sekunden bis zum Neumarkt. Vorher waren es…15? *lach*

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