350,- Euro im Schnitt läßt jeder Übernachtungsgast während der Vorweihnachtszeit in Köln, erzählte der Tourismus-Chef der Stadt der hiesigen Zeitung, und ich stelle mir vor, wie er dabei grinsend seine Hände reibt und denkt: Diese Vollidioten. Ist es nicht Betrug, wenn jedes Jahr zig Tausende in die Stadt kommen und ihnen mit so minderwertiger Ware wie Glühwein aus dem Tetrapack das Geld aus der Tasche gezogen wird? Nun, ethisch betrachtet ist das nicht nur fragwürdig, sondern absolut verwerflich. Wirtschaftlich betrachtet ist das jedoch vollkommen legitim: Wenn jemand für eine Sache über den eigentlichen Wert dieser Sache hinaus etwas bezahlt, so bildet dieses Zuviel den Gewinn des Anbieters. Unser ganzes Wirtschaftsystem fußt darauf. Und wenn die Gäste auf den Weihnachtsmärkten sogar bereit sind, ein Vielfaches von dem zu bezahlen, was ihnen sonst schon abgezockt wird: Das hier ist ein freies Land, sie müssen ja nichts kaufen.
Wenn die Massen in die Stadt strömen, muß es woanders eigentlich leer sein. Tatsächlich, eine Viertelstunde mit dem Nahverkehr nach Erftstadt – kein Mensch zu sehen. Gute Luft, Stille. Und matschige Wege – oh no, diese Natur!
Familie Schwan nimmt die Umstände gelassen, und wir natürlich auch. Besonders, weil wir wissen, was uns noch erwartet:
Mit Einsetzen der Dunkelheit gibt es im Waldbiergarten ein offenes Feuer. Sehr schön!
Und für die riesige Portion von hausgemachtem Rahmkraut, das es hier gibt, würde ich jeden Preis bezahlen.
