Museumscafé

Ein Geheimtipp? Wohl kaum, jedenfalls nicht mehr. Das Café im Museum für Ostasiatische Kunst mit Blick auf den Aachener Weiher ist aber vor allem am Wochenende überlaufen, in der Woche findet man meistens einen Platz, da es etwas abseits der Touristenströme liegt. Ein Besuch lohnt sich, der Kuchen ist ausgezeichnet, und wenn man will, kann man auch gleich das Museum oder eine der zahlreichen Ausstellungen besuchen.

Stadion

Diese Musik- und Bild-Collage machte ich ganz zu Anfang meines Blogs, einerseits, um Bilder des Stadions zu dokumentieren, andererseits, um zu zeigen, daß die eigentlichen sakralen Bauwerke der Gegenwart nicht mehr Kirchen sind, die ja unter einem ständig zunehmendem Besucherschwund zu leiden haben, sondern, überspitzt gesagt, Großarenen, in denen nur einer Sportart gehuldigt wird, dem Fußball. Die oft zig-tausendköpfige Gemeinde pilgert, angetan mit speziellen Schals, Fahnen und anderen quasireligiösen Emblemen und nicht selten unter Einfluß berauschender Substanzen, an bestimmten Tagen zum Ort der Verehrung, dort werden gemeinsame Rituale und Gesänge zelebriert, bis man sich geläutert (oder auch nicht) wieder auf den Heimweg macht, wobei man sich schon auf die nächste Zeremonie freut. Nüchtern betrachtet wirken die Großarenen nicht nur – wegen ihrer Architektur – großartig, sondern auch – und auch damit durchaus vergleichbar mit den althergebrachten Kathedralen – einschüchternd und größenwahnsinnig: Wieviel Energie aufgebracht wurde für ein Gebäude dieser monumentalen Größe, das meistens leer steht, und für einen Anlaß, der der Vernunft so fern ist wie die Bundesliga dem Gesundheitssport!

Die Gleichsetzung Großarena / Kathedrale ist natürlich eine satirische Übertreibung – dachte ich bis zum letzten Wochenende. Da wurde für einen mir bisher unbekannten Sportler, den seine Krankheit und das Unvermögen der Leistungsesellschaft, damit umzugehen, in den Tod getrieben hat, in einem Stadion vor 40.000 Menschen eine Begräbnisfeier abgehalten, fünf Fernsehstationen berichteten live. Daß man nun plant, die großen Barockaltäre aus den Kirchen zu holen, um sie in Stadien wieder aufzustellen, halte ich allerdings für ein Gerücht.

Wegen einer Grippe …

… heute mal kein Bildbeitrag, ich bin zu schlapp. Rechtzeitig zum Wochenende hat die Schweinegrippe mich niedergestreckt, und für alle, die es nicht schon wußten, kann ich Entwarnung geben: Das ist zwar nicht angenehm, aber in etwa vergleichbar mit den Erkältungskrankheiten, die man sonst auch kriegt: Kopf- und Halsschmerzen, laufende Nase, ein anfänglich schmerzhafter Husten, erhöhte Temperatur und Müdigkeit. Das Fernsehprogramm ist übrigens nicht so schlecht, wie man immer sagt, wenn man beim Schauen leicht neben der Kappe ist und zwischendurch immer mal einschläft.

Bevor ich heute morgen zum Arzt ging, rief ich in der Praxis an, ob ich überhaupt kommen sollte, oder ob der Arzt vielleicht Hausbesuche macht, schließlich sind die Empfehlungen in den Medien so, daß man nicht das Haus verlassen, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und nicht das Wartezimmer des angesteuerten Arztes verspesten sollte. „Kein Problem, kommense vorbei,“ hieß es.
Während ich die 10 Euro Begrüßungsgeld Praxisgebühr bezahlte, erzählte mir die Arzthelferin, daß das Telefon nicht mehr still stehe, die Leute wollen beim kleinsten Schnupfen wissen, ob sie einen Test auf Schweinegrippe machen lassen könnten, dabei werde ein Test grundsätzlich nicht mehr durchgeführt, und auch eine Meldepflicht bestehe ja nur noch im Todesfall. Schweinegrippe – Erkältungsalltag auf ganzer Linie, jedenfalls für Ärzte. Entsprechend kurz war auch die 2-Minuten-„Untersuchung“: „Viel Ruhe, viel Wasser trinken, Vitamin C ist nicht schlecht, gute Besserung, auf Wiedersehen.“ Ach was! Genau das selbe hat mir meine Kollegin heute morgen am Telefon auch erzählt – ich will sofort die 10 Euro wiederhaben! Nix da – schließlich gibt es noch eine Krankschreibung und ein Rezept – jedenfalls sah es wie eins aus – nach dessen Vorlage ich in der Apotheke ein Fläschchen Umckaloboxyz oder so ähnlich bekam, wofür ich nochmal 10 Euro bezahlen mußte. Komisch, irgendwie habe ich entfernt in Erinnerung, daß ich für einen Krankheitsfall versichert bin … so kann man sich täuschen. Vielleicht fiebere ich ja noch.

Museum Schnütgen

Das Museum Schnütgen ist in einem alten romanischen Kirchengebäude untergebracht und hat eine hervorragende Akustik, weshalb hier immer mal wieder Gesangsveranstaltungen zu hören sind.

Das Museum beherbergt eine der größten Sammlungen mittelalterlicher Sakralkunst in Europa, die zurückgeht auf die Spende des Domkapitulars und Sammlers Alexander Schnütgen im Jahre 1906.

Die Sammlung umfaßt inzwischen 13.000 Objekte, allerdings können nur ca. 10% ausgestellt werden. Noch vor 20 Jahren war die Kirche vollgestopft mit Exponaten, man konnte sich kaum drehen und wurde andauernd ermahnt, doch vorsichtig zu sein. Inzwischen hat man das Konzept glücklicherweise geändert, die einzelnen Stücke erhalten so mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit – und der Raum kommt zur Geltung. Ein Besuch lohnt sich schon allein wegen der Atmosphäre, selbst wenn man mit mittelalterlicher Kunst nicht viel anfangen kann.

Maritim Köln

Zwischen 128,00 und 358,00 Euro muß man pro Nacht für ein Doppelzimmer im Hotel Maritim bezahlen, je nachdem, ob man in den Innenhof oder auf den Rhein blicken will. Die Dimensionen des Gebäudes sind beeindruckend, die Ausstattung auf den ersten Blick eher kläglich: Das blitzt und blinkt überall und soll den Eindruck von Pracht und Reichtum vermitteln, wirkt aber eher protzig, seelenlos, kalt, billig, mehr gewollt als gekonnt.

Mit den güldenen Aufzügen fahren darf jeder, das reinste Märchen.

Der Innenhof ist ringsum von Gastronomie und kleinen teuren Modegeschäften umgeben. „Ein Abend im Schlaraffenland,“ steht da auf der Tafel, für schlappe 55 Euro pro Person. Sehr desillusionierend, das Schlaraffenland habe ich mir anders vorgestellt.

Auf der anderen Seite der Halle führt eine kleine Brücke direkt zur Rheinpromenade. Und siehe da: Die ungeschönte Wirklichkeit!

Aachener Str.

Die Aachener Str. mit inzwischen 1420 Hausnummern ist vermutlich schon so alt wie die Stadt selbst. Die Römer sind hier bereits mit bestrumpften Füßen in den Sandalen entlangmarschiert, wenn sie aus Richtung Gallien zum östlichen Vorposten des römischen Reiches wollten. Im Mittelalter reisten hier die in Aachen gekrönten Könige samt Gefolge auf der schnurgeraden Straße in die Domstadt, um sich angesichts der Gebeine der Hlg. Drei Könige geistlichen Segen im Dom geben zu lassen. Heute gewinnt der Besucher, der von Westen her mit offenen Augen Richtung Innenstadt fährt, einen guten Querschnitt durch die Pracht und Häßlichkeit der Bebauung.
An einem verkehrstechnischen Nadelör, dem Stadtteil Braunsfeld, steht dieses bemerkenswerte Schild, das den Gast zum kulinarischen Hochgenuß in einen anderen Stadtteil locken will, denn: „Da ist die Welt noch in Ordnung“ (- wer das mag, wird sich da auch wohlfühlen).
Außerdem legt es nahe, der Globus sei eine pappige Teigware aus totgequetschtem Weizen mit einer Scheibe gepökeltem und gefärbtem Formfett, und der so gut wie nichts wert ist – kann ja sein, daß es so ähnlich tatsächlich kommt. Ich wüßte ja zu gern, was PentAgrion dazu sagt.

Christuskirche in der Werderstr.

Unheimliche Wasserspeier haben an Kirchtürmen nicht nur die Funktion, das Regenwasser abzuleiten, sondern auch die, Dämonen abzuschrecken, vergleichbar den Schattenrissen von Vögeln, die heutzutage auf Glaswänden und -fenstern kleben, damit Tauben und Singvögel abgeschreckt werden, was allerdings oft wenig nützt. Und wahrscheinlich ist es mit den Dämonen genauso.

Dieser Wasserspeier hängt am Turm der evangelischen Christuskirche, die 1891-94 im Neorenaissancestil erbaut wurde. Allerdings hat nur der Turm den 2. WK überlebt, die Kirchenhalle ist ein Bau der 50er Jahre. Ich weiß nicht genau, warum (ich vermute: Rückgang der Mitglieder und Geldnot), aber man plant, die Halle abzureißen und Wohnkomplexe zu errichten:

Zwei fünfgeschössige Riegel, die sich gegenüberstehen, dazwischen ein überdachter Gemeinderaum und ein „sakraler“ Garten. Obwohl die Gebäude nicht höher wären als die gegenüberliegenden, würde sich durch ihre wuchtige Ausdehnung der Charakter des Platzes durch die Veränderung der Sichtachsen komplett wandeln.

(Quelle)

Da zu wohnen wäre vielleicht nicht soo schlecht, allerdings würde mir das ewige nahe Gebimmel der Kirchenglocken schnell auf die Nerven gehen.
Noch mehr Informationen gibt es hier: „Wohnen in der Kirchenmauer“, wo ich auch den Grundriß ausgeliehen habe.

PS: So sah die Kirche früher aus:

Christuskirche, Herwarthstr., 50672 Köln - Neustadt-Nord
(Quelle: Bitte auf das Bild klicken)

Galerie Ammann, Teutoburger Str.

Zu den Architekturtagen ‚plan 09‘ Ende September wurden in einer kleinen Galerie großformatige Bilder der Schweizer Fotografien Hélène Binet gezeigt, die seit 20 Jahren Architektur fotografiert. Die kleine Auswahl in der Galerie berücksichtigt nur Fotos von Gebäuden Peter Zumthors, Gebäude, die sich aufgrund ihrer Eigenästhetik, die am besten ohne Menschen auskommt (ich berichtete), hervorragend eignen für diese Art der Fotografie.

Brüsseler Str.

Fassadenbegrünung in der Stadt hebt die gefühlte und tatsächliche Lebensqualität: Es sieht gut aus (finde ich), dämmt den Schall, bindet Staub (besonders wichtig bei Feinstaub) und wirkt sich günstig aus auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Nachdem Ende der 80er Jahre in Köln die Aufrüstung der Gebäude mit Kletterhilfen für die Pflanzen massiv mit öffentlichen Geldern gefördert wurde, ist jetzt eher ein Rückgang der Bepflanzung zu bemerken. Man kann nur hoffen, daß das Bewußtsein für die Notwendigkeit von Natur in der Stadt bald wieder wächst – und damit meine ich nicht Blumenrabatte auf Verkehrsinseln.