Christuskirche in der Werderstr.

Unheimliche Wasserspeier haben an Kirchtürmen nicht nur die Funktion, das Regenwasser abzuleiten, sondern auch die, Dämonen abzuschrecken, vergleichbar den Schattenrissen von Vögeln, die heutzutage auf Glaswänden und -fenstern kleben, damit Tauben und Singvögel abgeschreckt werden, was allerdings oft wenig nützt. Und wahrscheinlich ist es mit den Dämonen genauso.

Dieser Wasserspeier hängt am Turm der evangelischen Christuskirche, die 1891-94 im Neorenaissancestil erbaut wurde. Allerdings hat nur der Turm den 2. WK überlebt, die Kirchenhalle ist ein Bau der 50er Jahre. Ich weiß nicht genau, warum (ich vermute: Rückgang der Mitglieder und Geldnot), aber man plant, die Halle abzureißen und Wohnkomplexe zu errichten:

Zwei fünfgeschössige Riegel, die sich gegenüberstehen, dazwischen ein überdachter Gemeinderaum und ein „sakraler“ Garten. Obwohl die Gebäude nicht höher wären als die gegenüberliegenden, würde sich durch ihre wuchtige Ausdehnung der Charakter des Platzes durch die Veränderung der Sichtachsen komplett wandeln.

(Quelle)

Da zu wohnen wäre vielleicht nicht soo schlecht, allerdings würde mir das ewige nahe Gebimmel der Kirchenglocken schnell auf die Nerven gehen.
Noch mehr Informationen gibt es hier: „Wohnen in der Kirchenmauer“, wo ich auch den Grundriß ausgeliehen habe.

PS: So sah die Kirche früher aus:

Christuskirche, Herwarthstr., 50672 Köln - Neustadt-Nord
(Quelle: Bitte auf das Bild klicken)

0 Antworten zu “Christuskirche in der Werderstr.

  1. Die Neuplanung finde ich sehr gelungen!
    Ich würde sie aber auf die rechte Seite machen und den alten Teil widmungsfremd vermieten. Theater, Konzerthalle, Disco, etc.
    Was das dauernde Gebimmel anbelangt:
    Hier bimmelt man nur zur Morgen- und zur Abendmesse.
    Ersteres heißt: Aufstehen, zweitereres: Nachtmahl. Alles nicht so schlimm. 😉

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  2. Die rechte Seite ist schon bebaut, das geht nicht. Hier werden, glaube ich, auch die Stunden angebimmelt, aufsteigend bis vier Schläge alle viertel Stunde, dann die Stundenzahl – und natürlich immer ein wildes Getöse, wenn Messe oder Predigt ist, die reinste akustische Umweltverschmutzung. Aber Du hast recht, alles nicht so schlimm, außer, man wohnt direkt daneben.

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  3. Man hört es nicht mehr.
    Hier bimmelt eine Pendeluhr. Und wenn ich schnarchtechnisch ausziehe, dann höre ich die viertel-halb und ganzstündliche Bimmlerei gar nicht mehr.
    Ich mein, wenn man einmal nichts mehr hört, dann ist man entweder terrisch oder schaut sich die Radieschen von unten an. 😉

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