Subbelrather Str.

Da, wo die Autobahn 57 endet, an der Subbelrather Str., haben die Autofahrer eine relativ lange Rotphase, die der Jongleur nutzt, um die Wartenden mit seiner Kunst zu unterhalten. Sein Zeitmanagement ist sehr genau, denn am Ende seiner Darbietung hat er gerade noch Zeit, um zwischen den ca. ersten fünf Autopaaren entlangzulaufen und um eine kleine Spende zu bitten. Das Geschäft muß sich lohnen, ich habe hier schon öfter Jongleure gesehen.

Im Mediapark

Zuerst ein Zitat aus Wikipedia: „Ein Logo ist ein grafisches Zeichen (Signet), das ein bestimmtes Subjekt repräsentiert – z. B. … eine Organisation … Es kann als reine Bildmarke … gestaltet sein und ist der wesentliche Bestandteil des visuellen Erscheinungsbildes (Corporate Design) sowie Träger der Identität (Corporate Identity) des Rechteinhabers.“

Beim Logo oben frage ich mich, was es bedeutet: Zwei spitze Türme, das ist leicht: Der Dom, aha, wir sind in Köln. Wandert der Blick weiter nach unten, sehen wir … ja, was? Geht es nur mir so? Um welche „Gefäße“ geht es hier? Ist nur mein Blick so sexualisiert (Assoziationskette: Dom, Geistliche, Hauptstadt der Schwulen), oder was seht ihr da?

Aprilwetter

Neulich war ich erstmalig versucht, vielleicht doch ein Smartphone anzuschaffen: Frisch gezapftes Bier als App, wie die Tageszeitung verspricht, dazu kann ich einfach nicht nein sagen. Aber es war natürlich wieder mal alles gelogen (wäre ja auch zu schön gewesen): Man kann sich eine Liste der Biergärten in der Umgebung als App herunterladen, oder ansehen, oder was auch immer man damit macht. Braucht kein Mensch …

… jedenfalls nicht, solange das Wetter nicht mitspielt. Schal und Handschuhe haben noch lange nicht ausgedient …

… und immer einen Schirm dabeizuhaben kann auch nicht schaden.

Ostern

Was bahnte sich da an vor ein paar Tagen? Richtig, das alljährliche Fruchtbarkeitsfest, für das das Ei symbolisch steht, inzwischen ist es soweit. Aber, liebe Kinder, glaubt nicht, daß die bunten Eier vom Hasen gebracht werden, der kann gar keine Eier legen, das können nur Vögel, Insekten und – Reptilien. Ein Ei dieser Größe ist vermutlich von einem Dinosaurier.

Die Hasen kommen nur ins Spiel, weil sie für hohe Fruchtbarkeit stehen, deshalb hat man beide, Eier und Hasen, kurzerhand miteinander verbunden. Hasen rammeln wirklich, als ginge es um die Aufnahme ins Guiness-Buch der Rekorde, man könnte fast neidisch werden. Eine Häsin kann pro Jahr bis zu vier Würfe mit jeweils drei bis vier Jungen haben, die durchaus von verschiedenen Vätern sein können – also jetzt nicht nur von Wurf zu Wurf unterschiedlich, sondern auch innerhalb eines Wurfes. Man nennt das Superfötation: Obwohl die Häsin bereits schwanger ist, vögelt rammelt sie munter weiter und kann nochmal – zusätzlich – schwanger werden, in ihr wachsen dann Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien heran. Daß die Hasenpopulation trotzdem immer kleiner wird, liegt am Menschen: Durch die steigende Zersiedelung nimmt der Lebensraum der Hasen (und anderer Tiere) kontinuierlich ab, den Rest besorgt die Intensivierung der Landwirtschaft, so ein kleiner neugeborener Hase hat keine Chance gegen immer größere Mähmaschinen.

Darüber, daß ich gestern wieder nicht tanzen gehen konnte, weil eine obskure lust- und leibfeindliche Sekte, die als Emblem einen gefolterte Toten hat, das nicht will, verliere ich in diesem Jahr kein Wort. Ich hatte sowieso keine Lust.

Schöne Feiertage!

Neusser Wall

Afri-Cola ist eine Cola-Marke, die bereits 1931 in Köln entwickelt und produziert wurde. Der damalige Inhaber versuchte das Produkt gegen den übermächtigen Konkurrenten aus Amerika durchzusetzen, indem er ihn als „jüdisch“ diffamierte. In den 60er Jahren sanken die Umsätze so stark, daß man versuchte, sich der Jugend durch popartige Werbung anzudienen: „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola – alles ist in Afri-Cola…“. Wer weiß, wie überwiegend verschnarcht damals das deutsche Fernsehprogramm war, wird sich an das Außergewöhnliche des Werbespots von Charles Wilp erinnern.
Angeblich kann man Afri-Cola noch immer kaufen, ich habe sie aber schon lange nicht mehr gesehen. Allerdings trinke ich so ein ungesundes Zuckerzeug auch nicht, auch nicht die Konkurrenzprodukte.

Hans-Böckler-Platz

Nach dem Kino noch Lust auf ein Bier und ein paar Fritten? Dann ist man hier genau richtig, im „Maria Eetcafe“. Wie der Name schon verrät, ist es ein holländisch-belgisches Spezialitätenrestaurant – also eine Kneipe mit Speiseangebot. Die Fritten sind handgeschnitzt – mit Pelle und doppelt frittiert, weich, mit einer leicht bitteren Note, das muß man natürlich mögen. Man kann zwischen 17 Soßen wählen, von einfachem Ketchup über diverse Mayonnaisevariationen und Erdnußsoße bis zu einer Cocktailsoße mit Whiskey ist alles dabei. Natürlich gibt es auch Frikandel (Fleischrolle), Kipcorn (Geflügelrolle), Loempia (Frühlingsrolle) und was man sonst noch so frittieren kann.

Auch das Bierangebot ist groß, beim Lesen der Karte drängt sich allerdings der Gedanke auf: Die spinnen, die Belgier! Bier mit 8,5% oder 10% Alkohol, okay, das trinkt man halt wie Wein. Aber Kirschbier? Bier mit süßem Pfirsicharoma? Brrr! – mich schüttelt’s bei der bloßen Vorstellung. Zum Glück gibt es auch Hoegaarden (sprich Huucharden, das ch wie bei ach) vom Faß, eine Art Weißbier, oder lecker Grolsch (Chrolsch) aus der Flasche.

Vogelsanger Str.

„Nur hübsch? Reicht mir nicht.“, steht auf dem Plakat einer Partnerschaftsagentur. Das ist ja allgemein bekannt, Männer möchten mit ihrer Partnerin gern über Adorno diskutieren, während diese die Wohnung putzt, Bier kalt- und schon mal den Aschenbecher für die Zigarette danach bereitstellt . „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, lautet einer von Adornos berühmtesten Sätzen, er bedeutet z.B.: Hübsch sein allein reicht nicht, die Frau sollte auch sexy Unterwäsche tragen. Tja, Frauen, wenn ihr zur Elite (=Männer) gehören wollt, müßt ihr euch schon ein bißchen anstrengen, auch wenn das Denken schwerfällt. Kleiner Tipp: Ein paar männliche Weisheiten kann man leicht auswendig lernen: Der Ball ist rund, nach dem Spiel ist vor dem Spiel, Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel.

Riehler Str.

Frisöre gibt es in Köln wie Sand am Meer, viele Ein-Mann/Frau-Betriebe, selten allerdings mit einer solch „einladenden“ Schaufensterdekoration.

Gonzo läßt hier auch frisieren, aber ist das unbedingt eine Empfehlung?

Innen sieht es aber ganz okay aus, also nicht abschrecken lassen.

Als Resultat eines Psychotests in einer Zeitschrift wurde mir jüngst bescheinigt, ich sei ein gefühlskalter egoistischer Romantiker – nicht sehr freundlich, aber ehrlich. Tatsächlich läßt mich diese Behauptung ziemlich kalt, denn ich wurde z.B. gefragt, ob ich immer den selben Friseur besuche oder auch mal wechsel: Ganz egoistisch versuche ich, immer zum selben zu gehen, aber das ist gar nicht so einfach. Hat mir beim letzten Mal noch die leicht sächselnde Mandy die Haare sehr gut geschnitten, ist sie dieses Mal schon nicht mehr da, stattdessen macht der wortkarge Pavel aus Warschau seine Arbeit auch ganz gut, oder ich falle in die Hände von René, der den Tunten-Soziolekt so perfekt beherrscht, daß es eine Freude ist, ihm zuzuhören, jedenfalls für die Dauer eines Haarschnitts.

Maybachstr.

Dieser Café-/Biergarten ist meiner Meinung nach einer der schönsten in der Kölner Innenstadt. Leider sind die Speisen, die man hier im dazugehörigen Restaurant „maybach“ bekommt, allenfalls ganz okay, wenn überhaupt, dafür sind die Preise etwas höher als anderswo. Der Milchkaffee war bei meinem letzten Besuch lauwarm, die Krönung aber war …

… dieser schwäbische Apfelkuchen für stolze 3,90 Euro: Ein Stück stichfester Vanillepuddingteig mit einer Apfelverzierung, die wohl als Beweis für den sprichwörtlichen Geiz der Schwaben dienen soll. Eine Unverschämtheit. Wie ein schwäbischer Apfelkuchen sein sollte, sieht man …

… hier: Reichlich Äpfel in einem Bett von lockerer Vanillecreme, gekauft beim besten Konditor der Stadt, Café Braun, für 2,30 Euro. Im „maybach“ werde ich nur noch Getränke aus der Flasche bestellen, da kann man ja eigentlich nichts falsch machen.