Ostern

Was bahnte sich da an vor ein paar Tagen? Richtig, das alljährliche Fruchtbarkeitsfest, für das das Ei symbolisch steht, inzwischen ist es soweit. Aber, liebe Kinder, glaubt nicht, daß die bunten Eier vom Hasen gebracht werden, der kann gar keine Eier legen, das können nur Vögel, Insekten und – Reptilien. Ein Ei dieser Größe ist vermutlich von einem Dinosaurier.

Die Hasen kommen nur ins Spiel, weil sie für hohe Fruchtbarkeit stehen, deshalb hat man beide, Eier und Hasen, kurzerhand miteinander verbunden. Hasen rammeln wirklich, als ginge es um die Aufnahme ins Guiness-Buch der Rekorde, man könnte fast neidisch werden. Eine Häsin kann pro Jahr bis zu vier Würfe mit jeweils drei bis vier Jungen haben, die durchaus von verschiedenen Vätern sein können – also jetzt nicht nur von Wurf zu Wurf unterschiedlich, sondern auch innerhalb eines Wurfes. Man nennt das Superfötation: Obwohl die Häsin bereits schwanger ist, vögelt rammelt sie munter weiter und kann nochmal – zusätzlich – schwanger werden, in ihr wachsen dann Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien heran. Daß die Hasenpopulation trotzdem immer kleiner wird, liegt am Menschen: Durch die steigende Zersiedelung nimmt der Lebensraum der Hasen (und anderer Tiere) kontinuierlich ab, den Rest besorgt die Intensivierung der Landwirtschaft, so ein kleiner neugeborener Hase hat keine Chance gegen immer größere Mähmaschinen.

Darüber, daß ich gestern wieder nicht tanzen gehen konnte, weil eine obskure lust- und leibfeindliche Sekte, die als Emblem einen gefolterte Toten hat, das nicht will, verliere ich in diesem Jahr kein Wort. Ich hatte sowieso keine Lust.

Schöne Feiertage!

0 Antworten zu “Ostern

  1. Du weißt zu überraschen!
    Weder wußte ich bisher um den Rammelneid, noch um die Tanzwut! :))

    Anyway, die von dir erwähnte leib/lustfeindliche Sekte hat ja auch kräftig das siebte Gebot ignoriert und nach prinzlichem Motto („Das ist alles nur geklaut“) die heidnischen, sprich vorsektlichen Bräuche um eine Göttin namens OSTARA flugs umgedeutet. Zu ihr gehört auch nun mal der Hase als Krafttier. Und das Lamm. Das gibt es nun aus Teig gebacken, mit Puderzucker drüber.
    Wie immer im Leben wird Bitteres (lustfeindliche misogyne Sekten) mit Süßem (ZUCKER- yeah!) versucht schmackhaft zu machen.

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  2. So richtig Mitleid habe ich jetzt nicht mit dir, dass Du mal an einem von 365 Tagen im Jahr nicht tanzen durftest. Ich bin ja Protestant und weiß nicht, wie die katholischen Bräuche so sind. Aber was wäre Köln ohne seine katholischen Kirchen und Klöster? Ohne diese „Sekte“ wäre es nur eine x-beliebige Industriestadt am Rhein. Von den Römern ist ja nicht mehr allzuviel zu sehen im Stadtbild. Klar würden die Touristen auch wegen der Museen und der Kulturveranstaltungen in die City kommen. Aber Köln ohne Dom? Schlicht unvorstellbar! Ich freue mich immer, wenn ich ihn von weitem das erste mal sehe. :yes:

    Mir ist in den letzten Jahren auch aufgefallen, dass es immer weniger Hasen gibt. 😦 Kein Wunder bei den ausgeräumten Landschaften. Gerade in der Wetterau ist es besonders krass. Dafür gibt es an jeder Ecke Kaninchen, auch in der Stadt. Die konnten sich besser anpassen. Ich hätte gerne so einen blauen Hasen… :))

    Wünsche dir noch angenehme Feiertage! :wave:

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  3. Ja, im Alter wird das leider immer weniger mit dem äh … Tanzen, auf einer „Ü50-Party“ wird vermutlich nicht die Musik gespielt, die ich haben will.

    Wird Lamm zu Ostern nicht auch gern als Braten gegessen? Als Ehrung des „Lamm Gottes“, des Toten, der da elendig am Kreuz verreckt ist, läßt sich der gute Christ von heute einen leckeren Lammbraten schmecken, mit Knoblauch und in Rotweinsoße. Das ist nicht besonders subtil, paßt aber in das Kanibalismusprogramm (die Hostie, die der Leib Jesu buchstäblich ist) der katholischen Kirche.

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  4. Nein, das kolumbianische Ei ist ein Produkt brachialer Gewalt (gut, Ostern ja eigentlich auch): Als das (hartgekochte) Ei nicht stehenbleiben wollte, stellte Kolumbus es mit einer solchen Wucht auf den Tisch, daß das untere Ende des Eis platt war, das Ei blieb stehen. Daß es dabei zerstört wurde – was soll’s, was nicht paßt, wird passend gemacht. 😉

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  5. Ich danke Dir – ich hoffe, Du hattest auch welche. 🙂

    Ja, das kenne ich auch von anderen, kaum jemand hat da Mitleid, ich ja nichtmal selbst. 😉
    Aber heißt das nicht, das Pferd von hinten aufzuzäumen? Weil die Kirchen und Klöster kunstgeschichtlich so schön sind, können wir froh sein, daß es die Kirche gibt? Wenn es die Kirche und also auch die Gebäude nicht gäbe, wüßten wir nichts davon, also gäbe es auch nichts zu bedauern. Man könnte sogar sagen: Wer weiß, was alles nicht gebaut wurde, weil die Kirche den Platz besetzte mit ihren größenwahnsinnigen, völlig überdimensionierten, einschüchternden, machtdemonstrierenden Gotteshäusern! Für die Touristen und kunstinteressierten Anwohner von heute ganz schön, aber ehrlich: 12 riesige romanische Kirchen auf engstem Raum, dazu noch der Dom, das ist doch nicht normal!

    Wir waren gestern im Schokoladenladen im Schokoladenmuseum, da gab es die Ostersachen schon zum halben Preis. Vielleicht werden die bunten Hasen auch heruntergesetzt und im Internet angeboten.

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  6. Guter Hinweis. Warum eine Hamburger Firma diese gedankliche Verbindung nahelegt, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich kommen die Figuren alle aus Fernost, und da nimmt man es ja nicht so genau.

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