Togo ist ein kleines Land in Westafrika und in Deutschland in letzter Zeit dadurch besonders aufgefallen, daß es überall Kaffee aus diesem Land zu kaufen gibt. Und nun hat mitten in der Stadt an der meistfrequentierten Stelle der Kölner Konsummeile auch noch ein Spezialitätengeschäft aus diesem Land aufgemacht? Weit gefehlt! „Coffee/Cafe togo“ ist ein Pappbecher mit Deckel, in dem eine braune Flüssigkeit schwimmt, die mehr oder weniger nach Kaffee schmeckt, und er ist deswegen „to go“, weil man ihn im Gehen trinken soll oder kann, damit man keine Zeit verliert, die Millionen wollen schließlich irgendwie verdient werden, und wer weiß, wieviel Gewinn einem schon wieder durch die Lappen gegangen ist, während man müßig in einem Café sitzt.
„Rewe to go“ ist nun kein Supermarkt, den man im Vorbeigehen kaufen kann, sondern ein – aufgepaßt – „Convenience Shop“, bitte nicht verwechseln mit einer „Public Convenience“, das ist eine öffentliche Bedürfnisanstalt (und liegt somit am anderen Ende der Verwertungskette). Im Shop gibt es nur „Convenience-Produkte“, ungefähr 1000 verschiedene, also natürlich Getränke aller Art, auch Gebäck, Süßigkeiten, kleine abgepackte Salate mit Dressing im Extradöschen, Sandwiches, aber auch Suppen, Nudelgerichte und Eintöpfe, die man sich direkt im Shop in einer Mikrowelle heiß machen kann. Toll! Und alles „to go“. Während man sich eine Miniportion heiße Nudeln Bolognese mit einer Plastikgabel in den Mund schiebt, ist man schon wieder auf dem Weg in sein Büro, wirft unterwegs noch schnell einen Blick in die neusten Auslagen von H&M und C&A und Kack & Fuck und freut sich über die eingesparte Zeit, hurra. Lebensqualität „to run away“ – die Afrikaner können wirklich nichts dafür.



