„Kölns Stärke ist der soziale Zusammenhalt“, sagte der Oberbürgermeister in seiner Neujahrsansprache. Ob er die zig Tausende von Bewohnern meinte, die nicht nur gemeinsam auf der Straße das neue Jahr feiern, sondern auch wie abgesprochen ihren Dreck da liegen lassen, wo er entsteht?
Aus dem Weihnachtsmarkt auf dem Heumarkt ist nun ein Wintermarkt geworden – geschickt, so kann man noch ein paar Euro machen mit der Festtagsstimmung, über das Fest hinaus. Der umsatzstärkste Tag des Jahres sei sowieso der Tag nach Weihnachten, habe ich gelesen, da haben viele noch frei und gehen Geschenke um- und Gutscheine eintauschen, und dann ist es doch schön, wenn man noch einen leckeren Zuckerwein aus dem 10-Liter-Pappkarton trinken kann.
Auch der Wintermarkt hat nun gestern geschlossen, aber ich wollte euch auf keinen Fall die Bilder der größten Weihnachtsmarkteisbahn vorenthalten, die die Welt je gesehen hat. Oder Köln (das läuft für viele Kölner auf das selbe hinaus). 400 Meter Laufstrecke, ein kleiner Platz zum Stockschießen, Kosten: 1,2 Millionen Euro. Man rechnet nicht damit, daß mit der Eisbahn Gewinn gemacht wird bei einem Eintritt von 6,50/5,00 Euro – was mich erst verwunderte, denn wer betreibt einen Betrieb, wenn er von vornherein einen Verlust erwartet? Des Rätsels Lösung: Die öffentliche Hand! Es gibt nicht nur einen privaten Betreiber, sondern „Rheinenergie“ und die Bädergesellschaft Köln sitzen auch noch mit im Boot. Die sind zwar strenggenommen auch ausgegliedert in die Wirtschaft, gehören aber der Stadt, die für alle Verluste aufkommt. Da freut man sich doch, daß man indirekt diese schöne Bahn mitfinanziert, obwohl man nie einen Fuß darauf setzt.
Jedenfalls nicht ohne Gehhilfe.
