Vorweihnachtliche Impressionen

In der Stadt kann man zur Zeit der Weihnachtsinszenierung nicht entkommen. Es muß Weihnachtsstimmung entstehen, damit die Leute kaufen – die Tageszeitung hat heute bereits Alarm geschlagen, daß die Umsätze hinter denen des letzten Jahres zurückbleiben. Ein Wochenende hat man noch, die Geschäftsleute beten zum Heiligen Penunzius.

An den Besuchern kann es nicht liegen: Eine eigentlich wichtige vierspurige Straße zwischen Dom und St. Andreas wird jedes Wochenende abgesperrt, damit die Busse die Millionen zahlungskräftigen Gäste aus Benelux und Großbritanien unbeschadet und möglichst nah an Weihnachtsmarkt und Einkaufmeile abladen können.

Frauen machen auch mit beim stimmungsvollen Verkleiden, jedenfalls wenn sie sich nicht wehren können.

Zig Poller, die den Bürgersteig von der Straße trennen, tragen eine Weihnachtsmütze – ob da jemand ein Gesetz erlassen hat? „Im Dezember haben alle Straßenpoller rote Zipfelmützen zu tragen. Eine Zuwiderhandlung wird mit einer einstündigen Zwangsbeschallung von „Odufröhliche“ bestraft.“ Gut, da wäre ich auch einer der ersten, der ein Mütze kauft.

Über Köln verteilt gibt es 111 öffentliche Krippen, die man auf dem sogenannten Krippenweg ablaufen soll (zwischendurch natürlich schön viel Essen und Trinken und Geschenke einkaufen und im Hotel übernachten – süßer die Kassen nie klingeln). Angeblich ist diese Krippe, die 2005 zum ersten Mal zu sehen war, die beliebteste: Das zu 90% zerstörte und abgebrannte Köln 1945. Da freut man sich doch besonders, wie gut es einem inzwischen geht, stärkt sich mit einem Hamburger und einen Kaffee to go, bevor man zum Weihnachtsmarkt schlendert, erstmal eine Bratwurst essen.

LED-Birnchen machen es möglich: C&A versucht die Aufmerksamkeit der potentiellen Kunden mit künstlichen Schneeflocken zu fangen.

Einem Gast der „Christmas Avenue“, des ersten schwul-lesbischen Weihnachtsmarktes, hat die Wurst offenbar nicht geschmeckt – ob ihm von den metallisch glänzenden Folien, in die alle Buden hier eingepackt sind, schlecht geworden ist?

Eine knappe Woche noch, dann ist erstmal wieder Ruhe … bis Syilvester. Und dann „freuen“ wir uns schon wieder auf Karneval (wo sind meine Ohrstöpsel?).

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

0 Antworten zu “Vorweihnachtliche Impressionen

  1. Hohoho!
    Mein Weihnachtserlebnis ist dagegen mager, wie die blühenden Landschaften des Ostens.
    Mini-Lebkuchen bei meiner Sparkassen-Beraterin und ein Adventsgesteck (nicht brennend) im Wartebereich.
    Und eine Truhe mit Nüssen in großen Säcken, gegen die ich im Supermarkt lief. Dazu Kartons mit „Tischfeuerwerk“, damit’s nun auch schon an Heiligabend knallt.

    Gefällt mir

  2. Wichtige Mitteilung!

    Dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke!
    Der Weihnachtsmann liegt mit einer schweren Darmgrippe im Bett!
    Das Christkind ist ebenfalls verhindert! (Doppelter Flügelbruch)

    Agentur Himmelreich..;-)

    P.S. Man sollte Kater Sylvester (Disney) nicht mit dem Jahresende
    (Silvester) verwechseln! Nur zur Info..;-)

    Gefällt mir

  3. Oh je, du gar nicht fröhliche … jetzt muß ich also doch selbst losgehen und was besorgen? Schöner Mist.

    PS: Danke, stimmt, wir feiern an dem Tag ja den Tod von dem Papst Silvester I. Sylvester und Tweety gehören übrigens nicht zum Disney-Ensemble, sondern zu den Looney Tunes. „Sylvesters Leinwanddebüt war 1945 in dem Kurztrickfilm ‚Ohne Liebe ist das Leben leer'“, steht bei Wikipedia – das paßt doch zum Fest wie Arsch auf Eimer. 😉

    Gefällt mir

  4. Tagchen!

    Hast natürlich recht! Hab ihn (Kater Sylvester) impulsiv unter
    „Disney“ eingeordnet. Pardon!..;-)
    Den dezenten Hinweis hast aber irgendwie nicht verstanden.
    (Siehe Text im letzten Foto von dir)
    Vielleicht klappts ja jetzt..;-)

    Gruß aus der guten Stube!

    Gefällt mir

  5. Doch doch, danke, hatte ich verstanden, nur hätte man nach einer Korrektur Deinen Kommentar nicht mehr … Du verstehst. Also habe ich das jetzt so gelöst, nicht sehr elegant, aber … ja.

    Gruß zurück in die gute Stube. Wonach duftet es? Glühwein und Lebkuchen? Oder eher weihrauchartig? 😉

    Gefällt mir

  6. Insgesamt ist bedauerlicherweise ein Verfall der Bratwurstqualität zu beklagen, ich beobachte das schon seit Jahren, darum esse ich keine mehr. Neulich hatte ich mal Backfisch, der war gar nicht übel.

    Gefällt mir

  7. Naja. Ein bisserl Hanfblütenbeweihräucherung darfs schon sein
    zur Adventszeit. Man gönnt sich ja sonst eher weniger..;-D
    Ansonsten bin ich bekennender Weihnachtsmuffel. Kein Kranz, keine Deko,
    keine Kerzen und Engelchen. Hier bei uns im Wohnhaus (12 Parteien) hängen
    selbstverständlich an mehreren Eingangstüren diese potthässlichen
    Weihnachtszierkränze. (Ein Indikator, dass sich Muttchen dahinter aufhalten..;-)
    An den Fenstern blinkt und funkelt es kunterbunt. Der Konkurrenzdruck unter
    Nachbarn nimmt anscheinend immer mehr zu. Tja. Die Abfalltonnen werden nach
    den Feiertagen wieder proppenvoll sein mit Discounter-Verpackungen.
    („Knusprige Delikateß-Ente“ / Lidlmarke etc.) Wobei hier im Haus niemand
    unter prekären Umständen lebt. Beschäftigter Mittelstand. Nahrungsmittel
    spielen aber eine untergeordnete Rolle. (Abbild der Abfalltonnen)
    Hauptsache die PKWs sind nigelnagelneu, blitzblank und rostfrei.
    Tja…

    Zur Korrektur:
    Hast es ja galant gelöst. Jetzt kann sich jeder die angenommene
    Schreibweise aussuchen..;-)

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s