Karolingerring

Kleiner Beitrag zur Sexismusdebatte: Nicht nur Rainer Brüderle, das „Gesicht der FDP“, scheint der Meinung zu sein, daß weibliche Körper in erster Linie dem Manne zum Wohlgefallen geschaffen worden sind, nein, auch in der ARD ist man offensichtlich der Ansicht, daß Frauen dafür da sind, Männer mit ihren Reizen zu beeindrucken, und zwar schon seit der Steinzeit.

„Nun sei doch nicht so, ist doch nur lustig gemeint, du kannst wohl keinen Spaß verstehen!“ Das sind nicht nur Beispiele einer frauenfeindlichen Sexualisierung des Alltags, sondern sie beleidigen in ihrer Jämmerlichkeit auch den Humor eines jeden Betrachters – es sei denn, er gehört zur FDP oder arbeitet bei der größten Fernsehanstalt Deutschlands.

Zülpicher Str. / Ecke Engelbertstr.

Wer mal einen richtig leckeren Döner essen möchte – der sollte diesen neuen Laden meiden. Es gibt zig Restaurants, Imbisse und Kneipen in diesem Viertel, viele gut und günstig, dafür sorgt allein schon die große Konkurrenz. Den besten Döner gibt es keine 10 Meter weiter auf der anderen Straßenseite. Umso merkwürdiger ist es, daß hier immer viel los ist, aber das ist vielleicht nur der Reiz des Neuen – und der Umstand, daß zur Einführung alle Preise um ein Drittel reduziert sind.

Das Ottoman’s ist wie ein McDonalds auf türkisch: Es gibt ganz normale Hamburgerkreationen, aber eben auch Döner-Gerichte. Ich habe eine Döner-Tasche probiert: Das Brot ist trocken und außen hart; das Fleisch, eine undefinierbare Mischung aus Fett, Rindfleisch- und vermutlich Lammhack, das von einem großen Grillspieß abgehobelt wird, ist so gut wie ungewürzt, ebenso wie der Salat und der Schafskäse, von dem ich annehme, daß er nicht aus Schafsmilch gewonnen wurde. Für Kunden, die eigentlich kein Döner mögen, ist das genau das richtige. 3,99 soll das zukünftig kosten, immerhin, ich habe mir nicht den Magen verdorben. Aber man kann auch ein trockenes Brötchen essen, wenn man nur den Hunger stillen will, das ist viel billiger. Wer sich richtig satt essen will: Wie gesagt, schräg gegenüber, richtig lecker, in einem frisch gebackenem Teigfladen.

Dom

Dom2

In letzter Zeit wird mir unwillkürlich ein wenig blümerant, wenn ich in der Domgegend unterwegs bin, oh je, ist es der Kreislauf, ist es das Alter, geht es jetzt los mit den Gebrechen? Weit gefehlt: Nicht ich bin es, der wankt, es ist der Dom!

Seit Mitte Dezember ist die Ubahn-Linie 5 auf der neuen Strecke in Betrieb, und schon kurze Zeit später stellte man im Dom und Umgebung Vibrationen fest, die da vorher nicht waren. Schnellstens ordnete man eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 statt 30 km/h an, außerdem eine Untersuchung, ob die Tunnelröhre, die schon vor über 40 Jahren gebaut, aber erst jetzt in Betrieb genommen wurde, irgendwie mit dem Fundament der Kirche verbunden ist, und konsultiert die alten Pläne. Die Frage, ob das nicht sowieso ratsam gewesen wäre, nur so, für alle Fälle, bleibt unbeantwortet. Wahrscheinlich fehlte Personal, der Polier war auch krank, der Fahrradkurier hatte einen Platten, was weiß ich.

Dabei hat es schon beim Bau des Tunnels Schwierigkeiten gegeben, wie der „Kölner Stadtanzeiger“ recherchiert hat. Ich zitiere: „Doch schon 1966, im ersten Jahr des Baus, wurde festgestellt, dass der Dom durch die Arbeiten in der offenen Grube zum ‚Zittern‘ gebracht wurde. Im Norden reichte die offene Baugrube bis auf sechs Meter an das Querschiff und bis auf drei Meter an die Sakristei heran. […] Ständige Messungen führten kaum ein Jahr später, im Sommer 1967, zu der Feststellung, dass sich die Nordfront des Doms um zwei Millimeter gehoben hatte. Von der Veränderung zeigten sich die U-Bahn-Bauer überrascht. Sie hatten sie zwar als ‚theoretisch möglich‘ errechnet. ‚Aber dass sie dann wirklich auftrat‘, erläuterte damals ein Verantwortlicher, ‚das hat keiner von uns geglaubt.‘ […] 13 Jahre später sprach die Dombauverwaltung von ’schweren Schädigungen‘ der Sakristei infolge des U-Bahn-Baus. Ein Netz von bis zu drei Zentimetern breiten Rissen bedecke alle verputzten Wandflächen. Durch das Dach dringe Wasser ein, und ‚durch breite Spalten konnte man von unten das Licht sehen‘. Besonders erschreckend: Die Gewölbe waren ‚zerrissen und hielten nur durch die Schwerkraft der Steine zusammen‘. 1979 wurden die Schäden beseitigt.“ (10.01.13)

So so, das hat also keiner von den Spezialisten geglaubt, genau so wenig, wie daran, daß das Stadtarchiv in sich zusammenfallen könnte, wobei zwei Menschen ihr Leben lassen mußten. Der Dom hat im Jahr 6 Millionen Besucher, pro Tag also durchschnittlich 16.438 (Zahlen: Kölner Stadtanzeiger. Dom-Homepage: 3,65 Mio, tägl. 10.000). Wenn der zusammenfällt …

„Et hätt noch immer joot jejangen“, sagt der Kölner gern gemütlich, soll heißen: Wird schon nicht so schlimm werden. Und solange man nicht zu den Betroffenen gehört, stimmt das ja auch.

Grüngürtel in der Nacht

Der Grüngürtel war jetzt eine ganze Weile weiß, aber das stört die unzähligen Wildkaninchen nicht, das Gras ist auch unter Schnee schmackhaft. Besonders scheu sind sie nicht, Gewohnheit stumpft ab, dabei sollten sie sich hüten vor den domestizierten Tieren, deren Wildheit plötzlich wieder zum Vorschein kommen kann: Nichtangeleinte Hunde.

Passagen 2013

„Wenn Design ist, muß man […] sagen: Die Lampen leiden am meisten darunter.“, hat Max Goldt mal geschrieben (wenn die Glühbirne kaputt geht, kann man auch eine einfache Haushaltskerze hineindrehen, das ist doch ganz praktisch).

Aber nicht nur Lampen müssen leiden, sondern offensichtlich auch andere Möbelstücke auf der parallel zur „imm“ (Möbelmesse) stattfindenden Designveranstaltung „Passagen“: Ein Hocker als Schwein, es soll auch noch andere Tiere geben. Vielleicht für Kinder, als Naturerlebnis?

Erwachsene können ihre Playboy-Zeitschriften aufeinanderstapeln und zusammenbinden, Kissen drauf – voilà. Falls man mal einen der interessanten Artikel wiederlesen möchte: Gürtel auf, gleich hat man ihn zur Hand. Also, äh … den Artikel, meine ich natürlich.

Das ist ein Bücherregal, in dem man aber auch Dinosaurier aufbewahren kann. Oder ein Dinosaurierregal, weiß nicht genau.

Lampenschirme aus Plastikbechern und -tassen. Ich schwöre, sie haben leise gewimmert … jedenfalls hatte ich den Eindruck.

Keine Sorge, Panik kommt hier nicht auf. Nein, auch keine Aufregung, tut mir leid. Aber ganz amüsant war’s. Manchmal jedenfalls.

Möbelgeschäfte

Gestern ging die „imm cologne“, die internationale Möbelmesse, zu Ende. Ich hatte die Hoffnung, die Möbelgeschäfte am Ring würden anläßlich dieses Termins irgendwas Besonderes ausstellen, aber Fehlanzeige. Patchwork, also das flickenhafte Durcheinander, soll ja tooootal in sein, habe ich neulich gehört. Tja, wenn einem nichts Neues einfällt, greift man halt zum Alten, vielleicht läßt es sich ja nochmal aufwärmen. Ebenso fad ist auch die Provokation in der Deko: „Blasphemische“ Abendmahlsdarstellungen gibt es inzwischen wie Sand am Meer, da regt sich selbst im katholischen Köln keiner mehr auf.

Ich habe gelesen, daß jeder Deutsche im Schnitt 400 Euro im Jahr für Möbel ausgibt. Von diesen Stühlen kann man sich also zwei Stück kaufen. Glücklicherweise kann man die nächstes Jahr auch wieder rausschmeißen, denn dann stehen ja neue 400 Euro zur Verfügung.

Dieser Sessel ist zwar um 360 Euro heruntergesetzt, muß aber immer noch mit knapp 1000 Euro zweieinhalb Jahre halten, vorausgesetzt, man kauft sich nichts anderes dazu, einen Tisch oder eine Kommode.

Gut, immer noch besser, als dieses Interieur, für das man weit über drei Jahre absitzen muß. Ich glaube, dieses Jahr verzichte ich lieber auf Möbel und geh stattdessen gut Essen. Jemand anderes darf gerne meine Durchschnitts-400-Euro auf sich verbuchen und kann sich dann schneller oder teuerere neue Möbel kaufen.

Wer mehr über die Möbelmesse erfahren möchte, dem empfehle ich die sehenswerten Einträge meiner Blogreundin Karin Henjes.

Eierplätzchen

Hier kann man schön draußen sitzen – als Eskimo. Aber drinnen ist es auch gemütlich, wenn es nicht zu voll (und damit zu laut) ist. Guter Kuchen!

Den Namen des ovalen Platzes „Eierplätzchen“, an dem das Café liegt, findet man in keinem Stadtplan, denn er ist keine offizielle Bezeichnung. Gibt man ihn aber in Google Maps ein, wird er angezeigt, und auch jeder Taxifahrer weiß sofort, wo man ihn findet, wenn man danach fragt.

Schnee im Dschungel

Das ist selten in dieser Stadt: Permanenter Schneefall, aber ganz kleine Flocken, so daß sich keine dicke Schneedecke bildet. Aber zum Ausrutschen mit dem Rad reicht es, wenn einem ein Taxi die Vorfahrt nimmt und man überraschend bremsen muß. Mein rechtes Knie schillert in allen Farben. Der Taxifahrer sah mich fallen, aber er hatte es eilig, das muß man verstehen.

Taxifahrer sind Krieger der Großstadt, immer bewaffnet mit ihrem Gefährt und oft bereit, das Risiko einer Konfrontation einzugehen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sind natürliche Gegner, Knallköpfe, die das behindern, womit der Taxifahrer schließlich seinen Lebensunterhalt verdient!

Habsburgerring

„Hereinspaziert! Bei uns ist jeder Arsch willkommen, genau wie bei Facebook!“, scheint uns dieses Schaufenster zu sagen. Nun kann ich mir vorstellen, daß es auch bei Facebook viele Arschgesichter gibt ( – alle Leser dieser Zeilen sind ausdrücklich nicht gemeint!), aber daß man in diesem Fotogeschäft so selbstverständlich davon ausgeht, finde ich verblüffend. Aber gut – sollte ich jemals den Wunsch verspüren, ein Foto meines Hinterns haben zu wollen, weiß ich, wo ich hingehen muß. Ob sich das allerdings als Profilbild eignet, entscheide ich dann.