Karolingerring

Kleiner Beitrag zur Sexismusdebatte: Nicht nur Rainer Brüderle, das „Gesicht der FDP“, scheint der Meinung zu sein, daß weibliche Körper in erster Linie dem Manne zum Wohlgefallen geschaffen worden sind, nein, auch in der ARD ist man offensichtlich der Ansicht, daß Frauen dafür da sind, Männer mit ihren Reizen zu beeindrucken, und zwar schon seit der Steinzeit.

„Nun sei doch nicht so, ist doch nur lustig gemeint, du kannst wohl keinen Spaß verstehen!“ Das sind nicht nur Beispiele einer frauenfeindlichen Sexualisierung des Alltags, sondern sie beleidigen in ihrer Jämmerlichkeit auch den Humor eines jeden Betrachters – es sei denn, er gehört zur FDP oder arbeitet bei der größten Fernsehanstalt Deutschlands.

0 Antworten zu “Karolingerring

  1. Danke für den Link. „Brüderle gilt als Vertreter des Althergebrachten, der angestaubten und auslaufenden Politikerklasse.“, wußte das Springer-Blatt also schon 2009. Da fragt man sich doch, wieso die FDP ihn für die nächste Wahl als Hoffnungsträger aufstellt? Hat das Angestaubte wieder Konjunktur? Oder haben die einfach keinen anderen? Beides wahrscheinlich.

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  2. Doch, das Niveau ist auch dort schon lange auf dem Hund. Sind es doch auch sie, die solche abartigen Serien wie „Verbotene Liebe“ & Co. ausstrahlen.
    Leider. Bei ARD und ZDF kann man echt nur noch die anderen Sender gucken, die dran hängen, wie „zdf theater“ z.B..
    Übrigens ein gutes Argument gegen die GEZ: Ich zahle nicht für einen Sender, der so eine frauenfeindliche Werbung auf der Pfanne hat. So. (Jetzt seid ihr dran!)

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  3. Heute schwer nachvollziehbar aber der Brüderle der Ende der 80er Jahre mit Rudolf Scharping eine sozialliberale Koalition bildete galt seinerzeit als „linksliberal“.

    Während er sich einerseits als Prophet ders freien Wettbewerbs gibt verteidigt er andererseits den „Meisterzwang“ – ein Relikt aus dem von den Liberalen im 19. Jahrhundert bekämpften Zunftwesen.

    Konjunktur hat er weil er es als einziger in der FDP versteht bei der Basis emotionale Regungen zu wecken. Kostproben vom diesjährigen Dreikönigstreffen:
    „Wir sind ein symphatischer Haufen von Freidenkern“ – „Die Grünen wollen uns vorschreiben was wir essen sollen“ – „Wir Liberale sind das Bollwerk gegen Eurobonds“ Dies alles und mehr in den Saal gebrüllt wird mit stehenden Ovationen
    belohnt.

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  4. Stimmt. Auch wenn es stimmt, daß viele Männer das geistige Neandertal noch nicht verlassen haben (z.B. Herr Brüderle), ist das erstens nicht lustig und zweitens eine unzulässige Verallgemeinerung. In meinem Bekanntenkreis tauchen die jedenfalls nicht auf.

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  5. Oh! Darf ich deinen Bekanntenkreis mal kennen lernen?! 😉
    Nein, Scherz beiseite, in meinem auch nicht. Obwohl ich sagen muß, daß ich gerade überhaupt nicht mehr mit Männern zu tun habe, außer mit meinem natürlich und außer in der Blogwelt, aber auch da sehr sehr überschaubar. Ich überlege gerade, ob ich das bedauere. Ich kann nicht sagen, daß mir was fehlt. Aber mir fehlen Menschen sowieso nicht. Das ist wohl das Alter, man ist sich selbst genug…

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  6. Ich habe das gesehen auf Phönix, weil ich an dem Tag zufällig frei hatte. Ich fand es erschütternd, auf welch niedrigem intellektuellen Niveau die Reden waren, sowohl Röslers als auch Brüderles. Dessen mit emotionaler Heftigkeit vorgebrachten Einpeitschslogans erinnerten mich an die die schlechte Darbietung eines Schmierenschauspielers, ich konnte mir nicht vorstellen, daß auch nur ein Deligierter darauf hereinfällt. Aber sie waren in Interviews hinterher alle ganz begeistert – oder haben jedenfalls so getan. Man faßt es kaum.

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  7. Wahrscheinlich weil ich ich einer früh „politisierten“ Generation angehöre schaue ich mir gern Übertragungn von Parteitagen (welcher Coleur auch immer) auf Phönix an. Wo sonst hat man Zugang zu solch schrecklich bis heiter stimmenden Parallelwelten.
    Ich neige allerdings zur Nachsicht mit der F.D.P. . Keiner anderen Partei ist in der Nachriegszeit so viel Hass entgegengebracht worden. Kiesinge wollte sie 1969 „aus den Landtagen katapultieren“. Helmuth Schmidt ließ sich 1983 zu dem nicht von humaner Gesinnung zeugenden Statement „Die gehören weggeharkt“ hinreissen.

    Zuviel Hass und Häme macht biestig und führt zu Fehlentscheidungen. Der Fehler der F:D.P. war es, nicht mehr „kleine Volkspartei“ sein zu wollen sondern lieber kompromisslose Klientelpartei. Das Ergebns ist bekannt.

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  8. Als Mann fühle ich mich durch diese Darstellung nicht mal angesprochen. Obwohl ich mich gar nicht für Fußball begeistern kann, muss ich die Zeichnung inhaltlich kritisieren, denn beim Fußballspiel ist grundsätzlich nur ein Ball im Spiel. Die Gleichsetzung im Bild zwischen den sekundären Geschlechtsorganen der Frau und dem Fußball ist also völliger Quatsch und nur oberflächlich betrachtet überhaupt ein Gag.

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  9. Schrecklich-heitere Parallelwelten – das ist das richtige Wort. Wenn ich solche Veranstaltungen in ganzer Länge sehe, komme ich mir ein wenig vor wie ein Voyeur, jemand, der anderen bei peinlichen Verrichtungen zusieht. Gruselig, daß das die Leute sind, die die Politik bestimmen.

    Mein Mitgefühl mit der FDP ist, ehrlich gesagt, sehr gering. Was ist von einer Partei zu halten, die jemanden wie Dirk Niebel hervorbringt und ihn noch dazu an eine Stelle setzt, an der er nichts zu suchen hat?

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  10. Ich kann mich daran erinnern, daß die Werbewirtschaft und ihre Auftraggeber vor ein paar Jahren etwas vorsichtiger waren. Aber in Wirklichkeit haben sie nichts dazugelernt, die alten Muster brechen wieder durch.

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  11. Ja, aber das könnte man noch mit gutem Willen als Selbstveräppelung hinnehmen. Es ist ja ein Unterschied, ob die „herrschende“ Schicht sich selbst karrikiert, oder sich über die her macht, die sie schon seit ewig als Menschen zweiter Klasse ansehen und behandeln, noch dazu mit genau den Mitteln, die auch schon ewig angewandt werden, nämlich der Reduzierung auf die rein sexualisiert-körperliche Erscheinungsweise.

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  12. Eben, wenn hier schon „balls“ thematisiert werden, dann sollten die doch wohl eher zwischen den Beinen des Männchens hängen. Das finden die Herren bei der ARD dann aber wohl nicht mehr so lustig, denn der Gedanke, daß Fußbälle getreten werden, weckt in diesem Fall eher ungünstige Assoziationen.

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  13. Da hast du aber gleich zielsicher den grössten Unsympathen herausgegriffen. Möchte mal wissen wie der seinerzeit als Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur war.

    Ich stelle mir oft die Frage weshalb in den Parteien (es ist nicht allein ein Problem der F.D.P.) der brutal selbstgefällige Beisser oft ganz nach vorne kommt. Offenbar findet er zu wenig Widerstand und leider war es bisher auch so das der autoritäre Typus gute Chancen an der Wahlurne hatte.

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