Als ich gestern auf dem Weg zum Bücherflohmarkt in der Altstadt war, fing es zu regnen an. Was macht man da? Man kann mal kucken, was im Museum so läuft. Und im Museumsbuchladen.
„Ichundichundich: Picasso im Fotoportrait“, heißt die laufende Ausstellung – kaum interessant genug, 10 Euro Eintritt dafür zu zahlen. Das Museum hat kein Geld, um große, aufsehenerregende Ausstellungen zu finanzieren, also nimmt man, was man im Depot hat, leiht noch das ein oder andere dazu, und schon ist der Platz gefüllt. So lockt man allerdings kaum Publikum ins Museum.
Eine ehemalige Kollegin fällt mir ein, 30 Jahre ist das nun schon wieder her, sie erzählte mir, daß sie den älteren Picasso so erotisch fände, daß sie sofort mit ihm ins Bett hüpfen würde. Wie bitte? Meine Kollegin, Anfang 40 und eine Vollblutfeministin der ersten Stunde, ist scharf auf einen fast doppelt so alten Mann, der einer der größten Chauvis des 20. Jahrhunderts war? Tja, die Libido geht seltsame Wege.
Im Museumscafé ist viel los, trotzdem ergattere ich einen Fensterplatz, man muß auch mal Glück haben. Die Asiaten auf dem Heinrich-Böll-Platz ficht der Regen nicht an, Fotos mit Domhintergrund müssen bei jedem Wetter sein, denn morgen ist man wahrscheinlich schon auf dem Eiffelturm oder am Buckingham Palace.
Mir ist das Wetter auch egal. Ich widme mich meiner Beute: Kaffee und Kuchen sind allerdings im Nu verschwunden, haben nichtmal das Foto abgewartet, undankbare Bande. Der Bildband ist aber treu und hat mich sogar nach Hause begleitet, allerdings … es ist nicht ganz klar, wer hier wessen Beute ist, 20 Euro war eigentlich nicht vorgesehen. Aber von 50 Euro heruntergesetzt, also bitte, genau das wollte ich ja eigentlich, billigere Bücher kaufen.
Wenn jetzt noch jemand Klavier gespielt hätte, wäre es perfekt gewesen.





