Kyffhäuser Str.

Dieser türkische Imbiß soll nach Aussage eines türkischen Kollegen der beste der Stadt sein – er liegt zentral im Studentenviertel, der Umsatz ist hoch, deshalb wird alles immer wieder frisch gemacht, der Pizzateig wird vor den Augen der Kunden, die oft türkischestämmige Landsleute sind, im Ofen gebacken und kommt nicht aus dem Großhandel. Nun habe ich gerade neulich einen Bericht gesehen über einen Lastwagen, den man aus dem Verkehr gezogen hat, weil er ungekühlt hunderte von Dönerspießen transportierte – oh oh, und das war nur einer, den man zufällig erwischt hat … Aber gut, wer sicher gehen will, bestellt eine türkische Pizza mit Salat und Schafskäse, auch sehr lecker, sättigend und günstig.

St. Pantaleon

Perfekt ausgeleuchtet, ich nehme an, auch die Kirchen beschäftigen inzwischen Beleuchtungsprofis, um ihr Anliegen möglichst vorteilhaft an die Betrachter zu bringen. Der barocke Hintergrund täuscht: Wir befinden uns in einer der ältesten Kirchen Kölns, der frühromanischen Kirche St. Pantaleon aus dem 10. Jahrhundert. Zur Bauzeit und noch lange danach war die Kirche Teil einer Klosteranlage außerhalb der Stadt, nun liegt sie fast im Zentrum. Kaiserin Theophanu liegt hier begraben – na ja, begraben ist vielleicht zu viel gesagt, der Sarkophag steht auf einem Sockel. Der Lettner auf dem unteren Bild ist ein spätgotischer Bau, das Gesamtensemble ist ein schönes Beispiel dafür, wie schlecht die verschiedenen Stilrichtungen Romanik, Gotik und Barock zusammenpassen.

Skulpturenpark Stammheim

Wieder mal eine Skulptur aus dem Skulpturenpark in Köln-Stammheim, der zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist (das Foto ist allerdings aus dem Sommer). Der Künstler Burkhard Uliczka hat den Stamm einer jungen Weide in vier Stränge gespalten, die eine Edelstahlkugel umfangen. Das Werk heißt „Leben leben“.

California Bräune

Ab Januar 2010 dürfen Jugendliche unter 18 Jahren Sonnenstudios nicht mehr betreten, Pubertierenden über 18 jedoch ist es weiterhin erlaubt, im Namen eines zweifelhaften Schönheitsideals die jährliche Sterblichkeitsrate zu erhöhen: 365 Tage, das ist genau der Zeitraum, in dem ca. 3.000 Bundesbürger an Heutkrebs sterben, 140.000 Neuerkrankungen sind – ebenfalls jährlich, mit steigender Tendenz – zu verzeichnen.

Paul Schwer: Bautafel-Painting

„Schwerlastregal, Leuchtstoffröhren, Siebdrucklackfarbe auf Plexiglas, 475 x 600 x 110 cm“, soweit die Beschreibung dieses Kunstwerks aus dem Jahr 2009, das eine Zeitlang am Rheinufer in der Nähe der Galerie Holtmann stand. Und was bedeutet es? Irgendwo habe ich etwas von Ampelgrün und -rot gelesen, deren Gleichzeitigkeit ein Gefühl von Schweben und Unentschiedenheit erzeuge – hm, in den Unfall, der garantiert darauf folgt, wenn alle Ampellichter leuchten, möchte ich nicht verwickelt sein.

Ich glaube, es ist viel einfacher, wie so oft mit moderner Kunst: Farbe, Licht, Schwere, Leichtigkeit, Raum. Punkt. Mehr nicht, außer natürlich das, was jedem Betrachter noch dazu einfällt, aber das ist dann seine ganz persönliche Sache.

Wallraf-Richartz-Museum

Das Wallraf-Richartz-Museum beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung mittelalterlicher Malerei, zeigt aber auch zahlreiche Bilder bis ca. 1900. Der Neubau (Architekt: Oswald Mathias Ungers) von 2001, hochangesehen unter Architekten, ist ein häßlicher Klotz, von innen aber sehr schön. Leider darf man keine Fotos machen, deshalb nur eins aus der Eingangshalle und dem Treppenhaus.

Daß es überhaupt zu einem Neubau gekommen ist, verdankt sich der wiederholten ‚Erpressung‘ des Kunstsammlers Peter Ludwig, der übrigens mit seinen Sammlungen 19 Museen in Europa bestückt hat. Der ehemalige Schokoladenfabrikant bot der Stadt an, aus seiner Leihgabe von Gemälden der Russischen Avantgarde und der Pop Art eine Schenkung zu machen, wenn die Stadt ein neues Museum baut. So entstand 1986 ein großes Gebäude direkt neben dem Dom, in das man auch gleich die neue Philharmonie integrierte. Etwa zehn Jahre später das selbe Spiel: Ludwig erklärte sich bereit, der Stadt hunderte Werke von Pablo Picasso zu schenken – wenn sie ein neues Gebäude für die Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums baut. Das Museum am Dom heißt nur „Museum Ludwig“, ohne jeden Zusatz, aber warum sollte man einem Mann diese Eitelkeit nicht gönnen, der zusammen mit seiner Frau so viel für die Kultur getan hat.