Wallraf-Richartz-Museum

Das Wallraf-Richartz-Museum beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung mittelalterlicher Malerei, zeigt aber auch zahlreiche Bilder bis ca. 1900. Der Neubau (Architekt: Oswald Mathias Ungers) von 2001, hochangesehen unter Architekten, ist ein häßlicher Klotz, von innen aber sehr schön. Leider darf man keine Fotos machen, deshalb nur eins aus der Eingangshalle und dem Treppenhaus.

Daß es überhaupt zu einem Neubau gekommen ist, verdankt sich der wiederholten ‚Erpressung‘ des Kunstsammlers Peter Ludwig, der übrigens mit seinen Sammlungen 19 Museen in Europa bestückt hat. Der ehemalige Schokoladenfabrikant bot der Stadt an, aus seiner Leihgabe von Gemälden der Russischen Avantgarde und der Pop Art eine Schenkung zu machen, wenn die Stadt ein neues Museum baut. So entstand 1986 ein großes Gebäude direkt neben dem Dom, in das man auch gleich die neue Philharmonie integrierte. Etwa zehn Jahre später das selbe Spiel: Ludwig erklärte sich bereit, der Stadt hunderte Werke von Pablo Picasso zu schenken – wenn sie ein neues Gebäude für die Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums baut. Das Museum am Dom heißt nur „Museum Ludwig“, ohne jeden Zusatz, aber warum sollte man einem Mann diese Eitelkeit nicht gönnen, der zusammen mit seiner Frau so viel für die Kultur getan hat.

0 Antworten zu “Wallraf-Richartz-Museum

  1. Die Geschichte finde ich immer wieder interessant, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann wieso man der Stadt solche Werte schenkt!

    Die Treppen im Wallraf sind tückisch, meine Kunstlehrerin ist bei beiden Besuchen die Treppe ein Stück herabgestürzt.

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  2. Peter Ludwig hat ja schon sehr früh angefangen, Bilder zu sammeln, er war ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber und Sammler. Wenn er die Bilder verkauft hätte (was er übrigens mit Einzelwerken auch immer mal wieder gemacht hat), wären sie vermutlich überwiegend in irgendwelchen Privatsammlungen ‚verschwunden‘, da kaum ein öffentlicher Etat das Geld hätte aufbringen können. Ludwig wäre reich gewesen – aber was hätte er mit dem Geld machen sollen? So bleiben sie Sammlungen zusammen und sind zudem noch mit seinem Namen verbunden – auch über seinen Tod hinaus.

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