Bei diesem Wetter hält es niemanden mehr in seiner Wohnung, jeder, der kann, sucht sich einen Platz an der Sonne.
Die Halsbandsittiche im Stadtgarten bauen aufgeregt an ihren Nestern, damit es der zu erwartende Nachwuchs bequem hat …
… während der, der schon da ist, am Boden zu ersten Erkundungen aufbricht.
Im Biergarten ist noch Platz, Zeit für Kaffee und Kuchen, die frische Luft macht Hunger.
Ah, da kommt auch schon der Kellner – dachte ich. Der nickt beschwichtigend, geht vorbei und kümmert sich einen Scheiß um mich um andere Gäste. Ein größere Gruppe müßte man sein, die fällt sofort auf, wenn sie sich irgendwo niederläßt, und zieht die Kellner an wie das Licht die Motten. Ich bin leider keine Gruppe und muß dabei zusehen, wie Tabletts mit Hamburgern, Flammkuchen und Kölschstangen an mir vorbei getragen werden. Am übernächsten Tisch wird umständlich abkassiert, jeder zahlt einzeln. Da – eine Kollegin wird aufmerksam … aber nicht auf mich, Himmel, sie will vorbeilaufen. Ich halte sie auf.
Das Stück Florentiner Kirschkuchen ist von der Größe einer vollen Mahlzeit. „Das letzte Stück!“, verkündet die Kellnerin freudestrahlend. Lecker, schmeckt wirklich gut, bis – autsch! – ein Kirschkern erinnert mich schmerzhaft daran, daß man von fremder Hand zubereitete Speisen mit Vorsicht genießen sollte. Na gut, denke ich, 1 Kern bringt Glück. Daß gerade ich den erwischt habe von einem ganzen Blech … als ich fertig bin, überlege ich, ob ich den Biergartenbetreiber wegen Hinterhältigkeit verklagen sollte – viereinhalb Kerne auf ein Stück, das riecht doch verdächtig nach Attentat. Oder … vielleicht ist das auch nur die späte Rache für die drei Tassen, die ich hier mal vor Jahren geklaut habe. Ich hoffe bloß, wir sind nun quitt.
Der erste Kellner kommt gelangweilt angeschlendert und fragt, ob ich noch was möchte. „Ach nee! Plötzlich!“, empöre ich mich – natürlich nicht, sondern schüttel nur freundlich meinen Kopf. Die Sonne scheint.






