
Angesichts der Ereignisse auf dem Bahnhofsvorplatz in der Silvesternacht habe ich kaum Lust, nette oder lustige Einträge über diese Stadt zu schreiben.
Ihr habt ja sicherlich in den Nachrichten davon gehört: Aus einer Horde von ca. 1000 mutmaßlich aus Nordafrika stammenden jungen Männern bildeten sich immer wieder kleinere Gruppen, die Frauen umkreisten, sexuell belästigten und beraubten, sowohl in der Bahnhofsumgebung als auch im Bahnhof selbst. Inzwischen ist die Anzahl der bekannten Opfer auf ca. 150 gestiegen, ca. 3/4 davon wurden sexuell belästigt, zwei vergewaltigt, die anderen „nur“ ausgeraubt. Die Polizei war völlig überfordert, machtlos oder nicht anwesend.
Was das für ein Horror gewesen ist, kann man sich am besten vorstellen, wenn man ein paar Zeugenaussagen liest, die in der heutigen Zeitung stehen, ich zitiere:
21.30 Uhr: „‚Ich habe so etwas noch nie erlebt und hätte das auch nie erwartet, so etwas in dieser Stadt erleben zu müssen. Die meisten der jungen Männer waren stark alkoholisiert, sie schrien laut herum, zerbrachen Bierflaschen, standen in Gruppen zusammen und machten junge Frauen an. Sie sahen aus wie Araber, aber viele sprachen gut Deutsch. Es war eine aggressive Stimmung und ich hatte Angst um mich und meine kleine Tochter, die anfing zu weinen. Mehrere Männer umzingelten Frauen oder Mädchen, die aus oder in den Bahnhof wollten. Als wir in den Bahnhof flüchteten, machte ein Mann mich an: ‚Hallo Süße. Du hast so schöne Haare.‘ Hinter mir versuchte jemand, in meine Handtasche zu greifen, suchte nach meinem Handy. Die beiden waren geübt darin, Leute zu bestehlen.'“
„‚Am Ausgang der Bahnhofshalle zum Dom hin kam uns eine riesige Menschenmasse entgegen‘, schildert [ein Besucher] seine Erlebnisse gegen 23 Uhr. ‚Wir hatten keine Chance, zu entkommen.‘ Eine ‚große Gruppe Ausländer‘ habe sich in die Menge gedrängt. [Er] wurde von seiner Familie getrennt. ‚ Ich konnte meine Kinder nicht mehr sehen, das war das Schlimmste.‘ Im Nachhinein kommt ihm das Vorgehen geplant vor. ‚Das war kein Zufall. Die wußten, was sie da taten.‘ Schließlich schaffte die Familie es, zu entkommen. ‚Die Angreifer hatten meiner 15-jährigen Tochter und meiner Lebensgefährtin an die Brust und zwischen die Beine gegriffen‘, sagt [er]. Seinem Sohn wurde das Handy gestohlen.“
0.30 Uhr: „‚Frauen wurden eingekreist, Leute, die sich einmischen wollten, wurden bedroht‘, sagt der Sauerländer. Mindestens 200 junge Männer hätten sich in der völlig überfüllten Bahnhofshalle aufgehalten, Alkohol getrunken und Leute angepöbelt. Frauen seien angefaßt worden, ‚zwei Japanerinnen haben es richtig mit der Angst zu tun bekommen.'“
(Kölner Stadtanzeiger, 6.1.2016)
Die Polizei hat inzwischen fünf Verdächtige festgenommen, die allerdings wegen Diebstahlsdelikten an anderer Stelle aufgefallen waren. Ansonsten tappt sie im Dunkeln und spricht davon, die Verbindung von sexueller Belästigung und Raub sei völlig neu. Dagegen berichtete ein WDR-Reporter von ähnlichen Vorfällen bereits im Sommer, zu einer Zeit also, bevor die Flüchtlingswelle Deutschland erreichte.
Oberbürgermeisterin Reker gibt auf Nachfrage während einer Pressekonferenz Tipps, wie Frauen sich verhalten sollen in einer solchen Situation: Am besten sollen sie immer mindestens eine Armlänge Distanz zu Fremden halten und ihre Bekanntengruppen nicht verlassen. Na, dann wird ja alles gut.