Cinecitta Köln

Nanu, was soll das denn? Ein Blick aus dem Fenster: Der halbe Straßenabschnitt ist für parkende und fahrende Autos gesperrt (arme Anwohner, die Parkplätze sind eh schon so rar), stattdessen stehen Lastautos hinter Absperrkegeln, zwei Dixitoiletten und dieses komische Monstrum. Das Geheimnis ist schnell gelüftet: Da wird ein Film gedreht. Ach, wie spannend! In der Wohnung soll wohl Sommer simuliert werden, große Spiegel werden von unten angestrahlt, und damit es nicht ganz so grell ist, wird mit einem weißen Tuch abgedämpft. Aha. Soso. Und sonst?

Nichts sonst. Von wegen spannend. Es passiert: Gar nichts! Unten läuft ein junger Mann herum, der offesichtlich aufpassen muß, daß kein Passant über die Kabel stolpert, gelangweilt vertritt er sich die Füße – stundenlang. Dreharbeiten habe ich mir irgendwie aufregender vorgestellt. Der Film, den sie da drehen, heißt übrigens „Ihr mich auch“, und exakt das habe ich nach fünf Minuten spannen auch gedacht.

Südbahnhof

Die Formensprache der 50er-Jahre rührt mich, wenn ich sie sehe: Der Formwille ist deutlich sichtbar, sie will ganz eigen sein und elegant, mondän und modern aufgeschlossen – und scheint ihr klägliches Scheitern doch schon gleich in sich zu tragen. Aber ob man sie mag oder nicht, die Gebäude sind Dokumente der Zeitgeschichte und müssen entsprechend gepflegt werden. Erst verwahrlosen lassen, um dann mit dem Abriß ein leichtes Spiel zu haben, dient durchschaubar einem kulturvergessenen reinen Funktionalitätsstreben.

Hier kommt noch etwas anderes hinzu: Die Bahn, obwohl sie für die Pflege auch kleiner Bahnhofe regelmäßig nicht unerheblich große Summen aus der Staatskasse bezieht, kümmert sich keinen Deut darum, sondern steckt das Geld lieber in völlig überdimensionierte Großstadthauptbahnhöfe, die mehr mit Kaufhäusern gemein haben. Die nächste milliardenschwere Tat ist in Stuttgart geplant, wo der ganze Schienenverkehr unterirdisch gelegt wird, wahrscheinlich, damit man die Geschäfte besser erreichen kann. A propos unterirdisch: In Köln kennt man sich bestens aus in Planung und – an Material sparsamer – Durchführung von solchen Großbauprojekten. Vielleicht sollte man sich hier beraten lassen, an welche Billigbaufirmen die Auftäge man am besten vergibt, damit man lange was davon hat – von der Baustelle.

Café in der Vondelstr.

Wir wissen nicht, was dieser junge Mann zu bestellen beabsichtigte, wir jedenfalls hatten ‚Birne Helene‘, von der hier schon mal die Rede war.

Das neue Café befindet sich in der Garagenhalle der ehemaligen „Feuerwache Cöln Süd“ – trotz der Ausmaße ist es dank der halbhohen Raumteiler recht gemütlich. Es gehört zur frisch umgezogenen „Comedia Colonia“, einer Kleinbühne für Kabarett, Kinder- und Schultheater.

Schnee

Dicke, fette Schneeflocken sind im sogenannten Kölner Becken eher selten, die Stadtwärme aus millionenfachem Energieverbrauch hält sich lange in der Kuhle. Am ehesten kann sich nachts eine Schneedecke bilden, die sich bis zum Morgengrauen hält, dann sorgen Streudienste und Berufsverkehr auf den Hauptstraßen wieder für freie Wege, und die verhältnismäßig milden Temperaturen bringen Tauwetter.

Key West am Zülpicher Platz

Aah ja! – gut zu wissen. Und was ist, wenn jemand doppelt belastet ist? Langweilige Transen aus Paderborn? Geile Schwule aus Düsseldorf? Coole Jungs aus dem Osten? A propos Osten: Was hat z.B. Bergisch Gladbach an sich, daß die „Girls“ da schärfer sein sollen als hier im Linksrheinischen? Egal – wer auch immer da hin geht in diese Bar, sollte sich über eins im Klaren sein: Hier wird scharf geschossen Karaoke gesungen. Wie auch immer man also ‚gepolt‘ ist – starke Nerven sollte man haben.

Grüngürtel

Alles weihnachtet, deshalb will ich nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß Spekulatius und Schokoladenweihnachtsmänner in ca. zwei Wochen von Zuckereiern und Schokohasen abgelöst werden. Wer also auf das Weihnachtsgebäck nur schlecht verzichten kann, sollte sich jetzt eindecken, denn das wird erst wieder in ca. 6 Monaten in den Supermarktregalen stehen.

Kyffhäuser Str.

Dieser türkische Imbiß soll nach Aussage eines türkischen Kollegen der beste der Stadt sein – er liegt zentral im Studentenviertel, der Umsatz ist hoch, deshalb wird alles immer wieder frisch gemacht, der Pizzateig wird vor den Augen der Kunden, die oft türkischestämmige Landsleute sind, im Ofen gebacken und kommt nicht aus dem Großhandel. Nun habe ich gerade neulich einen Bericht gesehen über einen Lastwagen, den man aus dem Verkehr gezogen hat, weil er ungekühlt hunderte von Dönerspießen transportierte – oh oh, und das war nur einer, den man zufällig erwischt hat … Aber gut, wer sicher gehen will, bestellt eine türkische Pizza mit Salat und Schafskäse, auch sehr lecker, sättigend und günstig.