Unheimliche Wasserspeier haben an Kirchtürmen nicht nur die Funktion, das Regenwasser abzuleiten, sondern auch die, Dämonen abzuschrecken, vergleichbar den Schattenrissen von Vögeln, die heutzutage auf Glaswänden und -fenstern kleben, damit Tauben und Singvögel abgeschreckt werden, was allerdings oft wenig nützt. Und wahrscheinlich ist es mit den Dämonen genauso.
Dieser Wasserspeier hängt am Turm der evangelischen Christuskirche, die 1891-94 im Neorenaissancestil erbaut wurde. Allerdings hat nur der Turm den 2. WK überlebt, die Kirchenhalle ist ein Bau der 50er Jahre. Ich weiß nicht genau, warum (ich vermute: Rückgang der Mitglieder und Geldnot), aber man plant, die Halle abzureißen und Wohnkomplexe zu errichten:
Zwei fünfgeschössige Riegel, die sich gegenüberstehen, dazwischen ein überdachter Gemeinderaum und ein „sakraler“ Garten. Obwohl die Gebäude nicht höher wären als die gegenüberliegenden, würde sich durch ihre wuchtige Ausdehnung der Charakter des Platzes durch die Veränderung der Sichtachsen komplett wandeln.
(Quelle)
Da zu wohnen wäre vielleicht nicht soo schlecht, allerdings würde mir das ewige nahe Gebimmel der Kirchenglocken schnell auf die Nerven gehen.
Noch mehr Informationen gibt es hier: „Wohnen in der Kirchenmauer“, wo ich auch den Grundriß ausgeliehen habe.
PS: So sah die Kirche früher aus:

