Neu St. Alban am Stadtgarten

Nach dem Beschluß, Alt St. Alban nicht wieder aufzubauen (s. letzter Eintrag), tauschte die Kirche einen Teil des Geländes mit der Stadt gegen ein kleines Grundstück am Stadtgarten und baute dort 1958/59 die relativ kleine Hallenkirche Neu St. Alban.

Die Kirche, zu deren Aufbau man Trümmerziegel u.a. der zerstörten alten Oper benutzte, wird von den Parkbäumen weitgehend verdeckt. Der Grundriß ist pentagonförmig, der Innenraum nimmt in seiner Gestaltung die Neuordnung des 2. Vatikanischen Konzils von 1963 vorweg: Durch die Platzierung des Altars steht er Pfarrer der Kirchengemeinde zugewandt.

Und wenn ein Kirchenbesucher keine Lust mehr hat und Frischluft braucht (soll ja vorkommen), ist er gleich draußen im Park, schräg gegenüber ist ein Biergarten.

Das Taufbecken in der Krypta ist von 1642 und stand in Alt. St. Alban. Der Heilige hat mit Köln eigentlich nichts zu tun, vielmehr ist er Schutzpatron der Stadt Mainz, wo er auch geköpft wurde. Er weilte dort im Jahr 406 als Missionar, als die Vandalen, dieser germanische Stamm von östlich der Oder, den Rhein überquerten, um gegen die Römer zu kämpfen. Wie das in der Kunst so üblich ist, wird er hier mit seinen Attributen dargestellt, dem Schwert, mit dem er enthauptet wurde, und seinem Kopf, den er nach der Hinrichtung – – „erhobenen Hauptes“ hätte ich jetzt beinahe geschrieben – – also: mit aufrechtem Gang zu seinem zukünftigen Grab trug.

Anänger der Mem-Theorie sollten schnell die Augen schließen, um sich nicht zu infizieren. Das bunte Kreuz steht zur Abwechslung mal für das Leben, der Schatten deutet auf das hin, was das Leben immer begleitet, auf den Tod. Geschickt inszeniert!

0 Antworten zu “Neu St. Alban am Stadtgarten

  1. An das Taufbecken muss man sich erst gewöhnen. Ein bisschen makaber, für neues Leben.

    Und das Kreuz finde ich derartig genial, hätte ich eine Kirche, würde ich das genau so abkupfern. Auch superschön digigrafiert.

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  2. Apropos Luft in der Kirche. Ein lieber Blogger hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Kirche niemals ein Klo gibt. Und tatsächlich, ich wüsste nicht, wo man während eines Hochamtes hindarf/muss. Haben neue Kirchen denn einen Lokus?

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