Tanzbrunnen im Rheinpark

Am Tanzbrunnen, einem umzäunten Areal des Rheinparks, werden manchmal kleine Märkte veranstaltet, wie zum Beispiel dieser Blumenmarkt, auf dem man günstig Setzlinge und Gartenzubehörartikel kaufen kann.

Im Sommer finden hier Open-Air-Veranstaltungen statt, z.B. Black Föös und andere Lokalgrößen, aber Santana war auch schon da, demnächst kommt Neil Young. Und bei gutem Wetter gibt es Freiluftkino.

Blumensetzlinge gut und schön – aber ich bin auf solchen Märkten immer ganz froh, wenn es auch andere Motive gibt.

Nachdem ich mich an dem Stand mit den türkischen Spezialitäten an den Pröbchen sattgegessen hatte – Knoblauchfrischkäsepasten, Avocadocreme, eingelegte Tomaten, Oliven etc. – entdeckte ich diesen Stand:

Wenn man diese Früchte rechtzeitig pflanzt und immer schön pflegt, kann man zweimal im Jahr sogenannte „Kekse“ ernten. Schade, daß ich keinen Garten habe.

Am Rheinpark

„Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich;
das Meer brause und was darinnen ist;
das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;
und lasset rühmen alle Bäume im Walde vor dem Herrn“,
steht da an der Wand.

Kann man machen, fröhlich sein im Sonnenschein, aber Meere brausen nicht in dieser Stadt, nur der Rhein fließt träge und angenehm gewissenhaft, und die Bäume können rühmen, wen sie wollen, hauptsache, sie rascheln schön und spenden Schatten, wenn man ihn braucht. Und wenn man müde ist von des Tages Lasten, kann man den Herrn einen guten Mann sein lassen und sich darüber freuen, daß da eine Bank steht.

PS: Psalm 96

Hohenstaufenring

Nachdem wir neulich bei Blogfreundin Karin darüber sinniert haben, welche Bücherattrappen ein Möbelhändler ins Regal stellen soll, ist mir diese Ausstattung aufgefallen: Es scheint sich um x-fache Ausgaben derselben Zeitung zu handeln. Also entweder ist das Regal für einen Zeitungsgrossisten gedacht (ich prophezeie keinen hohen Absatz des Regals, denn dafür ist es zu unpraktisch), oder vielleicht für jemanden, der seinen Kamin mit Zeitungspapier heizt und den Verteilern der kostenlosen Wochenzeitungen, die diese massenhaft vor die Haustüren deponieren, hinterherläuft, um alle wieder einzusammeln und bei sich zu Hause zu horten. Hm.

Im selben Laden kann man diese hübsche Lampe kaufen, also eigentlich zwei, neckisch ist die erste von einer zweiten umgeben. Das Blöde ist nur, daß das Plexiglas alle anderen Lichter der Umgebung spiegelt, aber vielleicht soll das ja so sein.

Gürzenichstr.

„Dem fällt auch nix mehr ein, das xte Bild mit abschreckender Architektur, die gibt’s doch überall“, mag jetzt vielleicht der ein oder andere denken. Gut gut, aber dieses Bild, das ich gestern aufgenommen habe, hat etwas Besonderes: Einen Fassadenkletterer. Nein, liebe Kinder, das ist kein Feuerwehrmann, ihr habt schon richtig gesehen. Und seitdem ich nun weiß, wie früh der anfängt, lasse ich nachts mein Fenster offen, kein Wunder, daß das Wünschen in den vergangenen Jahren zu nichts geführt hat.

Salzgasse

Es hat ja etwas Tröstliches, daß eine mütterliche Figur allen Anfechtungen trotzt (in diesem Fall Wind und Regen), um gnädig über uns zu wachen – sicher ist in der Nähe eine Kirche, ein Hort der Ruhe und stillen Einkehr.

„ZIMMER FREI“ schreit es in roter Farbe … bin ich etwa … bin ich tatsächlich …? – genau, nimm die Finger aus den Ohren, dann weißt du’s genau, Videbitis: Unter die Touristen gefallen.

Wer bin ich

Auch ein Spaziergang durch den weitläufigen Rheinpark schützt offenbar nicht vor existentiellen Gedanken, und das ist ja auch kein Wunder, ein Blick ins Glas zeigt: Die Welt steht Kopf! Aber keine Sorge: Schlückchen für Schlückchen rückt die Welt sich wieder grade – ein Vorgang allerdings, der sich wieder umkehrt bei denen, die es übertreiben.

In der Buchhandlung

Gibt’s doch gar nicht – schon wieder November, wo ist nur der Sommer geblieben? Wieso habe ich gar keine Erinnerung daran? War ich in Urlaub? Bin ich senil geworden? Oder ein Zeitsprung? Gar ein Paralleluniversum? Oder mich nimmt jemand auf den Arm – das wird es sein, steht ja auch darüber: „Humor“ – haha, wie witzig, wir verkaufen schon Anfang Mai Kalender für 2010. Zum totlachen, was ist mit 2011?

Nein, Paralleluniversum ist doch wahrscheinlicher, denn – nichts gegen Teddy und Käpt’n Sharky – unter „Kunst“ versteht man in meiner Kultur etwas anderes:

Und den Nachbarn einen Korb voller Gänseblümchen zu schenken kann ja durchaus mit erotischer Absicht geschehen, ist aber … vielleicht … nicht das geschickteste Vorgehen. Und was für ein perverses Volk sind Hunde- und Katzenfreunde hier? Was macht der Tierschutz, sollten das Kätzchen da mit Strapsen und Bello im String-Tanga abgebildet sein?

Schildergasse

Manchmal gibt es in der Fußgängerzone am Samstag Aktionstage, dann haben viele Geschäfte bis 24 Uhr geöffnet. Wieso, also mit welcher Begründung, entzieht sich meiner Kenntnis, aber um das ganze nicht danach aussehen zu lassen, was es ist, nämlich ein Fest des schier endlosen Konsumierens, gibt man dem Ganzen noch einen zusätzlichen Anstrich, diesmal sollte es ein spanischer Tag sein. Zwei kleine Bühnen waren aufgebaut, auf der einen wurde Folklore zum Besten gegeben, die man mit Spanien verbindet („Bamboleeero …“), auf der anderen wurde Swingjazz gespielt, und an zwei kleinen Ständen gab es spanische Spezialitäten – viel zu klein für die Menschenmassen und mit langen Wartezeiten. Was soll’s, ich mag eh keine Paella.

Wahlfang auf der Studentenwiese

Ob das der richtige Ort ist für diese (neo-)liberale Dame? – von der Partei übrigens, die auch in Krisenzeiten nicht müde wird, nach mehr Eigenverantwortung des Einzelnen zu schreien rufen, wobei in erster Linie natürlich nicht die Banker und Manager gemeint sind, die die Krise verursacht haben. Gut, die Zeiten, in denen man den Leuten an der Kleidung angesehen hat, was sie wählen, ist lange vorbei, die Studenten sind ja auch lange nicht mehr so politisiert, und so ein junges Gesicht – wer weiß, vielleicht fängt man doch ein paar Stimmen. Eine gegnerische Partei, die die Wählerstimmen für sich haben möchte (obwohl sie auch keine Ahnung hat, was zu tun ist), behauptet, daß die schöne Oberfläche eine häßliche Wahrheit verbirgt:

Koch
Fotoquelle unter GNU-Lizenz.

Welche Abbildung zeigt den „Finanzhai“? Wer übrigens eine Ähnlichkeit entdeckt, ist selbst schuld.