Urlaub 3. Station: Bayerischer Wald (1)

Was macht man im Bayerischen Wald? Genau: Erstmal die Füße hochlegen und die Aussicht genießen. Diese Luft! Diese Natur!!

Natur kann natürlich auch anstrengend sein. Dieser Weg, stundenlang bergauf, ist nichts für Rollstuhlfahrer. Warum tut man sich das an, fragt man sich manchmal, aber so schlimm ist es gar nicht, und wenn man oben ist, wird man mit etwas Herrlichem belohnt:

Selten hat ein Käsebrot so gut geschmeckt.

Und Ausblick gibt es natürlich auch. Der Berg heißt übrigens „Mittagsplatzl“, keine Ahnung, warum. Vielleicht liegt es an den vielen Heidelbeeren, die man hier pflücken kann.

In Bodenmais, einem kleinen Örtchen nahe der Grenze zu Tschechien, kann man es gut eine Woche lang aushalten. Es gibt hier sogar einen Supermarkt, in dem man alles findet, was man braucht …

… z.B. alles Wichtige für eine empirische Untersuchung. Meine erkenntnisleitende Frage war: Welches dieser einheimischen Biere schmeckt am besten? Ich stellte folgende Hypothesen auf: Das Dampfbier macht das Rennen, weil es einen Bügelverschluß hat, das deutet auf Handarbeit hin (das andere Bier mit Bügelverschluß ist ja „nur“ ein Lager-Bier). Am schlechtesten wird das Bier von Thurn und Taxis abschneiden, weil ich die Gloria nicht leiden kann und es ihr deshalb wünsche. Fazit: Die Hypothesen konnten nicht bestätigt werden. Sie haben alle nicht schlecht geschmeckt, selbst das Thurn-und-Taxis-Bier übertraf meine Erwartungen – im Gegensatz zum Dampfbier, das nur mittelmäßig war. Strahlender Sieger ist das „Weltenburger Kloster Barock Dunkel“: Dunkle Biere sind leider oft zu süß, aber dieses ist sehr würzig, ohne bitter zu sein. Bravo!

Nach so viel Forschung tut ein Spaziergang im Tal gut.

Urlaub 2. Station: Regensburg (3)

Dieser von außen unscheinbare Klotz war der Grund, weshalb wir überhaupt nach Regensburg gefahren sind: Meine Begleiterin hatte im TV eine Doku darüber gesehen.

Das Gebäude ist eine moderne Kirche – wow! Wenn man sie betritt, kommt man sich vor wie in einem futuristischen Film.

Großartige Architektur. 2004 wurde St. Franziskus im Stadtteil Burgweinting fertiggstellt.

Sehr sehenswert auch das „Kunstforum Ostdeutsche Galerie“ mit Bildern und Skulpturen von der Romantik bis heute. Das Museum ist klein, aber sehr fein. Die Pfeilerummantelung ist übrigens aus Velours.

Wenn ich das richtig verstanden habe, müssen die ausgestellten Künstler irgendeine Verbindung in den Osten haben, Otto Dix z.B. ist in einem Kaff bei Gera geboren worden, Lovis Corinth in Ostpreußen. Merkwürdiges Auswahlkriterium, aber egal: Ein Besuch ist unbedingt empfehlenswert.

Dann ist da ja noch das Schloß derer von Thurn und Taxis, ein riesiger Gebäudekomplex mit viel abgesperrtem Park drumherum. Die Fürstin Gloria verkauft Gummis (nur! die zum Kauen), Bier und anderes aus eigener Herstellung.

Gegen eine relativ hohe Gebühr darf man die fürstlichen Räume teilweise besichtigen – wir haben darauf verzichtet. Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis ist eine der wenigen Personen, die ich nicht persönlich kenne und gegen die ich trotzdem eine heftige Abneigung empfinde. An der obszönen Höhe ihres Vermögens kann es nicht liegen (laut Forbes-Liste ist sie 2,3 Milliarden US-Dollar wert), da hätte ich ja viel zu tun, wenn mich alle Reichen so berühren würden. Es hat eher mit ihrer Dummheit zu tun. Gut, wie kann man jemandem seine Dummheit vorwerfen, das macht man doch bei anderen Behinderungen auch nicht … ah – jetzt weiß ich: Es ist ihre Dummheit gepaart mit ihrer großen Klappe, was mich anwidert.

Stattdessen gehen wir lieber zu „Dampfnudel-Uli“, laut Sternekoch Alfons Schuhbeck der beste Dampfnudelkoch. Das ist ein zweifelhaftes Kompliment, denn Schuhbeck macht auch Werbung für Fertigsuppen. Ich habe die Dampfnudel probiert: Ja, okay. Ja, kann man essen. Mit Vanillesoße. Außerdem gibt es da einen leckeren Saft, irgenwas besonderes, was genau, habe ich vergessen. Und Stoiber war auch schon da, und gaaanz viele andere Prominente.

Hier waren wir zwar nicht essen, aber der Versuch, sich dem mittelalterlichen Brauch anzupassen, den Häusern Namen zu geben, rührt mich.

Das war Regensburg, ich kann es nur empfehlen. Was war noch? Ach ja:

Nächstes Mal bestimmt.

Urlaub 2. Station: Regensburg (2)

In Regensburg gibt es Geschlechtertürme, die kannte ich bisher nur aus Italien. Geschlecht ist hier im Sinne von Sippe/Familie/Clan zu verstehen. Wenn ein wohlhabender Regensburger Händler im Mittelalter seine Waren vor Diebstahl schützen wollte, lagerte er sie in einem Turm, dessen erster Stock nur durch eine Leiter erreichbar war, die einfach nach oben gezogen wurde, um die Güter unberechtigtem Zugriff zu entziehen. Je höher der Turm, desto mehr Waren und damit einhergehend, auch mehr Renommee des Händlers. Das machte die Konkurrenz neidisch, das wollen wir erstmal sehen, wer hier den Längsten hat, mag der Nachbar gedacht haben und setzte ein weiteres Stockwerk auf seinen Turm, was dann den nächsten neidisch machte, und so wuchsen die Türme in die Höhe.

Ein weiteres Angebergebäude kann man besichtigen, wenn man mit dem Ausflugsschiff die Donau hinabfährt: Die Walhalla. Völlig verrückt, wie da ein griechischer Tempel (dem Parthenon in Athen nachempfunden) in den bayerischen Wäldern steht.

Ludwig I., König von Bayern, hat die Walhalla 1830-42 erbauen lassen (nicht zu verwechseln mit dem Märchenkönig Ludwig II.), eine Ruhmeshalle, die die deutsch-germanischen Personen rühmen soll, die von besonderer Bedeutung waren und sind.

Innen findet man inzwischen 130 Büsten und 65 Gedenktafeln: Komponisten, Philosophen, Schriftsteller, Adelige, Militärs, eben alles, was Rang und Namen hat und mindestens 20 Jahre tot ist (die Liste findet man hier). Ihr könnt auch mich vorschlagen, wenn es soweit ist, der Bayerische Ministerrat entscheidet dann über die Aufnahme.

Turnvater Jahn neben Franz Schubert – die Nachbarschaft ist manchmal etwas willkürlich.

Und was macht Gollum hier? Ist der auch aus Deutschland? *räusper* Etwas mehr Ehrfurcht, Herr Videbitis! Das hier ist eine ernste Angelegenheit. Gut, das ist natürlich Immanuel Kant, den kennt doch jeder.

Zwischen den mächtigen Säulen hat man einen guten Blick auf die Donauumgebung.

Die Idee dieses Gebäudes ist vor dem Hintergrund der politischen Situation im 19. Jahrhundert zu sehen: Die Sehnsucht, aus den vielen deutschen Kleinstaaten ein einheitliches Gebilde zu machen, war groß, und so kam es oft zu einer Überbetonung alles Deutschen. Dennoch erscheint mir die Ruhmeshalle größenwahnsinnig und ist somit unfreiwillig wahrscheinlich kein schlechter Repräsentant dessen, was später alles in deutschem Namen angerichtet wurde.
Wer aus der Walhalla heraustritt, soll sich „teutscher“ fühlen als vorher, so war der Plan, die geballte Konfrontation mit den deutschen Größen sollte den Nationalcharakter bilden. Nationalcharakter ist ein merkwürdiger Begriff, ich vermute, daß es sowas gar nicht gibt, aber wenn man ihn finden will, sollte man eher in der Kleingartenverordnung des Schrebergartens am Fuße des Hügels suchen als in der Ruhmeshalle.

Urlaub 2. Station: Regensburg (1)

Wie jetzt – schon wieder zu Hause? Nee, dieser Dom steht nicht in Köln, sondern in Regensburg. Er ist ein wenig kleiner, hat aber eine ähnliche Geschichte wie der Kölner Dom: Im 13. Jahrhundert hat man angefangen mit dem Bau, zwischendurch ist das Geld ausgegangen, und erst im 19. Jahrhundert wurde er fertiggestellt.

Die Regensburger Altstadt wurde 2006 auf die Welterbeliste der UNESCO gesetzt – finde ich gut, denn sie ist wirklich sehr schön.

Viele Touristen laufen natürlich herum, aber hier wird auch gewohnt. Mittelalterliche Städte laufen ja leicht Gefahr, zu Museumsstädtchen zu werden, in denen man außer Besuchern und Personal niemand sieht, aber das ist hier nicht der Fall, was der Atmosphäre sehr gut tut.

Warten auf den Bus – der hier merkwürdigerweise durch die Fußgängerzone fährt.

Regensburg ist eine Universitätsstadt, was sich dadurch bemerkbar macht, daß die weitläufigen Grünanlagen und Biergärten von jungen Leuten bevölkert werden.

In der Donau liegen zwei bebaute Inseln, die von der „Steinernen Brücke“ überspannt werden, einem Wunderbauwerk des späten Mittelalters (1146), denn sowas hatte man bisher noch nicht gesehen. Die Brücke ist mitverantwortlich für die große wirtschaftliche und politische Bedeutung der Stadt zu der Zeit.
Erst seit ein paar Jahren ist sie für Autos und Busse gesperrt – das war eine gute Idee, die man auf die ganze Altstadt übertragen sollte.

Das „Bruckmandl“ (Brückenmännchen) soll der Brückenbaumeister sein, um den sich folgende Legende rankt: Brückenbaumeister und Dombaumeister wetteten miteinander, welches Gebäude zuerst fertig wird. Der Brückenbaumeister sah bald, daß der Dom unerwartet schnell in den Himmel wuchs, also machte er einen Deal mit dem Teufel: Teuflische Hilfe gegen die Seelen derjenigen drei, die die fertige Brücke als erstes überqueren. In kürzester Zeit stand die Brücke, die Wette war gewonnen, und Bischof und andere Würdenträger meldeten sich an, das Wunderwerk zu eröffnen … Der Brückenbaumeister mußte seinen Teil des Handels noch erfüllen – also schickte er einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke. Der Teufel war über diese List so erbost, daß er den Bau wieder zerstören wollte, er stellte sich unter einen der Bögen und versuchte, ihn mit seien Schultern zu sprengen, schaffte aber nur eine Delle, die noch heute zu sehen ist.

Am Fuß der Brücke gibt es den ältesten Schnellimbiß der Welt: Die „Wurstlküche“. Hier war schon vor 800 Jahren eine Garküche. Heute ist es ein touristisches Highlight, aber angeblich essen auch die Regensburger hier gern.

Und das gibt es hier: Schweinswürstl mit Sauerkraut und süßem Senf. Doch, kann man essen, aber ehrlich? – muß man nicht unbedingt.

Essen kann man auch hier, in dem Biergarten „Alte Linde“ auf einer der Donauinseln, was man aber unbedingt unterlassen sollte. Aber sitzen und trinken kann man hier sehr schön. Wenn man sich ein kleines Bier bestellt, bekommt man einen halben Liter. Bayern eben.

Wenn man will, kann man seinen eigenen Bierseidel mitbringen:

Urlaub 1. Station: Zürich

Nachdem ich im letzten November in Zürich auf Dienstreise war, war mir klar, daß ich da auch im Sommer mal hin muß. Eine sehr schöne Stadt, macht aber einen wohlhabenden Eindruck und ist zumindest für Deutsche sehr teuer.

Auf dieser Terrasse haben wir gar nicht gesessen, sondern bei einem Italiener an der Straße, mußten aber trotzdem für 2 Portionen Nudeln mit Soße und 2 Gläser verdünnten Apfelsaft 50 Euro zahlen. Das reduziert die Urlaubskasse sehr schnell.

Die Altstadt ist sehr weitläufig, hier gibt es viel zu entdecken. Überall locken Cafés mit leckerem Kuchen …

… und Geschichten, die man vom Nebentisch erlauschen kann. Dieser Herr faßte sich allerdings kurz.

In dieser Kirche werden jeden Samstag um 10 Uhr esoterische Praktiken vollzogen, keine Ahnung, was der Papst dazu sagt …

… aber die Sitten sind hier halt anders: Kein Arzt, sondern ein Handwerker behandelt eine bestimmte Phobie.

Und wer noch nich weiß, wovor er Angst hat: Kein Problem, wie steht’s mit Arachnophobie?

Wer die Intelligenz früh schult, weiß im späteren Leben stets die richtige Entscheidung zu treffen …

… so wie dieser Angler mit seinem Mimikryhemd, da wiegen die Fische sich fälschlicherweise in Sicherheit!

Ich kann verstehen, daß es Leute gibt, die diesen Ort für ein kleines Paradies halten.

Aber irdische Paradiese sind meist kostspielig. Insofern ist es durchaus sinnig, daß in diesem Schaufenster des Juweliers Tiffany ein Wohnungsschlüssel hängt.

Urlaub

Im Süden geht es los, dann reise ich langsam in den Norden. Anfang August bin ich wieder da. Macht’s gut.

PS: Ein Nachtrag zum Togo-Eintrag von neulich, gestern in der Stadt gesehen: Die Konkurrenz schläft nicht – es gibt jetzt „Coffee to go“ auch zum Mitnehmen!

Samstag in der Altstadt

„Ballermann am Rhein“ titelte neulich die hiesige Tageszeitung. Ich habe es überprüft, und tatsächlich, es stimmt: Samstagabend in der Altstadt, es wimmelt von Touristen – und Junggesellengruppen, bzw. Junggesellinnengruppen. Um die Letztgenannten geht es: Meist uniformierte junge Leute (gleichfarbige T-Shirts mit Aufdrucken wie: „XY heiratet – wir saufen!“, oder drollige Hüte) begleiten jeweils einen oder eine, der/die demnächst heiraten will. Die Noch-Junggesellen müssen irgendwas machen, meistens tragen sie einen Bauchladen mit Kleinigkeiten (Kau- und andere Gummies, Taschentücher und Tampons, Zigaretten etc.) zum Verkauf und belästigen damit andere Passanten. Einige haben auch ein Megaphon, und wenn sich jemand bereit zeigt, dafür zu zahlen, singen sie ein Lied. Mir bot mal eine junge Frau an, ich sollte mir für ein paar Euro ein Stück aus ihrer Leggins herausschneiden, die Schere hatte sie dabei. Ich habe dankend abgelehnt.

In der halben Stunde, die ich durch die Altstadt streifte, begegneten mir ständig solche Gruppen, ich brauchte nicht lange zu suchen, die Anzahl war im zweistelligen Bereich.

Zum Teil haben sie schon eine mehrstündige Bahnfahrt hinter sich und währenddessen bereits ordentlich getankt. In der Stadt geht’s weiter, einer der Begleiter trägt die Schnapsflaschen, ein anderer das Bier. Wenn sie dann keine Lust mehr haben, die anderen Leute mit ihren Anliegen zu nerven, fallen sie in die Kneipen ein, um weiter zu saufen, und da sie ja schon den ganzen Tag dabei sind, hat das oft unangenehme Begleiterscheinungen: Sie sind laut, pöbelig, verzehren nicht viel, und das, was sie zu sich nehmen, ist nicht selten der Tropfen zuviel: „Und da wird dann über die Möbel gekotzt“, sagt ein Wirt in dem erwähnten Artikel. Das alles führt dazu, daß die anderen Gäste ausbleiben – und damit auch das Geld, das sie normalerweise ausgeben. Dazu kommt, daß die JungesellInnengruppen meistens keine Hotelzimmer buchen, da wird gefeiert (=gesoffen), so lange es geht, und mit dem ersten Zug in der Früh fährt man wieder nach Hause. Bei warmem Wetter schläft man vielleicht ein paar Stunden im Rheinpark.
Wenn es ums Geld geht, hört der Spaß natürlich auf: Einige Wirte haben bereits grundsätzlich Lokalverbot für diese Gruppen ausgesprochen, und Politiker bemerken ein „Imageproblem“. Kann ich verstehen: Die Altstadt ist dafür da, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen – wie soll das gehen, wenn die eine Hälfte die Getränke selbst mitbringt oder am Kiosk kauft und im Park übernachtet und die andere Hälfte angewidert fortbleibt angesichts der Ballermannatmosphäre?

Im Volksgarten

Das Foto oben zeigt ein relativ neues Phänomen, das, wie so oft, aus Amerika kommt und sich langsam weltweit verbreitet … aber was? Alle Parkwege sind jetzt krumm? Hand-in-Hand-gehen erlebt eine Renaissance? Alle Bäume sind jetzt dauerhaft grün?
Alles Quatsch, schaut genauer hin: Es sind die Schuhe, die am oberen Bildrand im Baum hängen. Über die Bedeutung gibt es mehrere Mythen: Drogenhändler sollen so ihren Verkaufsort markieren – und damit das jeder potentielle Kunde weiß, setzen sie eine Annonce in die Zeitung, oder wie? Eine andere Geschichte besagt, daß der Brauch auf ein jung verheiratetes Paar zurück geht, das sich in der Hochzeitsnacht gestritten hat. Er warf schließlich ihre Schuhe in einen Baum, damit sie nicht abhauen konnte. Darauf vertrugen sie sich wieder und zeugten ein Kind. Wieso habe ich das Gefühl, daß die Basis dieser Beziehung nicht sehr tragfähig ist? Jedenfalls: Hochgeworfene Schuhe sind ein Glückssymbol, denn ob sie es bereut hat, daß sie nicht barfuß gegangen ist, weiß man ja nicht.
Eine dritte Lesart: Schuhe, die an Bäumen und Hochleitungen oder Laternen hängen, sind Kunst, eine Art von Streetart. Und angelehnt an den Begriff Graffiti gibt es auch schon eine Bezeichnung dafür: „Shoefiti“ (kein Scherz).

Appellhofplatz

Ich bin geneigt, diese Außengastronomie für die ungemütlichste, farbloseste und unwirtlichste von ganz Köln zu halten. Daß das dazugehörige Café ausgerechnet „Talltree“ heißt, hielt ich bisher für einen schlechten Witz, für eine Verhöhnung der Besucher angesichts der Baumarktbäumchen, die da stehen. Inzwischen habe ich aber gelernt, das „Talltree“ eine Kette ist, so wie die anderen Caféketten, die mit ihren geflavourten Getränken die Kaffeehauskultur in Verruf bringen (Kaffee mit Vanillesirup – uah!). Immerhin: „Talltree“ verarbeitet Fairtrade-Produkte aus biologischem Anbau. Vielleicht sollte ich meine Vorurteile einfach mal vergessen … ach nee, das Auge trinkt mit: Die Selbstbedienung schreckt mich nicht, aber das Café liegt im „Hinterhof“ des Vierscheibenhauses des WDR, da gibt es gar nicht weit weg wirklich schönere.