Grüngürtel

Alles weihnachtet, deshalb will ich nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß Spekulatius und Schokoladenweihnachtsmänner in ca. zwei Wochen von Zuckereiern und Schokohasen abgelöst werden. Wer also auf das Weihnachtsgebäck nur schlecht verzichten kann, sollte sich jetzt eindecken, denn das wird erst wieder in ca. 6 Monaten in den Supermarktregalen stehen.

Alter Güterbahnhof, Vogelsanger Str.

Auf mich machen städtische Brachen immer einen trostlosen Eindruck, aber es gibt viele, die diese Renaturierung auf Zeit mögen. Der alte Güterbahnhof in Köln-Ehrenfeld ist umgeben von Stadt, aber man fühlt sich wie auf dem platten Land. Ab und zu rattert ein Zug vorbei, sonst hört man nichts außer die eigenen Schritte. Natürlich ist das Gelände schon längst verplant: Bürgerinitiativen haben sozialen und humanen Wohnungsbau im Auge, eine lebendige Erweiterung des Viertels mit Kunst, kleinen Läden, Handwerk, Kindergärten und Grünflächen. Die Politiker, besonders die Stadtteilpolitiker, sind natürlich alle unbedingt dafür – allein, es fehlt die Macht und das Geld. Unterdessen hat die Bahn das Gelände an eine Versicherung (soviel ich weiß) verkauft, und Versicherungskonzerne sind ja bekanntermaßen ganz besondere Freunde alternativer Lebens- und Wohnvorstellungen. Wenn ich mich recht erinnere, war von einem Rieseneinkaufszentrum die Rede. Aber nichts genaues weiß man bis jetzt, und im Moment werden die alten Bahngebäude noch für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Und für Müll, den man vielleicht noch mal gebrauchen kann, zummindest gibt er schöne Muster.

Kyffhäuser Str.

Dieser türkische Imbiß soll nach Aussage eines türkischen Kollegen der beste der Stadt sein – er liegt zentral im Studentenviertel, der Umsatz ist hoch, deshalb wird alles immer wieder frisch gemacht, der Pizzateig wird vor den Augen der Kunden, die oft türkischestämmige Landsleute sind, im Ofen gebacken und kommt nicht aus dem Großhandel. Nun habe ich gerade neulich einen Bericht gesehen über einen Lastwagen, den man aus dem Verkehr gezogen hat, weil er ungekühlt hunderte von Dönerspießen transportierte – oh oh, und das war nur einer, den man zufällig erwischt hat … Aber gut, wer sicher gehen will, bestellt eine türkische Pizza mit Salat und Schafskäse, auch sehr lecker, sättigend und günstig.

St. Pantaleon

Perfekt ausgeleuchtet, ich nehme an, auch die Kirchen beschäftigen inzwischen Beleuchtungsprofis, um ihr Anliegen möglichst vorteilhaft an die Betrachter zu bringen. Der barocke Hintergrund täuscht: Wir befinden uns in einer der ältesten Kirchen Kölns, der frühromanischen Kirche St. Pantaleon aus dem 10. Jahrhundert. Zur Bauzeit und noch lange danach war die Kirche Teil einer Klosteranlage außerhalb der Stadt, nun liegt sie fast im Zentrum. Kaiserin Theophanu liegt hier begraben – na ja, begraben ist vielleicht zu viel gesagt, der Sarkophag steht auf einem Sockel. Der Lettner auf dem unteren Bild ist ein spätgotischer Bau, das Gesamtensemble ist ein schönes Beispiel dafür, wie schlecht die verschiedenen Stilrichtungen Romanik, Gotik und Barock zusammenpassen.

Skulpturenpark Stammheim

Wieder mal eine Skulptur aus dem Skulpturenpark in Köln-Stammheim, der zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist (das Foto ist allerdings aus dem Sommer). Der Künstler Burkhard Uliczka hat den Stamm einer jungen Weide in vier Stränge gespalten, die eine Edelstahlkugel umfangen. Das Werk heißt „Leben leben“.

California Bräune

Ab Januar 2010 dürfen Jugendliche unter 18 Jahren Sonnenstudios nicht mehr betreten, Pubertierenden über 18 jedoch ist es weiterhin erlaubt, im Namen eines zweifelhaften Schönheitsideals die jährliche Sterblichkeitsrate zu erhöhen: 365 Tage, das ist genau der Zeitraum, in dem ca. 3.000 Bundesbürger an Heutkrebs sterben, 140.000 Neuerkrankungen sind – ebenfalls jährlich, mit steigender Tendenz – zu verzeichnen.