Große Sandkaul

Parallel zu Möbelmesse fand letzte Woche wieder die „Interior Design Week Köln“ statt, kurz genannt „Passagen“. An vielen Orten über die Stadt verteilt konnte man sich die neueste Entwicklungen in Sachen Inneneinrichtung ansehen. Auf der Homepage wird ein Laden so beschrieben, was aber für die ganze Veranstaltung gilt: „Ein Cross-Over aus Messe, Showroom, Museum, Galerie und Shop.“

Design, das ist die Gestaltung eines Produkts, das man möglichst vielen Käufern andrehen will. Und weil die Konkurrenz nicht schläft, versuchen die Designer sich gegenseitig zu überbieten – zwischen künstlerisch Anspruchsvollem, hinter dem die Funktionalität des Objekts zweitrangig zu sein scheint, und (mehr oder weniger pfiffigen) Basteleien findet man alles, was man sich vorstellen kann – oder sich bisher eben nicht vorstellen konnte, dafür sind ja die Designer da.

Da wir in den letzten Jahren (hier und hier) bereits gemerkt haben, daß uns diese schöne neue Welt der Waren eher nicht interessiert, sind wir in diesem Jahr zu keiner Ausstellung gegangen – zu fast keiner, denn wenn wir die Möglichkeit haben, ein Gebäude zu besichtigen, wo wir sonst nicht hineinkommen, nutzen wir die Gelegenheit – und schauen uns dann natürlich auch an, was ausgestellt wird.

In der Kellerbar des Hotels Monte Christo in der Altstadt durfte der „Fachbereich Gestaltung der Hochschule Mainz“ den Raum gestalten.

Ausrangierte Federbälle …

… 250 Stück, arrangiert zu einer Deckenlampe.

Noch eine Lampe – aus Zollstöcken gefertigt. Der runde Tisch ist auch etwas Besonderes: Er besteht aus zwei Tischplatten. Die obere Tischplatte wird gedreht, bis sich ein kleines Fach zeigt, in dem die Smartphones verschwinden sollen, damit man sich in Ruhe unterhalten kann. Mein Einwand, ob man die Smartphones denn nicht einfach ausmachen kann, zeigt nur, wie alt ich schon bin.

Ein Produkt aus der Reihe „k.B.“  (=kompletter Blödsinn): Eine Sitzbank  für Strickende. Was passiert, wenn die Wollknäuel soweit abgestrickt sind, daß sie durch die Löcher fallen? Tja, nichts weiter, die Wolle fällt durch. Fazit: Holz für den Kaminofen kann man auch einfacher kaufen.

Links zwei Hocker aus recycelten und gefalteten LKW-Planen, rechts eine Art Sessel, bei dem ein Stück alter Werbebanner in ein Stahlgerüst gehängt wurde. Ich würde mich allerdings nur ungern die ganze Zeit von meinem Sessel ansehen lassen.

Was gibt’s noch? Deko, also Staubfänger, hergestellt mit ‚digitaler Fertigungstechnologie: Lasercutten, 3-Plotten und CNC-Fräsen‘ und ein 8-achsiger Industrieroboter. Gut, wenn man mal was braucht fürs Bad-taste-Wichteln …

15 Antworten zu “Große Sandkaul

  1. Servus!

    „Sein oder Design“ (Das ist hier die Frage..;-)
    Künstlerisch zweckentfremden lässt sich so gut wie alles. Mir kam eben eine Blitzidee dazu.

    Man nehme ein mittelgroßes Zahnrad (Chrom/poliert), bringe an der Unterseite zwölf Gelenkhülsen an und verbinde dies per Abstandshülsen an ein rundes 12-V Trafo-Gehäuse. (Edelstahl) In die niederstromführenden Gelenkhülsen steckt man gewöhnliche Klobürsten, die kreisförmig geneigt als LED-Strahler dienen.
    Dazu werden die Klobürstenköpfe mit LEDs bestückt, die Klobürstenstiele mit stromleitenden Metallhülsen versehen. (Die Niederstromzufuhr erfolgt vom Trafo über die Stile/Gelenke zu den LED-Bürstenköpfen.) Angesteuert wird die Klobürstenleuchte per Smartphone/Tablet-App. (Lichtfarbe und Intensität.)
    Design für die gediegene Wohnstube. Was meinst, Kollege?..;-)

    Grüße aus dem Diesseits!..:-)

    Gefällt mir

    • Super Idee, ein Kronleuchter für das Bad! In den „Passagen“ wäre das ein großartiger Erfolg, die Design-Kollegen würden Dir auf die Schulter klopfen – kleine Tabuverletzungen beleben das Geschäft. Was ist mit einer Lampe aus verschiedenfarbigen halbtransparenten Dildos, in die Leuchtkörper eingearbeitet sind – auf Wunsch mit Vibrationsgeräuschen? Gibt’s wahrscheinlich schon, jedenfalls würde ich mich nicht wundern.

      Das Diesseits ist oft seltsam, aber immer besser als das Jenseits.;-)

      Gefällt mir

      • Bonjour Monsieur!

        Du bist ja ein ganz ganz schlimmer!..;-D
        Hab eben mal nach „Dildo-Leuchte“ gegoogelt.
        Ausser Dildos mit Frontleuchte findet sich nichts.
        Schnapp dir die Gelegenheit!..;-)

        Werd mal beizeiten per Photoshop was zusammenmashen.
        Der Klobürstenkronleuchter hats verdient..;-)
        (Merci für die Korrektur.)

        Musik beschwingt den Geist.
        … 🎶 http://tinyurl.com/zgvt7c6 🎶 …
        Lass es einfach wirken..:-)

        Gefällt mir

  2. nach dem lesen deiner kommentare fühle ich mich gemüßigt, für ein wenig aufklärung zu sorgen. es gibt nämlich kleine, aber feine unterschiede zwischen dildo und vibrator. 😉
    ein dildo ist meist aus edelstahl, hat die form eines männlichen penises und dient zur penetration der frau als ersatz für den mann.
    ein vibrator hat meist eine ähnliche form wie ein dildo, doch die spitze ist meist leicht gekrümmt.
    der vib dient zur stimulation der weiblichen clitoris zum orgasmus, der auch multiple sein kann und oft auch ist.
    vibs sind meist aus silikon hergestellt, weil sie nicht zum einführen herhalten sollen.
    frau kanns wohl versuchen, doch würde das den batterie betriebenen kleinen motor überfordern.
    ich hoffe, mich verständlich und anständig ausgedrückt zu haben. 😉

    Gefällt mir

    • Aj ja – vielen Dank, das war mir nicht klar. Besonders viele Gedanken habe ich mir bisher allerdings auch nicht darüber gemacht. Aber jetzt weiß ich Bescheid, man lernt doch immer noch dazu.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s