Körnerstr.

Na! – das macht man aber nicht, bei anderen Leuten ungeniert in die Bude gucken!

Hier darf man aber: Das „K18“ ist einer von ca. 190 Veranstaltungsorten der „PASSAGEN“, der größten Designveranstaltung Deutschlands, die parallel zur Möbelmesse stattfindet. Hier hat man offensichtlich einen Raum für Nadelbäume designt, damit sie es schön gemütlich haben.

Genau genommen geht es um „Interior Design“, man kann auch Inneneinrichtung dazu sagen, klingt aber nicht so weltmännisch. Befilzte Stühle und Leitern werden im Hochbunker vorgestellt, vielleicht fürs Kinderzimmer, damit die tobenden Kleinen sich nicht wehtun? Keine Ahnung.

Zimmerspringbrunnen … was ist Design eigentlich? Eine Hamburger-Boulette wird ebenso designt wie eine Webseite, ein Auto oder eben Möbel und Wohnaccessoires. Ist das jetzt alles Kunst? Tatsächlich gibt es keine feste Definition von Design, im Möbel- und Modebereich kann man aber wohl von Design als „Angewandter Kunst“ sprechen: Es sind Produkte, die einem praktischen Zweck dienen sollen und gleichzeitg einen gewissen künstlerischen Anspruch vermitteln. In Köln gibt es sogar ein Museum dafür, da kann man sich sehr schön ansehen, wie Gebrauchsgegenstände aller Art durch die Jahrhunderte gestaltet wurden.

Wie z.B. dieses Sideboard, wo man wunderbar Geschirr, Gläser, Bettwäsche oder andere Sachen, die kaputt sind, hineinstopfen kann.

Manchmal hat man den Eindruck, daß der Gebrauchswert eines designten Möbels nicht unbedingt im Vordergrund steht, was natürlich auch der Tischler weiß, der das hergestellt hat (darf ich überhaupt Tischler sagen? „Interior Furniture Designer“?). Im Umkehrschluß nimmt er vermutlich an: Kleiner Gebrauchswert, also hoher Kunstwert, was sich natürlich auf den Preis auswirkt: 8.211,- Euro.

0 Antworten zu “Körnerstr.

  1. Es gibt in der Sparte Design eine immanente Hurenfunktion. Deshalb zähle ich Design zum Kunsthandwerk. Der Glücksfall ist bei Design, wenn Funktionalität und Form einander ergänzen. Ob abgeholzte Tannenbäume vor Wandtellern dazugehören, weiß ich nicht.

    (Wie immer: ganz wunderbare Fotos!)

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  2. Hurenfunktion ist ja Lohnarbeit fast immer immanent, aber Du hast recht, bei Design ist es oft auf den ersten Blick offensichtlich, besonders, wenn die Form wichtiger wird als die Funktion.

    Danke, freut mich!

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  3. ah, die passagen … sag mal, findest du nicht auch, dass die früher spannender waren? ehrlich gesagt hat mich dieses jahr kaum etwas gereizt im passagenprogramm, und deine bilder geben diesem gefühl recht ….

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  4. In den letzten Jahren habe ich das gar nicht so verfolgt und auch dieses Jahr nur am Rande – mir ist aufgefallen, daß es offenar immer mehr Ausstellungsorte gibt, die sich daran beteiligen. Der Versuch, im Design möglichst originell zu sein, langweilt mich schnell, besonders, wenn es auf Kosten der Funktionalität geht.

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