Die „Alte Liebe“ ist das bekannteste der fest vertäuten Gastronomieboote, nicht zuletzt, weil es vor fünf Jahren komplett und spektakulär abgebrannt ist. Für Gesellschaften kann man hier Räume mieten (bis zu 500 Personen), als Selbstversorger oder mit Buffet und Bedienung. Am Wochenende ist ganz normaler Restaurant- und Cafébetrieb mit einer kleinen Auswahl an warmen Speisen und Kaffee und Kuchen.
Monat: April 2008
Rodenkirchener Brücke
„Über sieben Brücken mußt du geh’n, sieben dunkle Jahre übersteh’n …“ Nein, keine Angst, hier kann man ganz unbehelligt über sieben Brücken gehen oder fahren, ohne die Dunkelheit von ebenso vielen Jahren befürchten zu müssen, es macht nur keinen Sinn, das nacheinander zu machen, denn man kommt immer nur auf die jeweils andere Rheinseite. Die Rodenkirchener Brücke, die südlichste der Stadt, ist eine Autobahnbrücke, aber wie bei allen anderen Brücken auch, kann man sie als Fußgänger und Fahrradfahrer ebenfalls nutzen. Sie wurde 1938 gebaut und war zu der Zeit die längste Hängebrücke Europas. 1945 wurde sie zerstört und neun Jahre später wieder aufgebaut. Das Grün ist übrigens ganz typisch für fast alle Brücken der Stadt: Der spätere erste Bundeskanzler der BRD Konrad Adenauer war von 1917 bis 1933 Oberbürgermeister der Stadt und hatte eine besondere Vorliebe für das Grün der Patina auf Bronzeskulpturen und alten Kupferdächern. So wird das Grün der Kölner Brücken im Volksmund auch „Adenauergrün“ genannt.
Rheinufer
Sehr schön kann man mit dem Fahrrad am Rheinufer bis nach Bonn und vermutlich auch noch weiter fahren, aber schon wer es bis Zündorf schafft, hat sich eine kleine Stärkung verdient.
Die Kamera sollte man allerdings am hellichten Tag noch gerade halten können – aber es war nicht meine Schuld: Das völlig überforderte Personal teilte uns nach ca. einer Stunde Wartezeit und auch nur auf Nachfrage mit, die Bockwurst sei leider aus. Nachdem wir uns den Witz verkniffen hatten, wohin sie denn gegangen sei, setzten wir über:
Die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten und kostet 2 Euro pro Person/Fahrrad.
Die Rückfahrt kommt einem kürzer vor – woran mag das liegen?
Hahnentorburg auf dem Rudolfplatz
Die Hahhnentorburg auf dem heute verkehrsumtosten Rudolfplatz, anfang des 13. Jahrhunderts erbaut, war eines der zwölf Tore in der mittelalterlichen Mauer, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Altstadt umfaßte. Von den zwölf Toren hatten einige übrigens gar keine Funktion, man wollte nur der Stadt Jerusalem nacheifern, die ebenfalls zwölf Tore hatte. Durch die Hahnentorburg ritten allerdings die Könige, nachdem sie in Aachen gekrönt worden waren, um im Dom den Heiligen Drei Königen zu huldigen. Zeitweise diente das Gebäude als Gefängnis, dann beherbergte es ein Museum, heute bietet es einer Karnevalsgesellschaft Platz. Im 2. WK wurde besonders der linke Turm schwer getroffen, wie die Torburg um 1900 aussah, kann man hier betrachten.
Lütticher Str.
Die mittelalterliche Stadtmauer wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur als überflüssig, sondern auch als beengend empfunden, also wurde sie bis auf ein paar markante Punkte geschleift. Die Kölner Ringe wurden angelegt (die Mehrzahl täuscht, es ist ein Ring mit streckenweise verschiedenen Bezeichnungen), daran anschließend ein Areal zur Bebauung freigegeben, das noch heute Neustadt heißt (siehe auch hier). Die Bürgerhäuser wurden im Gründerzeitstil gebaut, der seine Formen in der Architektur des sogenannten Historismus fand, d.h. es wurden vielfach Stilelemente vergangener Epochen miteinander verbunden und zu einem eigenen Charakter entwickelt. Das Bild zeigt ein Beispiel, Wohnungssuchende achten in den Anzeigen auf den Begriff ‚Altbau‘, wenn sie in solch einem Haus wohnen möchten, natürlich möglichst zeitgemäß renoviert. Das Bild ist aber auch typisch für etwas anderes: Die meisten Häuser dieser Art wurden zerstört, das einheitliche Bild, das die Neustadt früher gehabt haben mag, ist unwiederbringlich vernichtet, stattdessen geben die Gründerzeithäuser nur noch eine Ahnung davon, wie es mal ausgesehen hat – wenn ich könnte, würde ich mich für einen Spaziergang in die 20er Jahre zurückbeamen, um ein Bild der Stadt vor den verheerenden Zerstörungen der Kriegsbomben zu bekommen.
Richmodisstr.
Im 14. Jahrhundert, als immer mal wieder die Pest wucherte, heiratete der wohlhabende Mengis von Aducht die schöne Richmodis. Als sie eine Zeit lang glücklich zusammen gelebt hatten, raffte die Pest Richmodis dahin – ihr Mann war untröstlich, stattete den Leichnam reich mit Gewändern und Schmuck aus, ließ sie begraben und verkroch sich in seinem Turm. Den Herren des Bestattungsinstituts jedoch tat es vor allem um den vergrabenen Schmuck leid, weshalb sie nächtens eine Exhumierung vornahmen. Als sie den Sargdeckel öffneten, ging durch die vermeintlich Tote ein Ruck – zum Schrecken der Totengräber erwachte sie aus dem Scheintod. Schnell eilte sie nach Hause. Als der Diener seinem Herrn Mengis aufgeregt mitteilte, seine Frau stehe vor der Tür, sagte dieser: „Ach was, eher steigen meine beiden Hengste auf den Turm!“ – und sogleich hörte man lautes Pferdegetrappel auf der Treppe.
Am Aachener Weiher
Der Schwan brütet, wo er will und nicht, wo er soll – auf einem öffentlichen Durchgang anstatt irgendwo im Gebüsch. Gut, daß er sich nicht die vierspurige Straße in der Nähe ausgesucht hat, ob man die auch abgesperrt hätte …
Mal eine blasphemische Frage: Kann man Schwäne eigentlich auch essen? Ist vielleicht ein Spiegelei vom Schwan eine Delikatesse?
Biergärten
Wie hier im zentral gelegenen Stadtgarten hat die Biergartensaison gestern überall in der Stadt angefangen – der Kaffee ist auch sehr gut, wie ich feststellen durfte.
Später dann am Aachener Weiher war der Ansturm so groß, daß der Gastronomie die Speisen ausgingen – flüssiges „Brot“, wie die Mönche einst sagten, gab es aber noch zur Genüge.
Auf dem Rathenau-Platz werden die Stühle angekettet, sobald die Sonne fort ist – zu Recht, sie könnten sonst das Weite suchen vor lauter Kälte. Der Schal wird besser noch nicht in den Schrank gehängt.
