Versunkener Apelkuchen

Da hier in letzter Zeit andauernd von Apfelkuchen die Rede war und mir ein lieber Kollege täglich Äpfel aus seinem Garten mitbringt, habe ich gebacken. Sehr lecker.

Zutaten:

125 g Margarine
125 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Eier
200 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
2 Eßlöffel Milch
ca. 7 Äpfel
je zwei Eßlöffel Rosinen und Mandelstifte, Zimt

Zubereitung:

Margarine, Zucker und Vanillezucker verrühren, die Eier einzeln einrühren. Mehl und Backpulver sieben und unterrühren, dann die Milch, je nach Geschmack eine Messerspitze Zimt. Den Teig nun in eine eingefettete 28cm-Ringform geben. Äpfel schälen, halbieren und entkernen, und damit sie nicht braun anlaufen, mit einer halben Zitrone einreiben. Die Hälften der Länge nach einritzen und auf den Teig setzen. Darauf die Rosinen und Mandelstifte gleichmäßig verteilen, mit Zimt bestäuben.
Im vorgeheizten Ofen im unteren Drittel bei 175 Grad ca. 40 – 45 Minuten backen.

Luxemburger Str., Uni-Center

Ich könnte wetten, da ist ein Alien auf dem Balkon. Wenn ich als Außerirdischer einen fremden Planeten erkunden wollte, würde ich mir jedenfalls ein solches Haus aussuchen: Die ca. 2000 Bewohner können bequem in Tiefschlaf versetzt und im Raumschiff zwischengelagert werden, so daß meine Alien-Kollegen und ich genug Platz und Ruhe hätten, um dann von hier aus die fremde Kultur zu erkunden. Von den 954 Wohnungen sind 378 kleine Studentenzimmer zwischen 14 und 24 qm mit Gemeinschaftsküchen. Eine Freundin von mir hat mal hier gewohnt, unten sitzt (heute von den Aliens natürlich hypnotisiertes) Sicherheitspersonal und läßt einen nur nach telefonischer Rücksprache hinein.
Das dreiflügelige Gebäude in Universitätsnähe wurde 1973 fertiggestellt und ist eins der größten Wohnhäuser Europas, den genauen Mietpreis eines 14qm-Zimmers habe ich leider vergessen, kann mich aber an meine Empörung erinnern, als mir kürzlich jemand davon erzählte: Es ist sehr teuer.
Inzwischen soll es keine mehr geben, aber die Freundin ist nach kurzer Zeit wegen Kakerlaken-Befalls ausgezogen (hat jemand „Men in Black I“ gesehen?).

Quatermarkt, Alt St. Alban

Alt St. Alban ist war eine der ältesten Pfarrkirchen, mitten in der historischen Altstadt. Im Mittelalter mehrmals umgebaut, hat man sich nach dem 2. WK entschlossen, die Ruine nur zu sichern und als Mahnmal stehen zu lassen. Die Fassade ist von 1896.

Im dachlosen Inneren steht eine Kopie der Figurenguppe „Trauerndes Elternpaar“ von Käthe Kollwitz, das Original befindet sich auf einem belgischen Soldatenfriedhof.

Zur Zeit wird hier restauriert, im Hintergrund sieht man den Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums.

Typisch für Köln: Gleich gegenüber sieht man ein Beispiel rein funktionaler Nachkriegsarchitektur, die wenigstens eine schöne Spiegelung hergibt.

Innenstadt

Ein sicheres Geschäft ist nicht nur eine Kaffeebude am Rhein, sondern auch ein Abschleppunternehmen. Dazu ein paar Zahlen:

Köln hat eine Fläche von 405 qkm. Zieht man die bebaute Fläche (140), den Wald (55), Parks (41) und Wasserflächen (20) ab, bleiben 139 qkm übrig für Straßen, Gehwege und öffentliche Plätze.

In Köln sind ca. 410.000 Autos zugelassen. Angenommen, in Köln gäbe es keine Straßen und Plätze, sondern nur und ausschließlich Parkplätze, stünden jedem Auto 0,33 qm zur Verfügung, das sind weniger als 60 mal 60 Zentimenter.

Aber die Autos würden dann ja eng an eng stehen, keine Straßen, das macht doch keinen Sinn, außerdem müßten sie so klein sein, daß keiner reinpaßt. Deshalb gibt es nur eine Lösung: Die Autos müssen fahren! – auch mal ein bißchen außerhalb der Stadtgrenzen, dann funktioniert’s. Tja, und wer keine Lust mehr dazu hat, der hat gute Chancen, abgeschleppt zu werden, je nach Wochentag und Tageszeit kostet das 209 bis 247 Euro pro PKW. Morgen melde ich ein neues Abschleppunternehmen an.

Zülpicher Str. / Brad Bryxdale

In der Kneipe links habe ich schon öfter gesessen, als sie noch „Cuchini“ hieß, der Imbiß „Ferkulum“ ist ein Grieche und so làlà, nichts Besonderes also. Weshalb ich das Foto hier zeige: Es ist eine schlechte „Kopie“ eines Fotos von einem Fotografen, auf den mich Blogfreund BoDoW aufmerksam gemacht hat: Brad Bryxdale macht sehr sehenswerte Schwarz/weiß-Fotos aus Köln. Dabei kommt es ihm nicht so sehr auf den dokumentarischen Effekt an, ihn interessiert Bewegung, Zufall, der Augenblick, die Stadt ist meist (wenn auch sehr reizvoller) Hintergrund. Bestimmt schon über tausendmal bin ich an dieser Stelle vorbeigelaufen, daß sie allerdings so aussehen kann, wie auf seinem Bild, war mir bisher entgangen. Bemerkenswert, eindringlich.

Kap am Südkai

Was gibt es schöneres als an einem milden Herbsttag im Sonnenschein am Rhein spazieren zu gehen? Genau, zwischendurch einkehren. Das relativ neue Café Kap liegt auf dem Weg, draußen sitzen mit Blick auf den Fluß ist auch nett … aber dann: Kuchen ist aus – Sonntag nachmittag um 16 Uhr!! Nicht einmal einen popeligen Keks gibt es zu den heißen Getränken (überall sonst Mindeststandard), der Kakao ist mit heißem Wasser aufgegossener Zucker mit Milchpulver und leichtem Schokoladengeschmack, das Sahnehäubchen ist keins, sondern aufgeschäumte Milch – Freunde, nein, Leute, hier habt ihr mich zum letzen Mal gesehen!

Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

Eigentlich mag ich keine Briefromane, obwohl es durchaus gute gibt, ich möchte mir lieber Handlung vorstellen, als sie nur von den Protagonisten erzählt zu bekommen. Deshalb hätte ich mir dieses Buch wahrscheinlich nicht gekauft (was ein Fehler gewesen wäre!), wäre es mir nicht von reloaded  empfohlen worden. Aber der Reihe nach:

Der Roman ist kein Brief-, sondern – ganz zeitgemäß – ein email-Roman. Emmi Rothner möchte per Internet ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, verschreibt sich aber bei der Adresse, statt „…@like.com“ sendet sie die mail an „…@leike.com“, die zu Leo Leike gehört, der ihr schließlich antwortet. Daraus ergibt sich ein Dialog, der (ich konnte es mir zu Anfang selbst nicht vorstellen) tatsächlich über 200 Seiten hält und fesselt: Obwohl die beiden sich nie treffen (außer vielleicht zum Schluß? – darf ich nicht verraten), verlieben sie sich langsam ineinander, obgleich Emmi eigentlich glücklich verheiratet ist. Die Dialoge, die die beiden führen, sind witzig, überraschend, geistreich, sarkastisch, anrührend, manchmal einander verletzend, nie langweilig, immer spannend – und das mit einer scheinbaren Leichtigkeit und Eleganz geschrieben, ohne jemals oberflächlich zu sein, wie ich es schon längere Zeit nicht mehr gelesen habe. Glattauer ist absolut sicher, nicht an einer einzigen Stelle verfehlt er den Ton, sein Rhythmus ist bewunderungswürdig. Gern werden ja in zeitgenössischen Liebesromanen Geschlechterklischees gepflegt (z.B.: Starke Frau, tumbe Männer, bis auf einen, der plötzlich auftaucht und bei dem die Frau schwach wird etc.), nichts davon in diesem Roman, Glattauers Figuren sind so souverän oder verletzlich, wie es ihre Gefühlswelt zuläßt und nicht ihr Geschlecht.
Ich habe das Buch verschlungen, und ich überlege schon, wem alles ich das zu Weihnachten schenke: Es ist ein Buch für Tante Else, denn man kann es einfach als reizende Liebesgeschichte lesen. Es ist ein Buch für den Internet-junkigen Neffen, denn es ist spannender als jedes Computerspiel, und emails sind eh sein Hauptkommunikationsmittel. Es ist ein Buch für Muttern, die gern lacht, trotzdem aber auch gern mal gerührt eine Träne aus dem Augenwinkel wischt, und, nicht zuletzt, ein Buch für meinesgleichen, der sich immer mal wieder gerne fragt, was die Liebe eigentlich für eine eigentümliche Sache ist.

Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind. – 2. Aufl. – München: Goldmann, 2008. 218 S., 7,95 €

Kleingärten im Grüngürtel

Manchmal phantasieren eine Freundin und ich darüber, daß es doch ganz schön wäre, einen Kleingarten zu haben: Das eigene Obst wächst an den Bäumen, man erntet seinen Salat, die Zucchini und Tomaten selbst, nur der kühle italienische Wein und die Spaghetti müssen aus dem Supermarkt mitgebracht werden. Man sitzt im Schatten seiner Apfelbäume und liest nebenbei in einem Buch, während die Freundin im Garten werkelt … aber dann fällt mir die Kleingartenverordnung ein, die sich liest wie ein Gesetzestext, der Anteil der Beete zum Rasen ist ebenso geregelt wie die Höhe der Zäune etc. Ab und zu muß man an grauenhaften Kleingartenbesitzerversammlungen teilnehmen, und der Nachbar zieht unter den Klängen der Nationalhymne die Deutschlandfahne auf die Stange – ich glaube, ich werde auch in Zukunft auf mein Rad springen, am Kiosk eine Flasche Bier kaufen und mich an den Rhein setzen, wenn mir nach Natur ist. Und bei welchem Italiener man gut Spaghetti Bolognese essen kann, weiß ich inzwischen auch.

St. Albertus Magnus

Dieser Wetterhahn ist gar keiner, sondern ein Posaunenengel (oder auch Tubaengel), hat in diesem Fall aber die selbe Funktion. Der durchdringende Klang der Posaune wird mit der Stimme Gottes assoziiert (*trööööööt*), der, zur Zeit des Jüngsten Gerichts, sogar die Toten wecken kann (hat man denn nirgends seine Ruhe?). Die Kirche St. Albertus Magnus wurde 1950/51 gebaut, ihre Außenhülle besteht aus Trümmerziegeln.

Domplatte

Schon in der Vorkriegszeit war der Dom von Straßen umgeben.

Nach dem 2. WK hatte kaum jemand ein Auto, so daß man keinen Anlaß sah, diesen Umstand zu ändern. Die Auswirkungen des „Wirtschaftswunders“ in den 60er Jahren jedoch ließen die Autozahlen wachsen – und mit ihnen das Bedürfnis, den Dom an die historische Altstadt anzubinden. Zwischen Nord- und Südseite des Doms bestand sowieso ein Gefälle von 4,5 m, so lag es nahe, eine Betonfläche auf dem Niveau der höheren Südseite, dem Roncalliplatz, um den Dom herumzuziehen und den Verkehr darunter zu leiten. Die häßlichen Betontreppen, die die Domplatte mit dem Bahnhofsvorplatz verbanden, sind vor ein paar Jahren glücklicherweise durch eine große Freitreppe, die im ursprünglichen Plan auch vorgesehen war, ersetzt worden.

Den Fußgängerbereich unter und südlich der Domplatte sollte man übrigens unbedingt meiden, es sei denn, man mag dreckige, nach Urin und Abgasen stinkende Orte.