… in der Kölner Bilderbude von Videbitis. „Wegen Krankheit z.Z. geschlossen“, könnte da auch stehen – nix Ernstes, nur Husten, Schnupfen und alles, was damit zusammenhängt, sehr lästig. Bis bald (Attest wird nachgereicht).
Autor: Videbitis
Rheinterrassen, Rheinpark
Im rechtsrheinischen Rheinpark ist bei schönem Wetter am Wochenende ein wenig mehr los als im Klettenbergpark.
Gleich am Anfang liegen die Rheinterrassen, eine In-Lokalität für Kölner (die Touries kennen sie nicht, die sitzen stattdessen auf der anderen Seite am schattigen Altstadtufer). Das Restaurant öffnet erst um 18 Uhr, der Biergarten aber hat Hochbetrieb: Am einen Stand gibt’s Essen (Hamburger und billiger, wenn auch nicht preiswerter Salat), am anderen Getränke, viel Ansteherei zu relativ gesalzenen Preisen, wenn man hier was verzehren will.
Dafür sitzt man lange in der Sonne, hat einen guten Ausblick, und weil das anscheinend noch nicht reicht, hat man Strandsand aufgeschüttet und Strandkörbe aufgestellt.
Wem das zu blöd und außerdem das Geld zu schade ist, geht ein paar Schritte weiter, kauft auf dem Feinschmeckermarkt, der zufällig gerade stattfindet, ein paar Kleinigkeiten …
… und picknickt im Park, wo sich die Massen verlaufen.
Und im Sand sitzen kann man hier auch, wenn man unbedingt will.
Liebesschlösser 2
Vor fast genau einem Jahr berichtete ich hier von den Vorhängeschlössern, die zur Besiegelung einer Liebe an die Gitter der Hohenzollernbrücke angebracht werden. Der Schlüssel wird – als Symbol für die beabsichtigte Dauerhaftigkeit der Liebe – in den Rhein geworfen. Waren es vor einem Jahr noch ein paar hundert von solchen „Lucchetti dell’amore“, sind es inzwischen ein paar tausend. Mich würde interessieren, wieviele von den Paaren wohl noch zusammen sind. Ich finde, man sollte zur Auflage machen, daß eine Trennung nur dann erfolgen kann, wenn die Ex-Liebenden im Rhein nach dem Schlüssel tauchen, um das Schloß wieder aufzuschließen, und wenn er nicht gefunden wird, müssen sie eben zusammen bleiben. Wenn schon, denn schon.
Klettenbergpark
Na bitte – geht doch! Das Grün kommt langsam, aber unaufhörlich, und endlich erlauben es die Temperaturen, sich die Wochenendzeitung zu schnappen und nach draußen zu setzen.
Der kleine Klettenbergpark war eine Kiesgrube, bevor er 1910 liebevoll als Park inmitten der Stadtlandschaft angelegt wurde. Die Besucher sind hauptsächlich Anwohner, ob der Reiher auch zugezogen ist, weiß ich allerdings nicht, vorstellbar wär’s.
Jülicher Str.
Inkasso-Unternehmen sind Geldeintreiber, die gegen Gebühren für Gläubiger arbeiten. Egal, ob die Forderung berechtigt ist oder nicht, das Unternehmen versucht, vom mutmaßlichen Schuldner das ausstehende Geld einzutreiben – oft mit recht drastischen Drohungen. Internetbetrüger bedienen sich gern solcher Firmen, die mit der Drohung explodierender Anwalts- und Gerichtskosten versuchen, die verunsicherten Verbraucher einzuschüchtern. Meistens ist nichts dran, man sollte gar nicht darauf reagieren.
Das „Incasso-Geschäft Lange & Cie.“ belästigt allerdings schon lange niemanden mehr. Bei der Restaurierung des Hauses hat man die Beschriftung freigelgt und nicht wieder übermalt. Nett.
Deutzer Ufer
550 Millionen Euro Haushaltsdefizit in Köln, aber im Stadtrat sitzen keine Weicheier, da werden neue Projekte geplant und umgesetzt … na gut, jedenfalls erstmal angeschoben, dann sieht man weiter, hauptsache, die Wirtschaft brummt. Was zum Beispiel stört auf dem oberen Foto? Genau – die Bäume! Die Architektur des ehemaligen Lufthansagebäudes kommt ja gar nicht richtig zur Geltung, das kann man doch attraktiver gestalten:
Keine lärmenden Vögel, keine lästigen Mücken, stattdessen ein ungestörter Blick auf das DrecksGebäude – das lockt Touristen in die Stadt.
Ein paar Jahre lang habe ich um die Ecke gewohnt, oft im Sommer am Kiosk eine Flasche Bier geholt, mich hier hingesetzt und mit Blick auf die überfüllte Altstadt im Linksrheinischen in Ruhe den Sonnenuntergang genossen. Aber wie sieht das auch aus: Bürger, die in der Öffentlichkeit sitzen und Alkohol trinken. Zum Besaufen sind die völlig überteuerten Kneipen da – gut, daß das jetzt nicht mehr sooft passieren wird! Denn wer will da jetzt noch sitzen?
Natürlich hat man große Pläne: Die 1928 gepflanzten Bäume sind ja schon mal entsorgt, irgendwann wird der Bahndamm aus dem 19. Jahrhundert abgetragen sein, und wenn der Haushalt es dann in ferner Zukunft mal wieder zuläßt, soll folgendes gebaut werden:
Bis dahin können wir uns auf ein paar Jahre Baustelle auch an diesem Ort einstellen, dafür können wir uns schon darauf freuen, wenn 50 Jahre nach Fertigstellung die Bäume tatsächlich so groß sind wie auf der Abbildung – wenn dann überhaupt noch Bedarf dafür besteht, wie gesagt, Bäume stören irgendwie das Stadtbild.
Kirmes
Ich war selbst nicht da, aber am Rhein spazieren, und dann ist es direkt an der anderen Rheinseite nicht zu übersehen: Das Frühlingsfest. Da oben in diesem Schwenkarm sitzen tatsächlich Menschen! Kaum zu glauben, wofür manche Leute ihr Geld ausgeben, mich bekäme man auch dann da nicht hinein, wenn man mir was dazu geben würde. Außerdem weht ein scharfer kalter Wind, das kann doch kein Vergnügen sein.
Allerdings: Auch Eis geht angeblich immer. Wohin? Eis geht heute gar nicht, jedenfalls nicht in meinen Mund, und auch in sonst keinen, den ich sehe.
Werbung an der Siegburger Str.
Dieses Plakat im Format ca. 3×2 Meter hängt an einigen Stellen in der Stadt und wirbt für die schöne Region Niederrhein, ein großes Gebiet zwischen ungefähr Düsseldorf und Kleve. Genauer gesagt: Geworben wird für das Fahrradfahren in dieser Region, an vielen Radstationen kann man sich günstig ein Rad leihen und losfahren, oder auch übers Internet eine längere Reise planen, gegen Kostenaufschlag wird einem das Gepäck per Auto hinterhergefahren. Tolle Idee. Bloß die Radrückgabe könnte noch optimiert werden. Oder sind das Einmal-Räder, die sich im Wasser auflösen?
Café Bonnen in der Dürener Str.
Mit einer Vanillecreme, Schlagsahne und einem Brandteig (was immer das ist) – sehr lecker und leicht.
Das Café Bonnen ist ein typisches Oma-Café, jedenfalls haben wir diese Art Café früher immer so genannt: Vorn ist eine Konditorei mit ihren verführerischen Auslagen, nach hinten erstreckt sich ein von künstlichem Licht erhellter langer Raum, in dem alte Leute sitzen und schwatzen. Heutzutage sitzen aber auch immer mehr junge Leute in diesen Cafés – erstens sind die jungen Leute von einst inzwischen selbst Großeltern, zweitens ist der Kuchen ganz ausgezeichnet.


