Spaziergänge in Zeiten von Corona (14)

Eine Anticoronamaßnahmenkundgebung auf dem Heumarkt am Sonntag, dem 02. Mai, 15 Uhr. Vorn rechts im Bild singt gerade jemand ein Lied zur Gitarre. Was ist los – sind die Leute vernünftig geworden? Schön wär’s, allein, mir fehlt der Glaube.

Kontakt- und Alkoholverbot, Maskenpflicht – hält sich keiner dran. Die Polizei patroulliert, macht aber nichts. Mal abgesehen davon, daß sie wahrscheinlich nicht wüßte, mit wem sie anfangen sollte, halte ich ihr Verhalten für pragmatisch. Jüngst haben Aerosol-Experten bewiesen, daß man sich im Außenbereich nur selten ansteckt, wenn man nicht zu dicht aufeinanderhängt. Ich vermute, die Polizei schreitet nur ein, wenn irgendwo eine Party stattfindet oder die Ansammlung zu groß wird, und das ist dann ganz richtig so. Gegen diese kleinen Verstöße vorzugehen halte ich auch für Blödsinn.

Ich hab’s auch gern gemütlich, aber eine Zimmerpflanze in den Park schleppen? Gut, jeder, wie er will.

In letzter Zeit sieht man immer öfter Klamotten mit Gerippedarstellungen. Ob das eine Reaktion auf die aktuellen Geschehnisse ist?

Vermutlich nicht. Schon die Hells Angels hatten einen Totenkopf auf der Kutte. Das Motiv erreicht wahrscheinlich erst jetzt den Mainstream, ähnlich anderer subkultureller Codes. Das soll cool sein, und wenn es dann weit verbreitet ist, verschwindet es wieder.

Das unterschreibe ich sofort. Krankenhäuser, die Gewinne einfahren wollen und sollen, können nicht gesundheitsfördernd sein. Selbstverständlich sparen sie an den Leistungen und am Personal, alles andere wäre wirtschaftlich gedacht nicht vertretbar, die Gewinnmaximierung verlangt das einfach.
Und daß die Impfstoffe noch nicht patentfrei sind, ist ein Skandal, was eigentlich jedem klar sein muß, der nach Indien blickt.

Auf frisch geschüttelte (oder gerührte) Cocktails braucht man nicht zu verzichten. Es gibt sogar Erdbeerbowle.

Kaffee und Kuchen gibt es im Belgischen Viertel an jeder Ecke.

Habt ihr den großen Mond gesehen vor zwei Wochen? Hier ist er schon leicht angefressen, aber so abgedunkelt, daß ich ihn gut fotografieren konnte.

8 Antworten zu “Spaziergänge in Zeiten von Corona (14)

  1. Nicht das schlechteste, die Woche mit einem kleinen Spaziergang durch deine Stadt zu beginnen. Ich war am Wochenende wieder einmal in den Bergen und völlig weg von allem. Wahrscheinlich sieht es in München derzeit sehr ähnlich aus. Wenn das Wetter so schön bleibt, dann werde ich mir das heute Nachmittag selbst ansehen. Guten Start in die Woche und liebe Grüße

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    • Völlig weg von allem – wäre ich auch mal wieder gern, aber ich bin auf die S-Bahn angewiesen, und das war mir bislang zu gefährlich. Aber nun habe ich meine erste Impfung, ich glaube, bald können wir es wagen, mal wieder an die Sieg zu fahren, wo nicht so viele Leute sind. Die Grünflächen in der Stadt sind soo voll, wenn schönes Wetter ist, wie sonst nur die Fußgängerzonen.

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  2. dass krankenhäuser und pflegeheime gewinne fahren sollen, ist leider politisch gewollt. ich denke, der chef eines krankenhauses würde gern anders arbeiten als profitorientiert.
    in meiner region hannover wurden alle krankenhäuser zusammengefasst als regionskliniken. leider ist auch immer wieder die rede davon, eines der häuser zu schliessen. diese debatte reisst nicht ab.
    doch geht sie am bedarf der patienten völlig vorbei.
    das system ist kacke und dem neolibaralismus geschuldet, denn der markt soll es richten. so ein schwachsinn, nur weils für die theorie einen nobelpreis gab, wird die politik danach ausgerichtet.
    das führt zu nichts gutem.

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    • Kompletter Schwachsinn. Ich bin der Meinung, einige geselschaftliche Bereiche sollten in staatlicher Hand sein: Gesundheitsfürsorge an erster Stelle, aber auch die Bahn, die Post, Energie und Stadtbahnen. Und natürlich Wohnen: Es kann doch nicht angehen, daß Leute ab mittlerem Einkommen abwärts keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden. In Wien ist die Stadt im Besitz vieler Mietwohnungen und kann so die Mieten unten halten.

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      • der neoliberalismus ist kompletter schwachsinn?
        ich teile deine meinung und glaube, einiges war in der vergangenheit auch so, bis die privatisierungen kamen. eben dem neolibaralismus geschuldet.

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  3. Ätzend diese Ansammlungen von Menschen (auch schon in Nicht-Corona-Zeiten). Ich fahre immer mit dem Rad raus, wohne allerdings auch am Rand, im Frankfurter Osten – da ist man schnell in Feld und Wald. In den Parks in der Innenstadt oder am Main-Ufer sieht es hier ähnlich aus…

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