Urlaub im Schwarzwald (8): 6. Etappe

Och – wie blöd! Nun wollten wir einkehren, schließlich sind wir schon eine halbe Stunde gelaufen, da hatte der Landgasthof Sternen an dem Tag geschlossen. Ewig wird mich nun verfolgen, daß ich Windbeutel, gefüllt mit Heidelbeeren und Sahne, verpaßt habe, das hätte ich wirklich gern probiert.

Hier kann man Wanderreiten buchen. Und damit man gleich eine Ahnung davon erhält, mit wem man es hier zu tun bekommt, hat der Betreiber ein paar Schilder aufgehängt. Sehr lobenswert, da braucht man sich hinterher gar nicht erst zu beschweren.

Ein Bannwald, aha, den Begriff kannte ich vorher auch noch nicht. Gut zu wissen, daß die Bäume auch hier mit Ästen werfen. Betreten auf eigene Gefahr, die Forstverwaltung haftet für nichts.

Ein Zeugnis früherer Angriffe.

Hier geht es nochmal recht schmal weit nach oben – und ziemlich schroff nach unten, wenn man nicht aufpaßt. Ich habe mich auf den Weg unmittelbar vor mir konzentriert, dann ist es nicht so schlimm, aber ich war froh, als ich das hinter mir hatte.

Der Wehra-Stausee – nun sind wir fast da …

… das letzte Gefälle wird durch eine Treppe erleichtert.

Hurra! – geschafft. Nach 120 km soll der Wanderer sich hier hinstellen und ein Selfie machen. Im Info-Büro gibt es eine namentliche Urkunde und ein Überraschungsgeschenk, über das wir schon während der ganzen Wanderung spekuliert haben, was es wohl sein wird: Ein Pokal? Ein Orden (Wanderorden 1. Klasse am Band mit Urkunde vom Bundespräsidenten)? Eine Flasche hiesigen Schnaps? Nein, jeder von uns bekam einen Minisalzstreuer aus Plastik mit Klappverschluß. Praktisch, hätten wir gut gebrauchen können … na gut, für die nächste Wanderung.

Wenn in Wehr die Geschäfte geschlossen sind, gibt es kaum noch einen Grund, rauszugehen, so sieht es jedenfalls aus.

Diese Figur hat nicht nur ein irritierendes Rad auf dem Kopf …

… sondern auch ein merkwürdig breites Gesäß. Wenn man mit so einer Skulptur öffentlich geehrt wird, macht man wahrscheinlich gute Miene zum fragwürdigen Stil. Die Geehrte ist die weltberühmte Geigerin Anne Sophie Mutter, die in Wehr aufgewachsen ist, sowas läßt sich eine Stadt nicht entgehen.

Die Jugend entdecken wir in einem kleinen überfüllten Biergarten, aber wir finden noch Platz im altehrwürdig wirkenden „Restaurant Storchehus“ – wie sich herausstellt, ist der Betreiber Grieche und bietet leckeres Gyros und Bifteki an.

Fortsetzung folgt.

22 Antworten zu “Urlaub im Schwarzwald (8): 6. Etappe

  1. Ich dachte immer, Bäume werfen nicht, sondern schlagen aus. Oder waren das die Pferde? Wirklich halsbrecherisch, Eure Tour. Zum Trost: Habe in Berlin gerade eine Konditorei entdeckt, die Windbeutel (also nur das Gebäck) verkauft. Das findet man nur noch selten. Wenn Ihr das nächste mal die Hauptstadt beehrt, bestünde also die Chance, dass Ihr euch selbst einen Windbeutel mit Heidelbeeren und Sahne bastelt. Okay, je nach Saison könnten die Heidelbeeren ein Problem sein. Die gibt es jetzt gerade – zu horrenden Preisen.

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    • Das verwechselst Du, ausschlagen tun sie im Frühjahr, gegen Spätsommer/Herbst, wenn Wind sie anstachelt, werfen sie. Brutale Natur.
      Ja, manchmal sieht man noch welche, Windbeutel, meine ich. Viele Leute stehen ja auf Selbstbasteln, das gemalte Bild eines Kindes sei viel mehr wert als z.B. etwas Gekauftes, eine Flasche Grappa oder sowas. Zu diesen Leuten gehöre ich ausdrücklich nicht. Ich nehme lieber den Grappa, und Windbeutel mit Heidelbeeren möchte ich serviert bekommen.;-)

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      • Ich halte ja doch das Frühjahr für die gefährlichere Jahreszeit, denn da schießt auch noch der Salat. – Ein Windbeutel steht und fällt buchstäblich mit der darin enthaltenen Sahne. Da braucht es schon den Konditor des Vertrauens. Ansonsten lasse ich mich auch lieber bedienen als selbst zu werkeln. Sollte Dir aber doch mal der Sinn nach Kinderzeichnungen stehen, ich hätte da zwei größere Kartons voll und könnte was abgeben. 😉

        Grüße aus der Hopper-Bastelstube. *seufz*

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        • Die schießenden Salate hatte ich ganz vergessen *lach*, vermutlich weil ich mich eher im Wald als auf dem Feld aufhalte, wenn ich schon mal in der Natur bin.
          Vielen Dank für Dein Angebot, ich … äh, verzichte, bei Dir sind sie gut aufgehoben.
          Ich bin gespannt auf den Hopper, sag Bescheid, wenn es fertig ist.

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  2. Huch, ist das gewollt, daß die Kommentare plötzlich so winzig klein sind?
    Mal sehen, wie meiner dann aussieht, wenn er fertig ist.

    „Be your own hero“ beim Wanderreiten?

    Bannwald, das klingt eher so nach Vertreibung und verbotener Zone. Oder- sehr deutsch- nach einem Wald, wo alles, was nicht forstwirtschaftlichen Nutzen bringt, verbannt wird. (Etwa auch der gemeine Wanderer.) Schön, daß dem nicht so ist. Ein Ur-Wald im ur-eigensten Sinne. Das ist doch schon was.

    Trost für Kate Middleton: Es gibt Leute, die werden künstlerisch noch… nennen wir es mal unvorteilhafter dargestellt als sie.

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    • Klitzeklein, ich habe keine Ahnung, woher das plötzlich kommt. Schau Dir mal die letzten sechs Beiträge an, die sind plötzlich genauso klein, sehr merkwürdig. Ich habe schon alles ausprobiert, Schriften gewechselt, Beiträge markiert und vergrößert, aber hilft alles nichts. Ich habe mal einen Beitrag ins Forum gestellt, ob jemand was weiß, aber bis jetzt keine Antwort, mal abwarten, ob da noch was kommt. Bei der Support-Seite muß man sein Anliegen in Englisch vorbringen, da müßte ich erstmal im Wörterbuch nachschlagen (was heißt Schriftgröße?).

      Ja, soll heißen: Wenn das Pferd mit dir durchgeht, be on your own, ich hafte nicht.

      Gefällt mir, der Begriff. Ich habe eine Bannwohnung, da bleibt auch alles völlig natürlich sich selbst überlassen.;-)

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      • Jetzt ist es aber wieder gut!
        Dafür zicken bei mir die Einbettungsfotos von Flickr plötzlich rum und ich muß andauernd den html-Code von Hand ändern, was bei den vielen Fotos, die ich zeige kein Vergnügen ist.

        Schriftgröße heißt type size oder? Würde ich jedenfalls so ausdrücken.

        Bannwohnung! Göttlich! Ich habe den Banngarten. Keine Haftung für Gebrannt werden von Nesseln und dem Anhaften von Kletten.

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        • Ja, ich habe den Fehler gefunden: Wenn man eigene html-Codes eingibt, reagiert wp offenbar sehr empfindlich, ich hatte den Code „small“ für zwei Worte eingefügt, was aber eigentlich gar nicht nötig ist, man kann das auch mit wp.

          Morgen hänge ich ein Schild in meinem Büro auf: Bannschreibtisch! – ein geschützter Bereich, der sich frei entwickeln darf.

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  3. War das wieder eine organisierte Wanderreise, bei der das Gepäck ins nächste Hotel befördert wird? Welcher Anbieter ist das noch mal? Tolle Einblicke – die Lust darauf machen.

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