Bahnhofsvorplatz

Als ich als Kind Matchbox-Autos sammelte, ging ich davon aus, daß mein Polizeiauto selbstverständlich das schnellste ist (schneller als der Jaguar meines älteren Bruders, dem ich mich daher ganz gelassen überlegen fühlte): Wenn die Gauner und Kriminellen besser ausgerüstet sind als die Sicherheitsorgane eines Landes, besser aussehen und stärker und körperlich fitter sind – ja, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, daß die keine Angst vor Strafe haben. Das konnte einfach nicht sein.
Tja, älter werden heißt, Illusionen zu verlieren.

0 Antworten zu “Bahnhofsvorplatz

  1. …und MIR hamse gesagt, ich darf nicht zur Polizei, WEIL ICH ZU KLEIN BIN.

    Polizistin werden wollte ich schon mein ganzes Leben lang. Meine Eltern haben mich schon als 4jährige Großstadtrevier und CHiP’s gucken lassen. Als es gegen Ende meiner Realschulzeit hieß, dass die mittlere Reife für den Polizeidienst nicht mehr reiche, bin ich auf’s Gymnasium. Hab schön brav mein Abi gemacht (NC 2.2) und durfte sogar ein zweiwöchiges Praktikum bei der heimischen Kreispolizeibehörde absolvieren. Ein Traum! :yes: Das waren wundervolle zwei Wochen und ich sah mich in meiner Berufswahl bestätigt und bekräftigt. Kaum hatte ich Abi, sollte man auf der einen Seite bereits bei der Bewerbung den Führerschein haben (konnte man vorher während der Ausbildung bei der Polizei machen). Klein-Heaven meldete sich also brav in der Fahrschule an. Kaum hatte ich den Lappen in der Täsch‘, sollte man ebenfalls schon bei der Bewerbung das Innehaben sowohl des deutschen Rettungsschwimmerabzeichens als auch des deutschen Sportabzeichens, jeweils in Silber, nachweise können. Klein-Heaven meldete sich brav beim Ortsverein der DLRG an (dort hätte ich beide Abzeichen machen können). Kurz darauf sollte ich dann auch noch wünschenswerterweise 1.65m groß sein. Da war dann Ende der Fahnenstange. Ich war damals, um das alles zu finanzieren, schon eine Weile im Einzelhandel tätig und hatte da meine eigentliche Berufung gefunden.

    (Und gerade habe ich ein Déjà-Vu; hatten wir dieses Thema bereits? *am kopf kratz*)

    Die Gründe für diese Aufnahmebedigungen waren mit stets bekannt und nachvollziehbar (in der Vergangenheit hatte es viel zu viele Bewerber für viel zu wenig Stellen gegeben), aber irgendwann zog sich das in meinen Augen dann doch ein wenig in’s Lächerliche. What shall’s :lalala:

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  2. Na ja, auch die Polizei spielte mit einem rasenden Jaguar (Hase) wohl schon immer lieber den Igel und seine Frau. Aber ich frage mich heute auch manchmal, ob Polizisten früher nicht irgendwie fitter wirkten. Oder sind die Fitten jetzt alle bei den Sondereinsatzkommandos? Oder liegt es daran, dass die Streifenpolizisten sich nicht mehr durch tägliche lange Fußmärsche in Form halten? – Fragen über Fragen.

    Richtig Sorgen werde ich mir aber erst machen, wenn ich beim Vorbeifahren eines roten Rettungswagens der Feuerwehr nicht mehr das Gefühl habe, die verhaltene gewaltige Motorkraft regelrecht spüren zu können, selbst wenn das Fahrzeug von orientierungslosen Autofahrern am Vorwärtskommen gehindert wird. Oder liegt das auch nur an der Farbe? Oder am Tatütata?

    (Foto ist klasse!)

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  3. Soweit ich mich erinnere, hatten wir das noch nicht.
    Gut, daß Du Deine Berufung woanders gefunden hast, sonst hättest Du auf die Streckbank gemußt. Und wenn ich jetzt mal ein Möblestück brauche, weiß ich, wen ich fragen kann, eine Polizistin kennt sich ja nur mit (schwedischen) Gardinen aus (tätää!) 😉 Während meiner Realschulzeit habe ich auch ein zweiwöchiges Praktikum bei der Polizei gemacht, das war ganz angenehm, den ganzen Tag wurde man in einer Bullenwanne herumkutschiert (so nannten man damals den Polizei-VW-Bulli) – die Alternative wäre ein Praktikum in einer Schlosserei, im Kindergarten oder im Krankenhaus gewesen.

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  4. Wenn die Polizisten in Köln auf Streife gehen, sind sie natürlich allen möglichen Versuchungen ausgesetzt, besonders, wenn nicht viel zu tun ist. Da muß man mal am Wurststand nach dem Rechten sehen, beim Kartoffelpufferstand war man (seit gestern) auch schon lange nicht mehr, und wie kriegt man heraus, ob der Eisverkäufer alle gesetzlichen Standards einhält? Genau, durch probieren, man opfert sich halt für das Wohl der Bürger.

    Apropos Feuerwehr: Ein Bekannter hat seine Diplomarbeit über die Hypothese geschrieben, daß Feuerwehrmänner fitter in ihrem Beruf sind, wenn Sie regelmäßig Sport treiben (kein Scherz). Vielleicht gibt es eine solche Untersuchung über Polizisten noch nicht, deshalb sind sie völlig ratlos.

    Danke! 🙂

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  5. Besser ein gemütlicher korpulenter Polizist, der einem den Weg erklärt, wenn man danach fragt, als ein gut durchtrainierter, der einem mit Schlagstock und Panzeruniform auf der Demo gegenübersteht. 😉

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  6. Wenn man diese übergewichtigen Herr(frau)schaften von hinten sieht, fragt man sich schon, wie die durch den Eignungstest bzw. die regelmäßigen Gesundheitschecks kommen. Ein gut trainierter „Gangster“ in Turnschuhen dürfte keine Probleme mit der Flucht haben. :)) Die „Terroristen“ würden sicher zittern vor Angst, wenn sie sich mit dieser Szene konfrontiert sähen… 😉 :p

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  7. Ich kann mir wenige Berufe vorstellen, bei denen man leichter zum Frust-Fresser wird als den einfachen Polizeidienst – ständig der latente Ärger und an jeder Ecke eine Imbissbude. Was mich aber auch nicht wundert ist, dass Feuerwehrleute für ihre Fitness Sport treiben müssen oder zumindest sollten. Ich glaube, der körperliche Einsatz bei den Einsätzen fällt sehr unterschiedlich aus, ist nicht immer mit viel Bewegung verbunden, und auf keinen Fall entspricht er einem ausgewogenen Training.

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  8. Auch bei Schupos zeigt sich die unterschiedliche Körperhaltung
    von Mann und Frau bzw. Frau und Mann:
    Frauen – Zusammengeklemmt (Beine)
    Männer – Breitbeinig
    So hat es eben der liebe Gott gewollt..;-)

    Ich möchte mal behaupten, dass sich dieser „voluminöse“ Schupo
    besser durchsetzen kann, als ein „schlankes Bohnenstangerl“.
    Trainiert ist der sicherlich auch, weil regelmäßiger Ausdauersport
    zum Pflichtprogramm gehört. (Polizei)

    Ich finds auch gut, dass sich die Aufnahmekriterien (Schulbildung/Gesinnung)
    im Vergleich zu den 70er/80er-Jahren verändert/verbessert haben.
    Seinerzeit konnte jeder „Dorftrottel“ zur Schupo. Bei diversen Disco-Razzien
    in den 80ern bin ich derlei Hornochsen öfter begegnet.
    (Festnahme wegen angeblichen Mitführens von Haschischöl, das tatsächlich
    harmloses Patchouliöl war etc.)

    Kurzgeschichte:
    Nachdem ich das erste Mal wegen Fahnenflucht aufgegriffen/verhaftet wurde,
    widerfuhr mir ein aussergewöhnliches Erlebnis in einem Polizeirevier.
    (Aufforderung zur Bundeswehrmusterung verweigert bzw. ignoriert.)
    Ich sollte eine Nacht in der Kellerzelle ausharren. Da man mich jedoch nicht
    als Kriminellen betrachtete, erfolgte auch keine eindringliche Durchsuchung.
    (Nur oberflächliches Abtasten.) Als ich abends in der Zelle lag, fiel mir ein,
    dass ich in der Coin Pocket (Jeans) noch einen kleinen Krümel Dope (Haschisch)
    stecken hatte. Ich rief einen Beamten per Klingel in der Zelle herbei und
    bejammerte ihn um eine Zigarette. („Ohne Zigarette kann ich nicht einschlafen!“)
    Etwas Kleingeld war auch in der Tasche und so konnte ihn dazu überreden,
    eine Schachtel Zigaretten aus dem Revier-Automaten zu ziehen. Er zündete
    vor der Zelle eine Zigarette an und reichte sie mir zu. Als die Luft rein war,
    legte ich mich auf die Pritsche, platzierte den Haschischkrümel auf die
    Zigarettenglut und inhalierte genüsslich die Tabak-Dope-Rauchmelange.
    Bekifft dachte ich mir dann grinsend: „Wenn die da oben jetzt wüssten…“
    Zumindest war der Aufenthalt so erträglicher..;-)

    Tja. So war das seinerzeit..:-)

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  9. Vielleicht hilft es, wenn sie dem Flüchtenden „Halt, oder ich schieße!“ hinterherrufen. Allerdings würde ich als Gauner auf der Flucht das nicht glauben, mitten in der Stadt. 😉

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  10. Zu dem Zeitpunkt waren sie wahrscheinlich noch knackig und jung. Und es ist ja auch ganz schön, wenn es Polizisten gibt, die eher für „Freund und Helfer“ geeignet sind als für Verbrecherjäger. „I’m looking fol the famous livelein“, fragt ein Chinese vielleicht, und da braucht man eine gehörige Portion Grips, um darauf zu kommen, das der „famous river Rhein“ damit gemeint ist. 😉

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  11. Schöne Geschichte. Stimmt, viele der Polizisten aus dem Kaff, in dem ich heranwuchs, waren auch keine Geistesgrößen, und auch keine großen Sportler, es sei denn im Bierglasheben. Die saßen bräsig in ihrem VW-Käfer, gondelten durch die kleine Stadt und hielten Kinder mit ihren Fahrrädern an, wenn da jemand auf dem Gepäckträger saß.

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  12. Déjá-Vu’s sind schon lustig… 🙄

    Ja, entweder auf die Streckbank (das wollte man 2006 auf Abi-Abschlussfahrt in Prag mit mir machen, schöne Geschichte, vielleicht sollte ich da auch mal etwas hervorkramen…) oder ab nach Osteuropa, mir die Beine brechen lassen (es soll ja Models geben…:roll:)

    :)) Ach, ich bin glücklich mit dem Job, den ich heute mache. Ich könnte mir gar nicht mehr vorstellen, nachts / am Wochenende zu arbeiten, nä.

    Das Praktikum hat mir auch großen Spaß gemacht, wir haben damals viele interessante Dinge unternommen. Eine Woche Streifendienst, und in der zweiten Woche gab es viele Ausflüge: zu den Drogenspürhunden, ins Polizei-Museum nach Dortmund, einen Tag haben wir mit den Kripo-Beamten verbracht und einen anderen mit Radarmessungen der Verkehrswacht.

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