Neues vom Dom

Erscheint es mir nur so, oder sieht der Dom tatsächlich frischer aus, wie neu geputzt? Vielleicht ist meine Sicht von der Tatsache beeinflußt, daß der Dom einen neuen Hausmeister hat. Hausmeister ist vielleicht nicht der richtige Begriff, der neue Dompropst greift nicht selbst zum Hammer, wenn mal ein neuer Nagel eingeschlagen werden muß, aber er hat bei allem, was den Dom betrifft, die Oberaufsicht. Der alte Dompropst Norbert Feldhoff hat den Job nun 40 Jahre lang gemacht – gut gemacht, wie es heißt – und geht nun mit 75 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Der neue Jungspund in diesem Amt hat es schwer und muß sich erstmal beweisen, aber junge Leute sind natürlich vor allem den neuen Medien gegenüber viel aufgeschlossener: Der Prälat Gerd Bachner, 69 Jahre jung (sic!), möchte QR-Codes im Dom anbringen lassen! QR-Codes, das sind diese kryptischen Zeichen, die man mit einem Smartphone einlesen kann, sofern es über eine entsprechende App verfügt. Eine großartige Idee: Zukünftig muß man nicht mehr zu festgesetzten Zeiten in der Kirche erscheinen, um sich eine Predigt anzuhören, man setzt sich zu einem beliebigen Zeitpunkt einfach in eine Bank, scannt den Code ein und hört sich an, was Bischoff Woelki oder einer seiner Kumpane, die die Texte vorher in ihren Büros eingesprochen haben, so von sich geben. An den Beichtstühlen gibt es mehrere Codes, je nach Schwere … was? Das stimmt gar nicht? Oh je, ich sollte in der Zeitung nicht nur die Überschriften lesen: Die QR-Codes sind nur für die Kunstwerke gedacht, die im Dom herumstehen. Ach sooo! Daß die Predigten natürlich keine Kunststücke sind, ist jedem klar, der schon mal eine angehört hat. Tja, tut mir Leid, liebe Katholen, da müßt ihr wohl weiterhin sonntags früh aufstehen.

0 Antworten zu “Neues vom Dom

  1. Was Du da beschreibst, kommt bestimmt noch :))

    Sehen wir den Dom eigentlich mal ohne Gerüst?
    Irgendwo hängt immer so ein Metallkasten rum. 😉
    Wer führt eigentlich die Dombauhütte im Moment?

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  2. Der Dom wird immer ein Gerüst tragen. Die ehemalige Dombaumeisterin Schock-Werner sagte mal, wenn wir den Dom eines Tages mal ohne Gerüst sehen, wird das ein Schreckenstag sein, denn dann haben wir kein Geld mehr, die Reparaturen zu bezahlen.

    Nachdem sie den lezten Dombaumeister Mitte letzten Jahres während seines Urlaubs gekündigt haben, macht es interimsweise der Stellvertreter. Der Gekündigte hat geklagt, sowas kann sich ja hinziehen.

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  3. Der nicht von der Hand zu weisende Vorteil in katholischen Kirchen ist die lateinische Liturgie. Vor der Predigt sollte man besser gehen.

    Das mit den Codes finde ich übrigens recht umständlich. Von Google würde ich mindestens erwarten, dass es mich genau genug ortet um zu erkennen, vor welchem Kunstwerk ich gerade stehe.

    Und dass der Dom so „blankgeputzt“ aussieht, liegt vielleicht daran, dass in Köln der Sandsturm noch nicht angekommen ist. Ich liebe solche Tage mit klarer Luft, an denen alles zu strahlen scheint.

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  4. Hi Videbitis,

    Wahnsinn… 40 Jahre?!? Was ne lange Zeit.
    Da hat er sich die Rente aber auch verdient… :yes:

    Das mit den QR-Codes kann ich mir an den Beichtstühlen schon richtig gut vorstellen… :))

    LG mosi

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  5. Ist die lateinische Liturgie in lateinischer Sprache? Dann ist sie wirklich von Vorteil, wenn man schon hin muß. Ich besuchte mal einen Freund, der in einem Dorf in einer katholischen Gegend wohnte. Es war ihm peinlich, aber er mußte den Gottesdienst besuchen, also ging ich mit. Die Kirche war rappelvoll, so daß die Jugend hinter den letzten Bänken stehen mußte. Was für ein Mummenschanz! Aber ganz interessant, ich hätte mich bei der Aufführung zentralafrikanischer Stammeszeremonien aus dem 17. Jahrhundert nicht anders gefühlt. In der Predigt erzählte der Pastor von einem Kongreßbesuch, der zu neuen Erkenntnissen geführt hatte darüber, weshalb Maria eine Jungfrau war – ein Thema, das gerade die Landbevölkerung brennend interessierte.

    Wenn wir erstmal alle RFID-Transponder implantiert haben, kann uns ein Kunstwerk direkt mit Namen ansprechen, das nenne ich Fortschritt! Gut, bei einer größeren Gruppe kann das dauern …

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  6. Der Feldhoff war der, der neulich wegen des Kögida-Aufmarsches die Außenbeleuchtung des Doms hat abstellen lassen. Das ist doch ganz sympathisch.

    Ja, das wäre doch sehr praktisch. Wer den QR-Code am Beichtstuhl für meinetwegen „Unkeusche Gedanken“ einscant und dafür 3 Ave-Marias und 5 Vaterunser als Buße aufgetragen bekommt, hat vielleicht gleich eine App, die das für einen macht, man muß nur noch die Anzahl eingeben. Wenn die App kostenpflichtig ist, kann das Geld gleich weitergeleitet werden an einen Fonds zugunsten von Mißbrauchsopfern durch katholische Priester.

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  7. Oh, ihr Kleingläubigen! Die Geschichte ist doch ungleich großartiger, wenn Maria keine Jungfrau war. Aber jetzt zermartere ich mir das Hirn, ob die Liturgie in Latein… Es ist ewig her, dass ich in einer katholischen Kirche war. Weihnachten vor dreißig Jahren oder so. Der evangelische Mitternachtsgottesdienst war derartig überfüllt, dass wir bei den Katholiken Zuflucht suchten. Und ich fürchte, … Jedenfalls erinnere ich mich dunkel, dass der Priester etwas von „fünftausenundwasweißichwieviel Jahren nach Erschaffung der Ee-he-her-de“ sang. Faszinierend aber nicht lateinisch. Ich könnte mich also irren.

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  8. Ja, ich bin auch froh, daß ich nicht an Gott und Sünde glauben muß (obwohl, so ein bißchen sündigen macht ja schon Spaß, und wer weiß, ob das auch so wäre, wenn es keine Sünde gäbe ;-). Und der Dom, wo er schon mal da ist, ist tatsächlich ein sehr imposantes Gebäude. Aber wenn man sowas heute nochmal bauen wollte, für den gleichen Zweck, wäre ich dagegen.

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