Unter Fettenhennen

Und was ist an diesem Foto interessant? Der Zettel, der an dem Schaukasten klebt:

Was soll das bloß bedeuten? Hier hatten wir schon mal ein Exemplar.

0 Antworten zu “Unter Fettenhennen

  1. Ja, merkwürdig, da lebt wahrscheinlich wirklich einer in seiner eigenen Welt, man weiß nicht, wie abgedreht er oder sie ist. Widener dagegen ist sich ja seiner Außergewöhnlichkeit voll bewußt und vermarktet sie (wogegen ja nix zu sagen ist), ich habe neulich mal ein Interview mit ihm gesehen.
    Schnell mal geschaut – da ist es (die Interviewerin ist allerdings meist ziemlich dämlich): http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=20550

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  2. …er (ich denke, es ist ein Er) gibt ein Rätsel auf, das Rätsel der Wahrnehmung…finde ich faszinierend, auch den anderen Zettel…wahrscheinlich ein Mensch, dessen Wahrnehmung sich von der unseren unterscheidet…

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  3. Naaaja, in der Duplizität kommt meines Erachtens Klarheit in die Sache, denn es scheint wirklich ein und derselbe „Künstler“ in der Entwicklung zu sein. Das erste Mal habe ich nicht so genau hingeguckt, aber die sich wiederholenden Zahlenspiele und das eindeutige Vokabular sind selbsterklärend.
    Es ist eine rechts gestrickte Botschaft aus einem braunen verquirlten Gehirn.
    Zeit und Muße zu solch einer Arbeit findet man natürlich nur dort, wo man sich nicht unbedingt freiwillig aufhält, beziehungsweise wo man sich gruselig langweilt, wo man auf Durchzug schaltet und wo man mindestens einen Tisch und einen Stuhl zur Auf- und Unterlage für das Arbeitsmaterial hat. Also Schule oder Berufsschule.
    Zu dem Versuch einer Entschlüsselung der „verquirlten Scheiße“ habe ich mich nicht verleiten lassen, aber die Botschaft an sich scheint mir schon die Botschaft zu sein, die man dann auch gern öffentlich macht.

    🙂

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  4. Interessant. Vor einigen (wenigen) Nächten hatte ich einen Traum, in dem über meinem Kopf Leute in der offenen Gondel eines Luftschiffs standen (na, das ist bei mir nicht so verwunderlich) und mir Botschaften zuriefen, die auf eine ganz ähnlich Art seltsam waren. Sind wir nicht alle ein bisschen dada? 😉

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  5. Wie kommst du auf dein Urteil der „rechts gestrickte Botschaft aus einem braunen verquirlten Gehirn“, liebe Marana? Und wieso ist es für dich „verqirlte Scheiße“, wenn du dich nicht an der Entschlüsselung versucht hast?
    Spontan kann ich mich der Schönheit des Blattes nicht entziehen. Der kreative, spielerische Umgang mit Orthographie, Buchstaben, Zahlen, Noten und anderen Zeichen steht für mich im Vordergrund. Seltsam ist der Kontrast zwischen sorgsamer Ausführung und der achtlosen Weise der Verklebung.
    Deiner Vermutung, das Blatt könne in einer langweiligen Situation entstanden sein, kann ich folgen. Es hat etwas vom Doodeln, dem Kritzeln am Telefon oder so:
    http://trithemius.de/2011/07/29/doodeln-braucht-draht-vom-schwinden-einer-kulturtechnik/ – auch erinnert es an Kritzelein auf Schulbänken. Zwischen beiden Blättern liegen drei Jahre, an den Datierungen rechts oben zu sehen. Eine künstlerische Entwicklung hat nicht stattgefunden, also doch eher ein Zufallsprodukt?

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  6. Ein Kölner scheint der Autor des Blattes nicht zu sein. Sonst hätte er doch wenigstens einmal „Halt die Schnüss geschrieben“. Die achtlose Verklebung weist darauf hin, dass hier kein Original hängt, sondern eine Fotokopie. Darauf deutet auch das Schwarz der Zeichen.

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  7. Interessante Interpretation. Aber ich glaube auch nicht, daß Du recht hast. Die Gestaltung und die Art der Veröffentlichung lassen mich eher an eine Art Besessenheit denken als an Langeweile, wobei ich aber nicht unbedingt künstlerischen Gestaltungswillen meine, jemand will unbedingt für ihn wichtige Botschaften unters Volk bringen – die Geisteshaltung ist dabei für mich nicht so eindeutig, wie Du sie siehst. Aber möglicherweise hast Du recht.
    Ohne weitere Informationen kann man das, glaube ich, nicht entschlüsseln.

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  8. Kann gut sein, daß der Autor mehrere Kopien an verschiedene Stellen gehängt hat. Ich vermute, ihm kommt es nicht so sehr auf die Schönheit der Gestaltung an, sondern auf die Botschaft, die vielleicht in seiner Vorstellungswelt ganz einfach zu verstehen ist.
    Ich habe noch ein weiteres Exemplar, daß mal an einer Paketstation hing, leider konnte ich es nur mit meinem Handy aufnehmen, mal schauen, wie ich das auf meinen Computer kriege.

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  9. Sind wir, keine Frage. Dein Hinweis auf Träume ist gut: Manchmal stehen Träume bei mir auf der Kippe, während des Träumens ist mir bewußt, daß die Geschehnisse sich in einen Albtraum entwickeln können, und ich hoffe dann, daß sie es nicht tun, ein Gefühl zwischen Hoffen und Bangen entsteht – ganz ähnlich, wenn ich diese Aushänge sehe: Sind sie Erzeugnisse eines unberechenbar Gestörten, oder macht sich jemand einen Spaß?

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  10. Danke, hab’s mir gleich heruntergeladen. Ich würde sie ja gern mal in ganzer Länge hören.
    Schwitters war sich allerdings darüber im Klaren, was er da macht. Bei dem Autor dieser Aushänge bin ich mir nicht sicher.

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  11. Ja, an ein schriftliches Tourette-Syndrom hatten wir beim ersten Aushang auch schon gedacht.

    Ist ja interessant, davon habe ich noch nie gehört, danke für den Hinweis. Den Geheimdiensten ist alles zuzutrauen.

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  12. Der Verdacht liegt auf jeden Fall nahe! :>>

    Bin ich irgendwann mal drüber gestolpert, sowas interessiert mich immer brennend. Entschlüsselungs-Geschichten jeglicher Art ziehen mich an. Ich habe auch schon alles über das Voynich-Manuskript verschlungen oder über Kryptos. Nur bin ich noch nirgendwo hinter gekommen :))

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  13. Vielleicht sind das ja auch „nur“ Telefonzettel, die ja auch inzwischen Eingang in die heiligen Hallen der Kunst gefunden haben. Freud wäre entzückt gewesen!

    Übrigens scheint der, den Du diesmal fotografiert hast, Werk V zu sein, der andere Werk I. Oder täusche ich mich, dass die römischen Ziffern am oberen Rand eine Nummerierung sein sollen? Wenn es so ist, wie konnten Dir dann die Werke II – IV entgehen, da Du doch sonst nichts Interessantes auslässt?

    „Sissifurz“ (s. Werk I) finde ich übrigens schön. 🙂

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