Urlaub, Ausflug nach Münster

So, es ist wieder soweit, alle Urlaubsfotos sind abgespeichert und gesichtet, und ihr müßt sie nun alle ansehen. Keine Angst, da ich blöderweise das falsche Ladegerät eingepackt hatte und mir unterwegs ein neues übers Internet bestellen mußte, sind es nicht viele Fotos geworden, nur 1.200, die schafft ihr an einem Nachmittag.

Weil sie in der Nähe unserer Wanderungsstartstadt liegt, besuchten wir für einen Tag die schöne Stadt Münster, deren größte Kirche nicht Münster heißt (wie z.B. in Ulm und Freiburg), sondern Dom. Die Empfangsdame in unserem Hotel schickte uns sofort zum Wochenmarkt, das müsse man gesehen haben. Ja, stimmt, ganz nett …

… aber der Platz ist auch ohne Stände imposant.

Am Rand des Marktes gibt es ein großes Café, in dem man auch Eis essen kann.

Die beiden Türme sind romanische Architektur, das Langhaus dagegen ist gotisch, was man wegen der breiten Wuchtigkeit erst auf dem zweiten Blick sieht – der gotische Kölner Dom sieht anders aus.

Früher war im Westwerk ein großes gotisches Portal, das der 2. WK zerstörte. Die Kirche wurde in der Nachkriegszeit weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut, nur hier sträubte sich der damalige Bischof Keller, den Wünschen der Denkmalpfleger und der Münsteraner Bürger entgegenzukommen. Die Bürger rächten sich, indem sie die 16 kleinen Fenster verächtlich „Kellerfenster“, „Wählscheibe Gottes“ und „Seelenbrause“ nannten.

Einen Kreuzgang gibt es auch, laut Wikipedia einer der wichtigsten Aufenthaltsräume eines Klosters. Hier trafen sich die Mönche, um ein kleines Schwätzchen zu halten oder beim Kartenspiel ein kühles Bier zu trinken – stelle ich mir vor.

In der Innenstadt wimmelt es von Kirchen, man kann kaum um eine Ecke gehen, ohne schon wieder eine neue zu entdecken. Dieses Foto zeige ich aber aus einem anderen Grund: Münster ist genau wie Köln im 2. WK von den Engländern fast komplett zerstört worden, sodaß man hinterher vor der Frage stand, ob man der Stadt das alte Gesicht wiedergeben oder radikal neu bauen sollte. Auf den ersten Blick ist die Mischung aus Restaurierung und Neubauten einigermaßen gelungen, man fühlt sich wohl, wenn man durch die Straßen läuft. In Köln hat man leider viel zu viel dem Autoverkehr und anderen kommerziellen Interessen geopfert.

Sehr schön (und sehr touristisch natürlich) die historischen Kaufmannshäuser am Prinzipalmarkt …

… mit ihren mächtigen Arkadengängen …

… in denen man sich wunderbar unterstellen kann, wenn ein Wolkenbruch vom Himmel kommt.

Souvenier gefällig? Das Geschäft war schon geschlossen, sonst hätte ich mir vielleicht eine Klingel gekauft aus der Fahrradstadt Münster. So viele Fahrradfahrer haben wir allerdings gar nicht gesehen – vielleicht liegt es an den Semesterferien, 17% (=ca. 50.000) der Einwohner sind Studenten, die z.Z. im Straßenbild fehlen.

Apropos Studenten: Dieses herrschaftliche Schloß aus dem 18. Jahrhundert beherbergt heute die Universität. Gut, daraus zu schließen, man sei geadelt durch ein Studium an diesem Ort, ist wahrscheinlich übertrieben. Aber immerhin eine schöne „Location“ zum AbhängenLernen.
Für den von Kyrill stark gebeutelten Schloßpark kann man übrigens auch Bäume spenden, 350 Euro bezahlt man hier für eine Steinstele, die am Fuß des Baums eingelassen wird. Ihr erinnert euch: Die gierige Kölner Verwaltung verlangt 600 Euro für eine Plakette für drei Jahre!

Fortsetzung folgt.

0 Antworten zu “Urlaub, Ausflug nach Münster

  1. Mensch, womit haste denn die Nonne bestochen, daß die sich so bildgerecht hinstellt!? Vermutlich mit. „Da ist die Wählscheibe Gottes, ich ruf den an und erzähle ihm haarklein von den Verfehlungen der Kirche, wenn Sie nicht…“

    Diese Baumspenden sind wohl jetzt der Brüller, was? Mal sehen, was ihnen noch so einfällt Wir fällen für Sie (und dann steht dort: „Hier wäre ein Baum gewesen, aber der wurde im Auftrag von XYZ gefällt.“).

    Ich erinnere mich kaum noch an Münster, ich war einmal für ein paar Tage dort bei Freundinnen, 1986. Es gab dort eine leckere Bäckerei, da gab es – und so was war neu damals- Brot vom Vortag für die Hälfte. Die Studenten standen Schlange.

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  2. In Münster war ich mal in der Oberstufe zum „Hochschultag“, einfach mal die Uni ansehen und schauen, was einen so interessiert. Ich war so desinteressiert, dass ich in einer Vorlesung für Psychologie eingeschlafen bin. War halt schon immer eher praktisch veranlagt.

    Den Münster Dom habe ich mir damals aber auch angesehen. SOWAS interessiert mich dann schon eher! :yes:

    Und ich meine mich zu erinnern, dass Münster wohl die Stadt mit den meisten Fahrrädern in Deutschland ist.

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  3. Nein, ich drohe doch einer Nonne nicht. Im Gegenteil, ich habe gebetet, bitte bitte lieber Gott, mach, daß die anderen Touries abhauen, damit ich endlich ein Bild nur mit der Nonne machen kann. Hat geklappt – ein Gottesbeweis! Hallelujah!

    Hoffentlich kommt keiner darauf, daß man einen Parkplatz spenden kann, ich könnte mir vorstellen, daß da ain paar Mark mehr zusammenkommen.

    Kennst Du eigentlich ddie Geschichte mit dem Brot von gestern von Horst Evers? Die geht so:

    In der Stadt hat sich nach dem Urlaub einiges getan. Mein Bäcker heißt jetzt nicht mehr Lekkerback, sondern Spitzenback. Selbstvertrauen hamm se ja. Scheint sich aber auszuzahlen. Immerhin drei Leute sind vor mir in der Schlange. Und auch die Verkäuferin ist nigelnagelneu. Der Mann ganz vorne unterzieht sie gerade einem ersten ernstzunehmenden Test:

    „Guten Tag, ich möchte gerne für morgen ein Brot von gestern vorbestellen.“
    „Sie wollen was?“
    „Ein Brot von gestern vorbestellen. Für morgen.“
    „Das geht nicht. Das morgige Brot von gestern ist ja heute schon da. Das kann man nicht mehr vorbestellen.“
    „Aber morgen kostet das Brot von heute, weils von gestern ist, doch nur noch die Hälfte.“
    „Ja.“
    „Na und das will ich.“
    „Aber das geht nicht. Heute gibt es noch kein Brot, das morgen von gestern ist.“
    „Ja, aber da liegt es doch.“
    „Was?“
    „Na das Brot, das morgen von gestern ist.“
    „Ja aber das ist doch von heute.“
    „Eben, deshalb will ichs vorbestellen. Dann kostets ja nur die Hälfte.“
    „Man kann Brot von gestern nicht vorbestellen. Man kann nur Brot
    von heute vorbestellen.“
    „Ja, aber das will ich ja. Ich will ein Brot von heute vorbestellen. Für morgen. Weils dann von gestern ist.“
    „Ja, ja aber das geht nicht. Wie stellen Sie sich das denn vor? Wenn das alle machen würden. Wo sollte ich denn das ganze Brot lagern? Den Platz hab ich hier gar nicht.“

    „Der Lagerplatz ist das Problem?“
    „Ja, genau. Ich brauch doch morgen den Platz für das Brot von morgen.“
    „Naja, wenn das das ganze Problem ist, bestell ich eben jetzt für morgen ein Brot von gestern, aber nehms heute schon mit.“

    Die Verkäuferin starrt ihn an. Dann starrt sie auf die Schlange, die mittlerweile bis fast auf den Bürgersteig angewachsen ist. Mit leeren Augen packt sie das Brot ein, kassiert den halben Preis und schaut zur Nächsten.

    „Bitte?“
    „Ich würde gerne für morgen sechs Brötchen von gestern vorbestellen.“

    Ich glaube, die Verkäuferin wird nicht lange in unserer Bäckerei arbeiten.

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  4. Junge Leute brauchen viel Schlaf, wie sollen sie sonst die Nächte in den Kneipen durchstehen. Schön, daß man das in den Psychologieseminaren in Münster berücksichtigt, ein weiterer Pluspunkt. 😉

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  5. Hi Videbitis,

    und weisst Du was?!?
    Ich würde mir auch 258453746876845 Fotos von Dir anschauen… 😛 😉

    Das Foto mit der Nonne ist der Knaller!!!

    Sag mal, bist Du auch bei FLICKR oder so etwas unterwegs?!?

    LG mosi

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  6. Super, das freut mich. Kann sein, daß es zwei mehr werden … 😉

    Bei Flickr hatte ich mich mal angemeldet und ein bißchen herumprobiert, fand es aber blöd zu händeln, und dann gab’s auch noch eine Upload-Beschränkung, es sei denn, man war bereit zu zahlen, also habe ich mich dagegen entschieden. Also bin ich nun bei Picasa, das gehört zu Google. Das funktioniert (noch – bei Google weiß man nie) ganz ordentlich, wenn man auch nicht so eine Community wie bei Flickr hat, aber ich brauche die Fotos eh nur für mein Blog.
    Warum fragst Du, bist Du auf der Suche für Deine Fotos? Wenn Du noch Tipps zu Picasa brauchst, helfe ich Dir gern.

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  7. 😀 ;D

    Ah, okay…
    Aber FLICKR hat aufgestockt auf 1TB.
    Finde ich schon viel. Ich bin noch bzw. wieder bei FLICKR.
    Da ich ja hier kein PRO bin, muss ich die Fotos irgendwie anders einbinden.

    Werde ich mir mal anschauen, danke.
    Ist kostenlos,ne?!?
    Hat man dort ne Beschränkung?!

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  8. War es bei Flickr nicht so, daß man nur eine bestimmte Menge von Daten an einem Tag hochladen kann?

    Picasa ist kostenlos und beschränkt auf 5 GB, das dauert ewig, bis das voll ist. Und dann eröffnest Du einfach ein neues Konto. Zum Fotosaufbewahren und -tausch (man kann auch nur bestimmten Leuten den Link zu einem Album weitergeben) ist das wirklich prima, den Embed-Code muß man ein bißchen manupuliere, damit das Bild auf blog.de die richtige Größe hat. Außerdem muß man bei der Anmeldung ein bißchen aufpassen, Google möchte einem natürlich gern ein Google+-Konto aufs Auge drücken, das kann man aber leicht ablehnen.
    Wenn Du auf eins meiner Fotos doppelklickst, kannst Du sehen, wie das im Hintergrund aussieht.

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  9. ach

    liebe Stadt im Lindenkranze…..

    dort wo heute das Cafe am Domplatz ist, war früher die Post

    Überwasserkirche (mit Betonung auf dem i) heißt die Kirche im Hintergrund

    Der Bäcker dürfte Tollkötter sien, am seiner Backstube stand g eschrieben „nicht altes Brot ist hart, sondern keins!

    … wer..des Stuhlmachers Hopfen …nicht kennt, war in Münster nie Student.. heißt es in der inoffiziellen Strophe des Münsterliedes

    Danke für die kleine Erinnerungsreise!

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  10. ja, genau

    aber da es nun doch schon ein paar Tage her ist

    wären die Tipps vermutlich nutzlos

    die schöne Wirtschaft in der Bauernschaft zum Ausflugslokal erweitert
    der Stadtteil vom dörflichen Charme zur städtischen Optik verwandelt
    die gemütliche Bierkneipe zur chicken Tagesbar avanciert
    oder zur Spelunke verkommen

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