Sommer in Berlin (6)

Zum Schluß ein touristisches Highlight, nicht nur für Touristen, auch Einheimische haben bestimmt Vergnügen daran, ihre Stadt mal aus einer anderen Perspektive zu besichtigen: Eine Bootstour rund um Berlin. An der O2-Halle (roter Pfeil) geht’s los …

… als erstes unter der Oberbaumbrücke durch, dann die nächste rechts in den Landwehrkanal. Es folgen 240 Fotos, die ich auf der dreieinhalbstündigen Fahrt gemacht habe.

Kreuzberger Ufer – der Liebesgruß ist nicht mehr ganz frisch, aber dennoch ernst gemeint.

An der Ankerklause stößt das Maybachufer auf den Kottbusser Damm. Am Maybachufer findet zweimal in der Woche ein sehr schöner türkischer Markt statt, ein Besuch lohnt sich.

Aber natürlich nicht jetzt, man sollte besser auf seinem Hintern sitzen bleiben, wenn man sich nicht den Kopf stoßen will. Die Tour wird auch „Brückenfahrt“ genannt, die vielen Brücken sind oft so niedrig, daß das Schiff so gerade darunter paßt.

Während der Fahrt wird man von einem auf Band gesprochenen Text auf Sehenswürdigkeiten hingewiesen – sowas kann sehr nervig sein, hier aber nicht, der Sprecher hat frei und unaufdringlich gesprochen. So eine Verzierung eines Gründerzeitgebäudes wie oben rechts nennt man Zwiebel. Da die Nachbarzwiebel heruntergefallen war, suchte man im Depot nach Ersatz – und fand nur eine Ananas. Eine pragmatische Lösung.

Ein Hobbymaler, der seine Bilder möglichst vielen Menschen aufdrängenzeigen will, hängt sie an eine Straße, und sei es eine Wasserstraße.

An der Corneliusbrücke wird eine halbe Stunde Pause gemacht, da hier der eigentliche Beginn der Rundfahrt ist. Zeit, sich die Beine zu vertreten. Ganz gut, daß der Himmel meist bedeckt ist, die Sonne würde einen sonst ganz schön braten.

Schwupps – da sind wir schon auf der Spree. Die Damengruppe vor uns hat bereits die erste Flasche Sekt geleert, verhält sich aber gesittet. Bockwurst gibt es auch.

Die Spreebebauung im Westen ist komplett in finanzkräftiger Hand. Im Osten gibt es noch einen stärkeren Wechsel, aber man ist dabei, das zu ändern.

In der Nähe des völlig überdimensionierten Bundeskanzler(innen?)amts …

… sitzen merkwürdig gesichtslose Menschen. Wie ich gehört habe, soll das oft vorkommen in dieser Gegend, daß Menschen hier ihr Gesicht verlieren, Niebel, Pofalla, von Klaeden und wie sie alle heißen. Furchtbares Schicksal. Allerdings gibt es auch Stimmen, die sagen, der Vorwurf sei unfair, die Betroffenen hätten überhaupt noch nie ein Gesicht gehabt oder es schon früher verloren – gut, dann ist es für sie nicht ganz so schlimm.

Hier kann man gucken, wie man angeguckt wird. Wenn ich da auch säße, würde ich mich wahrscheinlich auf dem Schiff fotografieren.

Gaffel Kölsch? Och nö, deswegen sind wir nicht nach Berlin gekommen.

Am Reichstagsgebäude – nicht ein Politiker, der am Fenster steht und winkt. Zu nichts zu gebrauchen, diese Leute.

Ah ja – den Berliner Dom kann man also auch besteigen. Gleich mal eine Notiz machen.

Im Ostteil der Stadt gibt es noch sowas …

… aber man gibt sich Mühe, alles Alte zu zerstören …

… um solche Gebäude zu errichten. Viel Geld wird eingesetzt, um noch mehr zu bekommen, gewachsene Stadtstruktur wird ökonomischen Interessen geopfert.

In wenigen Jahren wird alles zugebaut und erneuert sein.

Eine sehr schön verbrachte Zeit, ich kann es nur jedem empfehlen. Wer noch ein paar mehr Bilder sehen will, klickt hier – keine Angst, es sind insgesamt nur 40.

0 Antworten zu “Sommer in Berlin (6)

  1. Gut, daß Du das sagst: Ich hatte vergessen zu erwähnen, daß kein Neubau so dicht an die Spree gebaut werden darf, daß keiner mehr durchkommt, es muß immer genug Platz gelassen werden für Fußgänger und Fahrradfahrer. Immerhin etwas.

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  2. Wieder sehr schöne Fotos von Dir!

    Meine Familie und ich lieben diese Dampferfahrten so sehr, dass Tochter #1 im Mai auf einem Dampfer geheiratet hat. Das war eine wirklich schöne Hochzeit, während die Stadt – übrigens auf der von Dir abgebildeten Strecke – an und vorbeizog. (Die Standesbeamtin kam dann im Historischen Hafen an Bord.

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  3. Danke!

    Das kann ich mir sehr gut vorstellen, wenn schon eine Hochzeitsfeier, dann so. Aber in Berlin müßte es für mich auch schon sein, wenn man in Köln eine Bootsbesichtigungstour macht, ist man nach einer halben Stunde wieder am Ablegepunkt.

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  4. Gerne, das hat Spaß gemacht. Ich mach jetzt nur noch Reisen und berichte dann darüber – habe ich gedacht, blöderweise will mein Arbeitgeber das nicht finanzieren. Keiner außer mir weiß, was gut für mich ist, aber auf mich hört je keiner *seufz*, tja, das Leben ist nicht einfach.;-)

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  5. Von den einzelnen Stationen abgeleitet glaube ich, dass ich diese oder eine zumindest sehr ähnliche Schiffstour im Frühsommer 2004 zum 10er-Abschluss mit meiner Realschulklasse gemacht hab. :yes:

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