Deutzer Werft

Auf dem Frühlingsfest gab es eine Geisterbahn, die war so gruselig, daß selbst der Tyrannosaurus Rex mit entsetztem Gesicht das Weite suchte. Jedenfalls sieht es so aus.

Draußen ist es allerdings genauso schrecklich: Viele drängelnde Menschen in einem Meer von sich gegenseitig überbietenden Geräuschen, womit ich nicht nur die kreischenden Karrussels und Kinder meine, sondern auch den Krach, der sich als Musik bezeichnet, während man an einer lauwarmen Bratwurst mümmelt oder sich an kandierten Nüssen die Zähne ausbeißt. So stelle ich mir die Hölle vor, oder zumindest eins ihrer Zimmer – es gibt ja auch Menschen, die das paradiesisch finden, die kommen da natürlich nicht rein, die kommen zur Strafe in eine Bibliothek – ohne Handy!

Schildergasse

Neulich stand in der Zeitung, daß in Köln der weltweit erste Matratzenautomat zu besichtigen sei: Man sucht sich eine Schaumstoffmatratze in einer von drei Größen aus und bezahlt dann miftels einer EC-Karte 30 bis 50 Euro. Ich frage mich, welche Klientel da angesprochen wird, wer hat es nötig, nach Geschäftsschluß eine billige und ungesunde Schlafunterlage aus dem Automaten zu ziehen? Obdachlose nicht, die hätten genug Zeit, auch tagsüber in ein Bettengeschäft zu gehen, aber darüber hinaus sowieso kein Geld dafür. Vielleicht, wenn jemand überraschend abends noch vorbei kommt, die Schwiegermutter aus dem fernen Schwiegermutterhausen, und zwar so spät, daß man sie nicht wieder wegschicken kann, und in Ermangelung einer Schlafstätte fährt man schnell zum Matratzenautomaten, mit dem Resultat, daß man selbst auf dem Billigschaumstoff schlafen muß, weil man sowas der Mutter seiner Angebeteten wohl kaum zumuten kann, will man nicht mit ernsthaften Konsequenzen für sich selbst rechnen? Ehrlich gesagt: Ich bin ratlos. Aber ich wollte die Maschine unbedingt für euch fotografieren, als ich an der Antoniterkirche eintraf, war sie allerdings schon wieder weg, stattdessen saß diese Frau da. Gut, das ist vielleicht das schönere Foto. Unten seht ihr nun einen Zeitungsausriß (Kölner Stadtanzeiger, 03./04.05.14):