Frohngasse

Gestern am Zoo standen die Familien Schlange, um einen Luftballon zu kaufen. Schönes Wetter, es war ordentlich was los. Die Kinder wollen bespaßt werden, sonst machen sie in der heimischen Stube Rabatz. Wenn wir früher bespaßt werden wollten, hat das unsere Eltern nicht die Bohne interessiert, und wenn wir quengelten, beruhigte uns die Androhung einer Backpfeife. Schön zu sehen, daß auch mal was besser wird.

Wir waren nicht im Zoo, sind nur daran vorbei gegangen, aber auch von außen kann man ein paar Tiere bestaunen, z.B. einen faulen Nashornleguan …

… ein besonderes Zebra …

… eine mißbrauchte Maus …

… und ein Exemplar der Spezies „homo legens“, die immer seltener werden soll und hoffentlich nicht vom Aussterben bedroht ist.

0 Antworten zu “Frohngasse

  1. Jetztt rennen sie wieder in den Zoo. Gerade haben sie sich noch über die Schlachtung von Giraffe „Marius“ aufgeregt, aber schon wieder verdrängt, dass diese Sorte Tierliebe geradezu solche Geschehen hervorbringt und verlangt. An die Raubtiere im Zoo werden ständig Tiere verfüttert, meistens Kühe oder überzählige Tiere aus dem eigenen Bestand. Alles ist O.K., solange es namenlose Tiere sind.
    Die Spezies Mensch ist insgesamt reichlich dumm, so dass das lesende Exemplar, das du aufgespürt hast, auf Besserung hoffen lässt.

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  2. „Wenn wir früher bespaßt werden wollten, hat das unsere Eltern nicht die Bohne interessiert, und wenn wir quengelten, beruhigte uns die Androhung einer Backpfeife.“

    Hörrliche Zeiten. Heute fühlen sich Eltern schon als Verbrecher, wenn sie versäumt haben die Trinkflasche für die Kinder mitzunehmen und die „EIS!!!!!“ Schreienden für weitere 500 m vertrösten mit Hinweis auf die Butterkekse, die noch auf der Rückbank liegen.

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  3. Das war ja in Dänemark, weit weg, und wer weiß, was die noch an Wikingermentalität in sich haben, sadistisches Volk, das. Hier werden die Löwen mit Tofu gefüttert, und die Krokodile ernähren sich makrobiotisch – natürlich alles hinter geschlossenen Türen.

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  4. Habe ich auch schon oft beobachtet. Der richtige Weg liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ab und zu habe ich mich früher gefragt, wieso unsere Eltern so viele Kinder bekommen haben, wenn sie sich doch eigentlich gar nicht für sie interessieren. Heute weiß ich es: Sie haben uns gar nicht bewußt erzeugt, wir sind ihnen nur passiert. 😉

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  5. Noch anders: Das gehörte einfach dazu. Man hatte Kinder. Das wurde gar nicht hinterfragt. Und man brachte sie irgendwie durch. Motto: „Die laufen so mit und wenn sie nicht spuren: Mors voll und ab in’s Zimmer.“

    Ich werde niemals begreifen, wie Leute drauf sind, die z.B. sagen: „Ich hatte eine Höllenangst vor meinem Vater und ich werde dafür sorgen, daß meine Kinder eine Höllenangst vor mir haben.“ (King George V sagte das mal) Mir scheint es manchmal so daß die Generation unserer Eltern oft genau nach diesem Motto lebten.
    (Meine allerdings nicht, große Ausnahme, meine Großeltern mütterlicherseits waren mehr oder weniger antiautoritär.)

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  6. Das stimmt natürlich auch, allerdings waren die letzten drei Kinder meiner Eltern (von sieben) zum Zeitpunkt ihrer Erzeugung alles andere als erwünscht – wie mein Vater immer mal wieder kundtat.

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  7. Stimmt, alle klicken immer auf ihren Smartphones herum, verderben sich von der kleinen Schrift die Augen oder lassen sich von Autos überfahren, weil sie unbedingt im Laufen Tweets lesen müssen, in denen steht, wie endgeil das neue Top von H&M ist, das dat Schantall sich gekauft hat.

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  8. Seltsam nicht, wie selbstverständlich das zu sagen in vielen Familien war. Bist du nicht Nr. 6 der 7?
    Und lag dir als Kind/Teen nie auf der Zunge zu sagen, warum sie dann nichts gegen die letzten drei getan haben?
    Aber tröste dich, ich bin das 5 Jahre lang heiß ersehnte Kind, allerdings falschen Geschlechts und das hat mich genauso aus dem Rennen geworfen. Und als einmal eine Frau zu meiner Mutter sagte: „So eine Tochter hätte ich auch gerne!“, sagte diese: „Gerne, nehmen Sie sie gleich mit.“ Ohne auch nur den geringsten Anflug von Humor in der Stimme.

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  9. Als ich Kind war (und ich fürchte, auch heute noch) stand vor dem Berliner Zoo immer eine Berliner Bär, mit dem man sich fotografieren lassen konnte – besser gesagt: sollte. Jedenfalls näherte sich das Untier unweigerlich, sobald man den Eingangs des Zoos ansteuerte. Vor diesem Bären hatte ich Angst, vor den Tieren im Zoo überhaut nicht.

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