Im Museum Ludwig

Im Depot eines eines Museums sind oft mehr Werke vorhanden, als die Ausstellungsräumen zeigen (können). Als der neue Direktor des Museum Ludwig Philipp Kaiser (sein Vorgänger hieß Kasper König, kein Scherz) die Bestände sichtete, kam ihm die Idee, einen Teil des Besitzes endlich mal zu zeigen, die Ausstellung trägt den Titel „Not yet titled“. Die wenig subtile, aber dennoch eindrucksvolle begehbare Installation von Barbara Kruger ist hier zum ersten Mal zu sehen.

Zum Kunstwerk gehören noch Lautsprecher, aus denen ein ständiges Gewisper zu hören ist – Hetz- und Hasstiraden, habe ich gelesen. Man versteht nicht viel, aber der Tonfall macht es deutlich.

Spontan fällt mir eine auflagenstarke deutsche Tageszeitung dazu ein – obwohl, der Begriff Zeitung ist eigentlich ein Euphemismus, Drecksblatt wäre viel treffender.

0 Antworten zu “Im Museum Ludwig

  1. Also BILDende Kunst sozusagen. Ich weiß nie, ob mir Kunstwerke gefallen, die einen mit einer Botschaft niederprügeln (wollen). Eher mal nicht. Früher fand ich das wichtig, heute bin ich schrullig und alt und wünsche mir immer auch Ästhetik und Sanftheit. Die Welt is eh zu laut.

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  2. Gut gemeint und mir lieber, als die dekorative Tapetenkunst eines Gerhard Richter oder als der Schwachsinn eines Jeff Koons. Die Einfachheit der Aussage rührt mich fast, die Größe des Werks ist beeindruckend, wenn man drin steht. Aber mir ist es inzwischen auch lieber, nicht angeschrien zu werden, auch nicht von Kunst.

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  3. In diesem Fall ist die Aussage tatsächlich relativ einfach: Es geht um die Gehirnwäsche durch Massenmedien wie die Bildzeitung und durch die herrschende Kultur. Angeprangert wird, daß versucht wird, uns zu braven, angepaßten, Neuem gegenüber ängstlichen, neurotischen Untertanen zu machen. Böse, böse Gesellschaft. Das ist gut gemeinte Aufklärung, aber als Erkenntnis und Aussage nicht soo wahnsinnig spektakülär, war es nichtmal, als es erschaffen wurde, 1994.

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  4. toller Name!!! *g*
    Hier gibt es nur eine Ludwigstraße… 😦

    believe anything und Forget everything…
    was für total bescheuerte Sprüche!
    wenn das wenigstens überhaupt ginge!!!

    Liebe Grüße zum foggy sunday
    vom Lu

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  5. Hi Videbitis,

    wow… das erschlägt einen ja förmlich.
    Aber kein wunder und vielleicht wollte der Künstler auch genau diesen Vergleich schaffen?!?

    Ich empfinde es auch als zu laut,zu groß. Ist nicht sooo meins.
    Aber sicher gut gemacht.

    LG mosi

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  6. Aber aber – klar kann man ein Kustwerk für total bescheuert halten, aber bitte nur aus den richtigen Gründen: „Wisse nichts“, „Glaub alles“ und „Vergiß alles“ sind keine Forderungen, die die Künstlerin an den Betrachter stellt. Im Gegenteil, sie offenbart die verkappte Botschaft hinter der massenmedialen Verdummungsmaschinerie, quasi den Subtext, der unter den vermeintlich wichtigen Informationen aus Politik und Gesellschaft liegt, ob z.B. Merkel mit Gabriel kann, oder die wochenlange Diskussion darüber, daß irgendein Popsternchen nackt auf einer Abrißbirne posiert.

    Liebe Grüße in den Süden!

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  7. Ja, ich glaube, das ist genau das, was die Künstlerin zeigen wollte: Wir werden zugeballert mit Informationen und Sensationen, allein zu dem Zweck, uns von den wirklich wichtigen Dingen des lebens fernzuhalten, eine Art Gehirnwäsche, die uns dumm hält. Wenn man mal nachmittags das TV anmacht, weiß man, daß sie recht hat.

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  8. Spätestens seit den 60er Jahren weiß man allgemein um die manipulativen Absichten z.B. der Bildzeitung.

    Das weiß ich nicht, vielleicht teilt es sich im Original besser mit als durch die Fotos. Das Ganze erinnert mich an einen ziemlich trashigen SF-Film, den ich mal gesehen habe, der jugendliche Held erhält durch Zufall eine Brille, durch die er sieht, was wirklich auf den Werbetafeln steht: Gehorche!, Konsumiere!, Sieh fern! usw. Außerdem kann er mit der Brille erkennen, daß Außerirdische – ohne Brille in Menschengestalt – die Menschheit langsam unterwandern und für sich ausnutzen. Ich befürchte, nur das mit den Außerirdischen ist eine filmische Übertreibung, in Wirklichkeit sind es Manager, der Rest ist leider stimmig. 😉

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  9. Dann kann es nicht so wichtig gewesen sein. Aber sowas kann natürlich trotzdem nerven, wenn es einem partout nicht wieder einfallen will – viwelleicht hilft es, wenn Du Dich in die Situation zurückversetzt, als Du den Gedanken, der Dir nicht mehr einfällt, hattest.

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