Fischmarkt am Tanzbrunnen

Auf dem Kölner Fischmarkt gibt es mehr Stände, die irgendwas anderes verkaufen, als solche, die Fisch anbieten – kein Wunder also, daß hier schon ausverkauft ist. Alle alle, so’n Pech!

Bauer’s nietenlose Wurst gibt es aber noch genug: Spielen, gewinnen und eine unbestimmte Menge Wurst nach Hause tragen – dreifaches Glücksversprechen.

In Uruguay haben Forscher Schafen ein Gen von Quallen in die Erbinformationen manipuliert, sodaß sie leuchten, wenn man sie im Dunkeln anstrahlt. Da kann diese rheinische Züchtung mit ganz anderen Ergebnissen punkten.

Heumarkt

„Aber das Barocktor muß erhalten bleiben – und zwar so, daß man durchgehen kann!“, hatte man beim Bauamt dem Bauherren vermutlich ins Gewissen diktiert. Vielleicht hätte man sich doch besser den Bauplan zeigen lassen. Und hinterher hatte natürlich niemand Schuld.

Seidenmacherinnengäßchen, Ecke Heumarkt

Schon 1163 stand hier ein anderes Haus. Ah ja! Das scheint wichtig zu sein, denn das steht da an der Wand. 1568 wurde an dieser Stelle ein neues gebaut, im Renaissancestil, in dem dann im Jahr 1920 ein Johann Zims die Kneipe „Zum Sankt Peter“ eröffnete. Wir erinnern uns: Das war der erste Papst, der nach seinem Tod als Pförtner weiterarbeiten mußte, weshalb er immer (wie auch hier) mit einem Schlüssel dargestellt wird. Ob er auch gern einen getrunken hat, weiß man nicht. Während der Bombenangriffe 1943 blieb außer der Fassade nicht viel übrig von dem Gebäude, aber gleich nach dem Krieg wurde es wieder aufgebaut.

Heute ist „Gilden im Zims“, wie der Name nun lautet, ein Kneipenrestaurant im Brauhausstil am Rande der Altstadt, also in der Touristeneinzugszone, bis zu 1000 Gäste sollen hier gleichzeitig hineinpassen. Ob hier jemals Bier gebraut wurde, war nicht zu erfahren, jedenfalls tut man so, und die Speisen sind entsprechend deftig kölsch: Himmel und Aäd (Blutwurst mit Apfelkompott und Kartoffelpüree), Bratwurst, Schnitzel, Steak, aber auch ganz zeitgemäß Salate und ein vegetarisches Gericht. Man höre und staune: Ich habe hier neulich den besten Sauerbraten meines Lebens gegessen! Gut, an die anderen beiden Male kann ich mich kaum erinnern, aber egal, er war auf jeden Fall sehr gut.

Der Gewölbekeller wurde erst Mitte des letzten Jahrzehnts entdeckt und ausgebaut, er soll sogar auf römischen Fundamenten stehen. Es ist nicht immer so leer wie auf diesem Foto, der Bereich ist für irgendein Fest gebucht. Mein Fall ist es ja nicht, im Keller zu essen, aber jeder wie er mag.
Doch, hier kann man hingehen, jedenfalls besser, als in eine der vielen Touristenfallen direkt in der Altstadt.

Seidmacherinnengäßchen

Die Straße in der Altstadt ist nur ca. 65 Meter lang, hatte aber dennoch bis 1986 gleichzeitig zwei Namen: Unter Seidmacher und Seidmachergäßchen. Kurz vorher war dem frisch gegründeten Kölner Frauengeschichtsverein aufgefallen, daß es gar keine Seidmacher gab, sondern nur Seidmacherinnen, die im Mittelalter die Tätigkeit des Seidestickens ausübten.

Das war so: Kurz nach Adam und Eva Nachdem die Bürgerschaft im Jahr 1288 die Herrschaft der Erzbischöfe in Köln endgültig gebrochen hatte (hier habe ich davon erzählt), lag die Macht in den Händen der Ratsherren, die sich aus den Kreisen der Patrizier rekrutierten, also den wohlhabenden Familien, die sich für was Besseres hielten. Man kennt sich, man hilft sich, das war in Köln schon immer so, so blieb man bei den Geschäften unter sich und wurde dabei immer reicher und fetter, zu Lasten aller anderen.

Das paßte den anderen Bürgern natürlich nicht besonders, und so nutzten sie 1396 die Gunst der Stunde, als sich Patrizierfamilien in den Haaren lagen, die alten Machtverhältnisse ganz abzuschaffen. Es wurden sogenannte „Gaffeln“ gebildet (benannt nach einer zweizinkigen Gabel, die bei Festlichkeiten benutzt wurde), insgesamt 22 Verbünde von Handwerkerzünften und Kaufleuten, aus deren Reihen nun die Ratsherren gewählt wurden. Bettler, Henker, Frauen u.a. waren natürlich nicht zugelassen, aber es gab einträchtige Handwerke, die nur von Frauen gemacht wurden – tja, ein Problem. Man löste es einfach, indem man ihnen die Bildung einer eigenen Zunft zugestand, aber nicht die Zugehörigkeit zu einer Gaffel. Und so kam es, daß die Hut- und Seidenstickerinnen eine Zunft mit ausschließlich weiblichen Mitgliedern bildeten, das gab es außer in Paris sonst nirgends. Die Seidmacherinnenzunft war sehr erfolgreich, um 1500 gab es kein erfolgreicheres kölnisches Exportgut als ihre Erzeugnisse.

Wen es interessiert, kann hier beispielhaft die Geschichte der Meisterin Fygen Lutzenkirchen nachlesen.