Im Park

Als ich neulich spazieren ging, hingen überall diese Zettel an den Laternenpfählen. Was man darauf sieht, ist ein sogenannter QR-Code, Bahnfahrer, die ihre Tickets online ausdrucken, kennen das: Man braucht eine spezielle Software dafür, um die Codes zu entschlüsseln. „Vorsicht! Lebensgefahr!!“, steht da vielleicht, und wer kein Smartphone mit einer entsprechenden „App“ hat, tja, Pech gehabt, das nennt man natürliche Auslese.

Nach der Decodierung öffnet sich eine Internetseite: Offensichtlich ein Spiel, bei dem man sich schon vorher für „Wahrheit“ oder „Pflicht“ entscheiden muß, um dann die entsprechende Frage zu beantworten, bzw. die Aufgabe zu erledigen. „Wahrheit“ ist dabei immer eine Frage, deren Beantwortung man an ein bestimmtes Facebook-Konto schicken muß, und wenn man gar nicht bei Facebook ist, dann … dann … wird man vom Blitz erschlagen. Nee, quatsch, dann kann man weiter spazieren gehen (alter Langweiler!). Puh, nochmal Glück gehabt.

0 Antworten zu “Im Park

  1. Ich bin auch kein Freund von Facebook, das mit unseren Daten ja nur ordentlich Kasse machen will. Gibt’s nichts anderes, das die Leute benutzen können, um sich virtuell auszutauschen?
    Allerdings, muß man faiererweise zugeben, wird in diesem Fall versucht, die Leute auf spielerische Art auch in der wirklichen Welt miteinander bekannt zu machen – auf der Seite urban-games.de werden ohne jeden Kommerz Aktionen und Flashmob-Termine vorgestellt. Die Website ist wohl noch recht neu, ob das wirklich funktioniert, wird sich zeigen.

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  2. Facebook ist die neue Pest. Seltsam, nicht, alle wissen doch, wozu das dient, dennoch ist es dieses Eitelkeiten-Ding, was alle am Kragen packt. Man MUSS doch ne Facebookseite haben, muß man doch, oder?
    Ich wünschte, jedesmal wenn jemand sich dort einloggt, würde irgendein Mensch irgendwo dafür einen langen Brief an jemanden schreiben.

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  3. Ja, sogar in öffentlich-rechtlichen Sendungen weisen sie auf zusätzliche Informationen in Facebook hin und machen dadurch Werbung für eine kommerzielle Firma – sehr merkwürdig. Wird Zeit, daß sich irgendwas anderes, freies durchsetzt, was die gleichen Vorzüge hat, ohne die Nutzer auszupressen.

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  4. Ob blond, ob braun – Facebook mag alle Frauen. Und Männer natürlich auch. Du kriegst ein bißchen Software, die Du magst, dafür durchleuchten sie Dich besser als jeder Röntgenapparat. Können sie ruhig, sagst Du vielleicht, schließlich hast Du nix zu verbergen. Und weil das so ist, installieren wir demnächst eine Webcam in Deinem Badezimmer. Außerdem bekommst Du eine neue Nachttischlampe geschenkt mit individuell einstellbarem Licht, ein tolles Teil, das nebenbei Deine Träume aufzeichnet und an Facebook weitergibt, Deine unbewußten Wünsche lassen sich zur Werbeoptimierung so einfach besser vermarkten. Der nächste Schritt ist dann ein Sender, der Deine Träume in die richtige Richtung lenkt, damit Du und die Werbung auch optimal miteinander harmonieren – verständlich, Werbung, die nicht wirkt, ist doch rausgeschmissenes Geld, das versteht doch jeder. 😉

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  5. seit ich kürzlich gelesen habe, dass in gb jetzt schon kriminelle per app gesucht werden und facebook auch bereits die suche nach tätern automatisiert,ist mir die gegenwart zu science-fictionig geworden. leider geht das beamen noch nicht —- die zeichen stehen auf abhauen

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  6. Wenn Du kein Facebook hast…..
    ….. dann kannst Du auch nicht auf fiese Spam- Phishing- und Mailware- Attacken herein fallen, die durchaus hinter solchen Aktionen stecken könnten.

    Glück gehabt! 😉

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  7. Ja, genau, in der letzten „Zeit“ steht auch ein Artikel darüber. Mir fällt dazu eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick ein (mit T. Cruise verfilmt), wo sogenannte Präkogs, die in die unmittelbare Zukunft schauen können, Straftaten vorhersagen, die dann von einer Spezialeinheit verhindert werden, was dem vermeintlichen Täter aber nicht hilft, er wird trotzdem verknackt, auch wenn er noch gar nichts gemacht hat. Wozu brauchen wir Präkogs, wenn wir Facebook haben, das aus der Analyse von Chats genau zu wissen scheint, wo demnächst eine Straftat begangen wird und schon mal die Polizei alarmiert – und das ist keine SF, sondern bereits passiert, man nennt das dort „proaktiv“. Grausige Vorstellung.

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  8. Ganz genau! Die arbeiten mit den miesesten Tricks. „Sehr geehrter Herr Videbitis, Ihre Freundin xy hat eine Nachricht für Sie hinterlassen.“ – die ich aber nur lesen kann, wenn ich Mitglied in dem Verein bin. Als ich mich bei der Freundin telefonisch erkundige, wieso sie mir nicht erzählt, was sie von mir will, wußte die von nichts. Fast wäre ich darauf hereingefallen.

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  9. ja ja ich weiß schon, Du hast Recht, mehr als Unrecht…aber irgendwie bist Du auch ein bißchen auf Krawall gebürstet?! Ich will das allse gar nicht haben, was Du mir da so anbietest! 😉

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  10. Auf Krawall gebürstet? *lach* Aber nein, wirklich nicht. Ich glaube nur, das Facebook völlig amoralisch ist, die kennen nur das Gesetz des Marktes. Alles, was sie tun können, um Gewinn zu machen, das tun sie auch. Sie arbeiten in den USA schon jetzt mit den Behörden zusammen, indem sie private Chats analysieren und die Resultate eben diesen Behörden zur Verfügung stellen. Was da noch kommen kann, kann man sich gar nicht schlimm genug ausmalen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

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  11. tja siehste ich hab noch Deinen Folgebeitrag gelesen, und hab gedacht, da war er so schön wandern und nun hat er keine Lust mehr auf das „andere Leben“ was ich sehr gut bverstehen kann, ich sehe mir Facebook schon aauch mit Argusaugen an, auf der anderen seite schafft es mir eine Verbindung zu Kindern und Enkelkindern die ich sonst nicht hätte, aber vielleicht sollte ich das Ganze doch noch mal über denken??????? Dir auch ein schönes Wochenende und ob mit oder ohne Krawall, ist immer schön interessant bei Dir! 😉

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  12. Und Du hast tatsächlich trotz cooler QRs-mitkriegen-können-AP nicht die Pflicht gewählt? Klar, das Gesichtsbüchle ist inakzeptabel, aber hat man als QRs-mitkriegen-können-AP-Nutzer nicht auch gewisse moralische Verpflichtungen?

    Ich gehöre ja zu denen, die aufgrund der technischen Auslese auf Aufdecker wie Dich angewiesen sind um mitzukriegen, was hinter solchen QR-Codes stecken kann. Aber ich glaube, ich hätte die Aktion tatsächlich originell genug gefunden, um die 3 SMSe zu schicken, wenn evtl. auch in leicht modifizierter Form. So ein „ich liebe Dich“ ja schon verfänglich werden kann, wenn man das so schriftlich festlegt und dann auch noch drei Personen gleichzeitig schickt. Kann ja nach hinten losgehen im Zweifelsfall.

    Mir hat mal ein Vorgesetzter irrtümlich eine schon seehr intime SMS geschickt, die eigentlich an seine Freundin gleichen Namens hätte gehen sollen. Das hat sich zwar aufgeklärt, bevor ich mich belästigt fühlen musste, aber ziemlich peinlich war uns beiden das dann doch noch ne ganze Weile. Da stand zwar nicht wirklich „ich liebe dich“, aber trotzdem wär er besser spazieren gegangen anstatt zu simsen ;-).

    Und weil ich zu faul bin, mehrere Kommentare zu hinterlassen: superschön, Deine Fotos von der Wanderung (auch wenn Wandern mit „Sherpas“ ja schon irgendwie uncool ist ;-)). Das Drachennest ist ein absolutes Highlight, einfach großartig.

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  13. Das geht auf jeden Fall nach hinten los: Schicke ich diese Botschaft an Männer, treffen die sich zukünftig nur noch mit mir, um zu beweisen, daß sie keine Voruteile gegen die gay community haben; schicke ich sie an Frauen, muß ich gleich drei Hochzeitstermine unter einen Hut kriegen … na gut, stimmt, ich gebe ein bißchen an, wahrscheinlicher ist, daß die Frauen zurücksimsen mit der Frage, in welcher Nervenheilanstalt sie mich besuchen dürfen. 😉

    Nun stell Dir mal vor, Du hättest Deinen Chef heimlich angehimmelt und mit ebenso charmanten Worten einen Termin zum Candlelightdinner vorgeschlagen – oberpeinlich! Nee nee, diese kleinen Geräte sind schon gefährlich.

    Danke! Cool sein ist ja besonders in jungen Jahren sehr wichtig, aber bei mir war die FaulheGelassenheit schon immer stärker, so … äh, philosophisch eben, also, Du weißt schon …

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