Wanderung Eggeweg, 4. Etappe und Abreise

Die letzte Etappe ist verhältnismäßig kurz, ca.13 Kilometer sind es bis Marsberg. Zwar laufen wir zwischendurch immer wieder durch Wald, aber er wird schon lichter, Felder, Wiesen und kleine Dörfer liegen auf unserem Weg.

Und es ist brütend heiß heute – wir halten uns im Schatten, und da, wo keiner ist, nehmen wir ihn mit.

Unser Wanderführer schickt uns zu einer Grotte. „Ich bin die unbefleckte Empfängnis“, steht unten drunter. Aha. Viel wichtiger ist, das hier Bänke im Schatten stehen, zwei Opas sitzen schon da und unterhalten sich angeregt.

In einer Kirche finde ich diese Anweisung. „Mit Essen spielt man nicht“, war eine Ermahnung meiner Mutter, die ich nicht vergessen habe, aber bitte, wenn man so seine Sorgen und Nöte los wird …
Ich weiß gar nicht, ob der Erzbischof das weiß, was für ein Aberglaube in einem seiner Veranstaltungshäuser praktiziert wird. Ich werde es ihm jedenfalls nicht verraten …

A propos Religion: Heute ist Tag 1 nach der Niederlage gegen Italien, und schon landen die liturgischen Gegenstände in der Gosse. Das ist nicht fein. Kann man die denn nicht in der Wertstofftonne entsorgen?

Kennt noch jemand Mr. Ed? Als Kind fand ich ihn klasse. Dieser hier hat allerdings sein Maul nicht aufgekriegt. Vielleicht hielt er uns nicht für würdig genug.

Schöne Gegend hier, das muß man schon sagen. Da hinten in der Mitte liegt schon der Kirchturm von Obermarsberg.

In den 70ern fand man es verwunderlich, daß viele der Terroristen der RAF aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammten. Ich fand das dagegen immer sehr plausibel – eine Erinnerung, die mich befällt, als wir an diesem Ensemble vorbeigehen.

Relativ früh kommen wir in Marsberg an – und haben wieder großes Glück: Kaum haben wir unsere Hotelzimmer betreten, schüttet es wie aus Eimern, unglaublich, was da herunterkommt.

Marsberg ist ein 20.000-Einwohnerstädtchen, Geschäfte, Kirchen, Arbeitsagentur – alles vorhanden.

Diese beiden Fotos zeige ich nur, um dem weit verbreiteten Vorurteil entgegenzutreten, der Deppenapostroph sei ein Phänomen des Ostens.

Gut – das mit dem Kaffee wiegt da schon schwerer, aber vielleicht lernt man das ja noch. Das soll ein „Latte Macchiato“ sein, der hier überwiegend aus Schaum besteht. Und was, bitte, macht der Strohhalm in dem Kaffee?

Schluß mit Lästern – einen Nachmittag und einen Morgen läßt es sich hier gut aushalten.
Und auch Schluß mit der Wanderung. Das hat wirklich Spaß gemacht, was zum größten Teil natürlich an meiner lustigen und angenehmen Begleitung lag. Aber auch die Gegend ist schön, die Leute sind überwiegend nett, und der Wanderweg ist dadurch, daß man auf dem Grat wandert, nicht allzu schwer.

Ende.

0 Antworten zu “Wanderung Eggeweg, 4. Etappe und Abreise

  1. „In den 70ern fand man es verwunderlich, daß viele der Terroristen der RAF aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammten. Ich fand das dagegen immer sehr plausibel – eine Erinnerung, die mich befällt, als wir an diesem Ensemble vorbeigehen.“

    Sehr wahr! Das Foto ist göttlich. Man stelle sich vor, da Kind zu sein und hat fast Lust sein Stückchen Brot für den Wunsch zu opfern, Menschen, die diese Häuser bauen oder bewohnen auf einer fernen Kolonie auf dem Mars(berg?) anzusiedeln.

    Zum Deppen’s Apostroph: Nur im Osten? Weit gefehlt! Nie sah ich mehr davon als in Hessen und Bayern.
    Da wimmelt es nur so von „Moni’s Blumenstübl“ und „Wolf’s Imbiß“.
    (Ich sage nur „Nail’s Studio“, das war auch in Hessen)
    Allerdings muß ich sagen, daß das Schwaaner „Wir bedrucken ihre T-Shirt’s“ mit einem Doppelpunkt klar gegenhalten kann!

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  2. Frage: Gab es zu DDR Zeiten einen Deppen Apostroph? Ich denke mal nicht.
    Ronny’s Broilerbar und Doreen’s Ketwurst-Stübchen, das sind wohl eher moderne Auswüchse.
    Schön auch die Gänsefüßchen-Sachen, die Sick raugefunden hat. Etwa:

    Hier finden Sie „frische“ Handtücher.

    Der Super-GAU wäre dann natürlich:

    Futtern, wie bei Mutter’n in Ronny’s „frischer“ Salat-Theke
    (jeden Tag extra’s)

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  3. Bauer’n-Hof, habe ich neulich auf einer Website gelesen – wie Rock’n Roll, ist ja auch fast das selbe. 😉
    Nee, in der DDR noch nicht, aber dann, in dem Bestreben, sich dem Westen anzupassen, hätte es ja sein können, daß sie übers Ziel hinausschießen. Aber wie Du richtig sagst, inzwischen sieht man es überall.

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