Richard-Wagner-Str., Ecke Habsburgerring

Zum Friseur bitte nach rechts, nur ein paar Meter – so war es jedenfalls mal. Die Schrift ist typisch 50er Jahre, oder gab es die schon früher? Den Salon gibt es schon lange nicht mehr, der Schriftzug hat hinter den Reklametafeln eines anderen Geschäfts „überlebt“:

Hier war lange Zeit eine Buchhandlung, die nun leider geschlossen hat, eine Filiale der Firma „VUB printmedia“, die noch ein weiteres Geschäft in Nähe der Uni hat. Es gab viel Fachliteratur, aber auch das normale Programm, Romane, CDs usw. Das hat sich wohl nicht mehr gelohnt, nicht weit weg sind die großen Buchhandelshäuser am Neumarkt, und die Konkurrenz im Internet ist langfristig kaum zu schlagen. Und genau dahin ist die Firma „VUB“ nun unterwegs: „…ermöglichen wir die Implementierung von Prozessketten für die weltweite Medienbeschaffung und deren Management. Unsere Lösung wird in ERP- und E-Procurement-Systeme sowie Workflows integriert“, steht auf ihrer Homepage. Versteh ich nicht: Wenn ich Medien brauche, muß ich doch nicht zusätzlich noch eine Firma beauftragen, die sie mir besorgt … aber irgendwie muß es ja funktionieren, sonst könnten sie sich kaum halten. Wie auch immer: Was wird jetzt aus dem Laden? Bitte bitte keine weitere Bäckereikettenfiliale! Dann schon lieber ein Friseur. Oder noch besser: Ein Café.

0 Antworten zu “Richard-Wagner-Str., Ecke Habsburgerring

  1. Ganz genau!!!!
    Fairerweise muß ich allerdings zugeben, daß mindestens fünf Cafés ganz in der Nähe liegen und der Ort, wo es den besten Kaffee gibt (=mein Wohnzimmer), keine 5 Minuten entfernt ist, aber egal – ich bin dafür! Aber bloß kein Starbucks.

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  2. Vermutlich wird’s ne „Ihr Platz“ Filiale.

    Mir fällt da sofort der Ausdruck „aufregend wie eine Schmargendorfer Frisörauslage“ ein, den der Berliner gerne benutzt (Schmargendorf ist ein Stadtteil jot we de). Genial auch die früheren Schaufenster, die orange Folie drüber hatten, damit die Ware nicht ausbleicht. In der Stadt meiner Kindheit gab es das und ich fand das faszinierend.

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  3. Ja, oder eine Apotheke, die 150. in der Gegend.

    Ja, solche Geschäfte kenn ich auch noch, an einer Ecke löste die Folie sich meist bereits knittrig wieder ab. In der Auslage standen leere Pappschachteln mit ausgeblichenem Aufdruck neben verstaubten Tannenzapfen, die noch von der vorvorletzen Weihnachtsdeko stammten. Beim Öffnen und Schließen der Tür ertönte laut eine mechanische Glocke, worauf eine alte Frau in Kittelschürze heranschlurfte und einem für eine Glühbirne 20 Pfennig abnahm, die sie in eine Kurbelkasse legte.

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  4. Ah, ich liebe solche Läden! Die sind nun schon zu 95% ausgestorben. Man sollte mal einen Bildband gestalten mit all diesen liebenswerten alten Läden, die sich nur noch durch ein paar Stammkunden halten.

    In Güstrow gibt es einen Schreibwarenladen, wenn ich da reingehe und sage: „Ich brauche einen Ordner für die 4. Klasse bei Frau XY!“, dann suchen die mir das richtige raus. (Frau XY=Sveas Klassenlehrerin) DAS nenn ich Service!
    Der Laden ist immer voll. Nirgendwo gibt es so eine gute Beratung.

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