Neumarkt

In vielen Städten Deutschlands, so auch in Köln, wurden in der vergangenen Woche Ausgaben des Korans kostenlos an Interessierte abgegeben. Obwohl weder auf den Plakaten noch in den jeweiligen Exemplaren steht, von welcher Gruppierung die Bücher verschenkt werden, weiß man inzwischen, daß es sich dabei um Salafisten handelt, eine, wie es in den Nachrichten heißt, konservativ-fundamentalistische oder sogar militante Strömung des Islams mit Kontakt zu terroristischen Islamisten. Große Aufregung. Dürfen die das? „Guten Tag, ich bin Terrorist von Beruf, darf ich Ihnen einen Koran schenken?“ Das ist doch Quatsch, die Redaktionen sollten sich etwas zurückhalten mit ihren Unterstellungen. Soweit ich mich erinnere, ist Terrorismus gesetzlich verboten.

Allerdings bin ich der Meinung, daß religiösen Schriften nicht an Minderjährige abgegeben werden sollten, das gilt aber auch für die Bibel. Solange man dieses Werk nicht unterm Ladentisch verkaufen muß, gilt das gleiche Recht für den Koran oder die Mao-Bibel.

16 Antworten zu “Neumarkt

  1. Mal schauen, morgen muß ich eh zum Neumarkt, wenn die da noch stehen, bringe ich Dir einen mit. Zum Zigarettendrehen eignet sich das Papier aber nicht. 😉 (haben wir als Jugendliche mit Gesangsbüchern gemacht – Kinder, macht das nicht nach!)

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  2. Ich möchte bitte auch einen!
    Aber leider schaffe ich es selbst nicht nach Köln. Bringst Du mir bitte auch einen mit?

    Viel schlimmer als wer ihn verteilt, finde ich ja über etwas zu urteilen, daß man gar nicht richtig kennt. Ich bin mir sicher, daß der Großteil der berichtenden Journalisten NICHT weiß, was drin steht. Ebenso wie die allermeisten Nicht-Islamisten!

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  3. Du meinst, es gibt nun wirklich Interessanteres als den Koran? Da bin ich ganz Deiner Meinung. Was mich nervt, sind die Journalisten und Politiker, die eine Gruppe unter Terrorismusverdacht stellen, die lediglich ihre demokratischen Rechte wahrnimmt, nur, weil ihnen die Inhalte nicht passen – und weil man sich selbst so schön in den Vordergrund schieben kann, wenn man „Alarm“ schreit. Sehr unappetitlich.

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  4. Ich finde es richtig von den Journalisten, darüber zu berichten, wer dahintersteckt. Zitat aus der taz:
    „Jeder Muslim weiß, dass die Christen und die Juden kuffar [Ungläubige, d. Red.] sind“, wettert Ibrahim Abou-Nagie, oberster Organisator der Verteilaktion, in einem Video. „Und wenn sie den Islam nicht annehmen, gehen sie für alle Ewigkeiten in die Hölle.“ Die Todesstrafe für Homosexuelle rechtfertigt Abou-Nagie so: „Wir Muslime müssen uns schützen.“
    Ist ja rührend, wie die um mein Seelenheil besorgt sind. Ich gehe einfach an deren Stand vorbei, direkt in die Hölle, haha.

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  5. KLar sollen sie darüber berichten, aber nicht so spekulativ und marktschreierisch. Man muß nicht Muslim sein, um zu glauben, daß alle Andersgläubigen Ungläubige sind, das gilt für Juden und Christen auch. Homosexualität ist auch im Christentum eine Todsünde, die nur deswegen nicht mit dem Tode bestraft wird, weil weltliche Gesetze das inzwischen anders sehen. Immerhin strafbar war sie aber noch in der christlichen BRD bis 1969. Es war ein christlicher CDU-Politiker, der noch in den 90ern behauptete, schuld an Aids sei der unmoralische Lebenswandel der Schwulen, die man kasernieren sollte.
    Um in die Hölle zu kommen, brauchst Du nicht an einem Muslimen-Stand achtlos vorbeizugehen – es reicht schon eine der hunderte christlichen Kirchen. Sex vor der Ehe? Gar mit Dir selbst (pfui!)? Vom christlichen Glauben abgefallen? Genuß ohne Reue? Geldbesitz ohne Arbeit (Erbe)? Ab in die Hölle! Wenn der christliche Teufel an Dich denkt, reibt er sich vergnügt die Hände. Ein kleiner Trost: Ich werde auch da sein. 🙂

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    • „Man muß nicht Muslim sein, um zu glauben, daß alle Andersgläubigen Ungläubige sind, das gilt für Juden und Christen auch.“
      Aber im Koran wird das Töten von Andersgläubigen empfohlen, um es mal zurückhaltend zu formulieren.
      „Homosexualität ist auch im Christentum eine Todsünde, die nur deswegen nicht mit dem Tode bestraft wird, weil weltliche Gesetze das inzwischen anders sehen. Immerhin strafbar war sie aber noch in der christlichen BRD bis 1969.“
      Ist doch schön, dass hierzulande nicht einzelne Bibelstellen aus dem Alten Testament (heutige Christen berufen sich auf Jesus = Neues Testament) für die staatliche Gesetzgebung relevant sind. Oder findet sich im StGB irgendwo eine Stelle, die „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ aufgreift? In der islamischen Welt ist die Scharia zum Teil Gesetz. Das ist der Unterschied: Die westliche Welt mit der Aufklärung im 18. Jh, die islamische Welt mit ihrer religiösen/sozialen/gesellschaftlichen Gesetzgebung, die sich seit 1400 Jahren nicht geändert hat. Der Islam sollte modernisiert werden, und das ist das, was die Buchverteiler da oben garantiert nicht wollen.
      Meinetwegen könnte man Religionen sowie abschaffen. Ich hoffe, dass der nächste evolutionäre Schritt der Menschheit die Erkenntnis sein wird, dass man Religion und ihre Märchenbücher eigentlich nicht braucht.

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  6. Ja, aber 1969 ist nicht 2012, und man hat noch nicht gehört, dass Christen in der Türkei Bibeln verteilen und überhaupt: Nur weil etwas woanders AUCH schlecht ist, relativiert das für mich nicht die Sache, um die es aktuell geht.
    Ist halt so ein leicht unwilliges Jeföhl, was sich da bei mir breitmacht, wenn ich das sehe.
    Aber schön, dass du dann auch da bist (in der Hölle) 🙂 Gucken wir da zusammen Sportschau (= Hölle Hölle)?

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  7. Gaanz harte Strafe (stimmt gar nicht, aber man muß dem Teufel ja nicht alles verraten). Wir backen einen Kuchen dazu, Feuerstellen werden ja wohl vorhanden sein, dann such wir uns einen Dritten und Du mußt Skat lernen.

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